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tere  aber  sollte  sich  unter  dem  Befehl  des  Generals  Sarrail  in
Saloniki  sammeln.  Die  Ausschiffungen  dort  hatten  am  5.  Oktober
begonnen.  Die  Armee  sollte  auf  eine  Stärke  von  150  000  Mann
gebracht  werden,  erreichte  diese  Stärke  aber  nur  sehr  langsam
und  verfügte  in  den  entscheidenden  Tagen  vielleicht  nicht  über
60000—80  000  Mann  fechtender  Truppen.  Die  Serben  waren  im
ganzen  —  nach  deutscher  Berechnung  —  etwa  200000  Mann  stark.
Demgegenüber  hatten  die  Derbündeten  eine  nicht  unbedeutende
Überlegenheit  zusammengeführt  und  hatten  auch  in  dieser  Hinsicht
einen  raschen  Sieg  sichergestellt.

So  waren  die  Karten  gemischt,  als  das  Spiel  begann.

Der  Donauübergang  war  von  langer  Hand  vorbereitet,  ohne
daß  der  Feind  eine  Ahnung  davon  hatte.  Die  Lage  der  einzelnen
Batterien,  die  Unterkunft  der  Truppen  war  bestimmt.  Derpflegung
und  Munition  waren  vorgesehen,  die  rückwärtigen  Derbindungen
geregelt.  Das  Übergangsmaterial  über  die  Flüsse  war  bereitgestellt,
ebenso  die  Schiffsgefäße  für  den  Brückenbau.  Kurz,  es  war  alles
in  der  besten  Ordnung:  die  Truppen  brauchten  bloß  einzutreffen,  um
sofort  den  Ubergang  beginnen  zu  können.  Die  Überraschung  gelang
denn  auch  vollständig,  wie  seinerzeit  der  gewagte  Übergang  über
die  Weichsel.  Die  Serben,  durch  die  Entente  in  ihrer  Auffassung  bestärkt,
  glaubten  nicht  an  einen  Angriff  der  Deutschen  und  hatten  die
Masse  ihrer  Truppen  gegen  die  Bulgaren  aufgestellt.  Erst  im  letzten
Augenblick  hielten  sie  es  für  nötig,  die  Kräfte  im  Norden  zu  verstärken,
  was  dann  ziemlich  planlos  geschah.

Miemand  hielt  es  eben  für  möglich,  daß  die  verbündeten
Deutschen  und  Ssterreicher  die  große  Offensive  im  Gsten  durchführen
und  den  entscheidungsuchenden  Ansturm  im  Westen  siegreich  zurückweisen
  könnten,  während  sie  zugleich  einen  Dernichtungsangriff  gegen
Serbien  planten  und  durchführten.  Die  Leistung  ist  auch  in  der  Tat
eine  ungeheuere,  wie  wir  erst  in  vollem  Maße  sehen,  wenn  wir  erkennen,
  mit  welchen  Kräften  der  englisch-französische  Angriff  geführt
  wurde.  Voller  Bewunderung  steht  man  vor  den  Ceistungen
dieser  Armee,  die  Taten  vollbracht  hat,  wie  sie  die  Weltgeschichte
zweifellos  noch  nicht  geseben  hatte,  und  man  versteht,  daß  das
deutsche  Heer  nur  dem  deutschen  Volke  selbst  unterliegen  konnte.

Was  aber  die  Ententestaaten  gewiß  nicht  erwartet  hatten,  das
geschah  dennoch.  Schon  am  5.  Gktober  waren  die  Deutschen  und
Osterreicher  zum  Angriff  bereit,  und  bald  donnerten  die  Kanonen
auf  der  ganzen  für  den  Übergang  vorgesebenen  Cinie  der  Donau,
der  Save  und  der  Drinat).  Besonders  die  in  Aussicht  genommenen

1)  Die  deutschen  Truppen  bestanden,  abgesehen  vom  Alpenkorps,  aus  dem
X.  Reservekorps,  dem  IV.  Reservekorps,  dem  III.  Korps  und  dem  XX  II.  Reservekorps.
  Das  X.  Beservekorps  bestand  ans  der  lol.  und  der  105.  Division;  das
IV.  Refervekorps  aus  der  11.  baperischen,  der  los.  und  der  107.  Division;  das
III.  Korps  aus  der  6.  und  der  25.  Division.  Das  XXII.  Reservekorps  war  zu-