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Dünaburg  brachen  deshalb  sechs  Divisionen  vor,  die  nicht  nur
einen  örtlichen  Sweck  verfolgten,  sondern  zugleick  weiterreichenden
Absichten  dienten.

An  der  Front  südlich  Hinsk  aber  lag  das  Schwergewicht  auf  dem
Angriff  gegen  Kowel.  Während  die  deutsch-österreichischen  Reiterdivisionen
  in  der  Doljesje  vorrückten  und  bis  zum  15.  Oktober  die  Derbindung
  zwischen  Hinsk  und  Rafalowka  wieder  herstellten,  trieb  Jwanow
  am  I7.  Oktober  seine  Massen  südlich  der  Bahn  gegen  GOkonsk
auf  einer  Breite  von  10  km  vor  und  warf  die  schwachen  deutschen
Truppen  vernichtend  vor  sich  her.  Der  Durchbruch  schien  geglückt.
Erst  am  20.  Oktober  trafen  als  erste  Verstärkungen  abgesessene  österreichische
  Reiter,  polnische  Legionäre  und  einige  deutsche  Kompanien
ein  und  hemmten  den  feindlichen  Siegeslauf.  In  sechstägigen  Kämpfen
  gelang  es  dann,  die  Russen  auf  Lisovo  zurückdrängen,  am  21.  Oktober
  wurde  die  Südflanke  des  russischen  Angriffskeils  eingedrückt,
am  29.  die  Böhe  von  Kamenuicha  gestürmt,  und  bis  zum  15.  November
  war  der  Russe  vollends  aus  dem  Strrbogen  vertrieben.  Die  Verbündeten
  schoben  ihre  LCinien  wieder  an  den  Korminbach  vor.  Josepk
Ferdinand  und  Duhallo  aber  drangen  wieder  an  die  Hutilowka  und
die  Ikwa  vor,  nahmen  Dubno,  und  Boehm-Ermolli  behauptete  sich
bei  Kremenez  und  Uowoalexiniez.

Auch  auf  dem  rechten  deutschen  Flügel  wurde  noch  einmal  gekämpft.
  Russische  Sturmkolonnen  drangen  zwischen  Zutschatsch  und
Tarnopol  am  1.  November  in  die  deutsche  Bauptstellung  ein  und
überschritten  am  Abend  die  Strypa.  Da  stellte  Bothmer  mit  seinen
letzten  Reserven  im  Gegenangriff  die  Lage  wieder  her  und  jagte  den
Feind  in  mehrtägigen  Kämpfen  wieder  in  die  Steppe  zurück.

Damit  war  auch  auf  diesem  Beeresflügel  die  beiderseitige  Angriffskraft
  erschöpft,  und  beide  Heere  richteten  sich  für  den  Winter
ein.  Der  Stellungskampf  wurde  zur  Regel,  der  sich  beide  Teile
widerwillig  fügten.  Die  Deutschen  hatten  ihre  gesamte  Stellung  von
1400  auf  etwa  1000  km  verkürzt.  Sie  hatten  unzählige  Gefangene
gemacht  —  es  mögen  im  ganzen  zwei  Millionen  gewesen  sein  —
und  unendliches  Gerät  erbeutet:  aber  die  russischen  Beere  hatten
ihren  taktischen  Susammenhang  auch  hier  im  Süden  bewahrt  und
waren  7  neuen  Angriffen  bereit,  wenn  man  ihnen  Geit  ließ,  sich
zu  erholen.

Der  Feldzug  in  Serbien.

Je  weiter  die  Deutschen  in  Rußland  vorrückten,  desto  mehr  verengerte
  sich  der  Raum,  den  sie  zu  besetzen  hatten.  Die  rückwärtigen
Derbindungen  wurden  allerdings  um  so  länger;  die  Truppen  hier
brauchten  aber  bei  einer  größtenteils  freundlich  gesinnten  Bevölkerung
  in  der  Stappe  im  allgemeinen  nur  schwach  zu  sein,  und  an
Kampftruppen  wurde  jedenfalls  gespart.  Dieser  Umstand  ermöglichte