246

—

—  —

Dolk  beteiligte  sich  am  Widerstande.  Greise,  Weiber  und  Kinder
nahmen  an  der  Verteidigung  teil;  zugleich  entschlossen  sich  die  Serben,
den  Bulgaren  angriffsweise  entgegenzugehen,  um  damit  Zeit  für
den  sehnsüchtig  erwarteten  Vormarsch  der  englisch-französischen  Hilfsarmee
  zu  schaffen:  der  geordneten  Kraft  der  deutschen  Angreifer
aber,  die  auch  Esterreicher  und  Bulgaren  fortzureißen  vermochte,
konnten  sie  auf  die  Dauer  nicht  widerstehen.  Die  Hilfsarmee  aber
konnte  in  der  erwarteten  Seit  kaum  wirksam  werden,  da  sie  am
10.  Oktober  erst  etwa  35  000  Mann  ausgeschifft  hatte.

Nachdem  nämlich  der  VDormarsch  Mackensens  aufgenommen
worden  war  und  die  Bulgaren  in  Bewegung  gekommen  waren,
spielten  sich  die  Ereignisse  verhältnismäßig  schnell  ab.

Sunächst  zwar  gewannen  die  Angreifer  nur  langsam  Raum,  so
daß  es  der  über  Orsova  vorgehenden  Kolonne  erst  am  25.  Oktober
gelang,  die  Donau  zu  überschreiten  und  sich  dem  rechten  Flügel  der
Bulgaren  anzuschließen;  auch  verteidigten  sich  die  Serben  hartnäckig
  in  vielen  vorbereiteten  Stellungen  zwischen  der  Morava  und
der  Kolubara;  bald  aber  ging  der  Dormarsch  der  Derbündeten  unter
andauernden  Gefechten  und  fortwährenden  Geländeschwierigkeiten
gegen  die  Linie  Kraljewo  —Krusevac  vonstatten,  je  mehr  die  Widerstandskraft
  der  serbischen  Truppen  abnahm;  die  Derteidiger  der
Macwa  gingen  auf  die  gleiche  Cinie  zurück  wie  der  Rest  der  Armee,
um  nicht  abgeschnitten  zu  werden,  und  nur  die  bei  Disegrad  fechtenden
  serbischen  Truppen  erhielten  Befehl,  so  lange  als  möglich  zu
Bhalten,  um  das  Tal  der  serbischen  Morava  und  die  linke  Flanke  der
serbischen  Armee  zu  decken,  die  bei  Krusevac  eine  Schlacht  zu  liefern
beabsichtigte.  Sie  hoffte  noch  immer  auf  die  Bilfsarmee  der  Entente.

Mittlerweile  waren  auch  die  Bulgaren  vorgegangen.  Sie  trafen
schon  am  Grenzgebirge  auf  heftigen  Widerstand.  Die  1.  Armee
brach  am  21.  Oktober  zwischen  Sajecar  und  Knajevac  durch,  die
2.  Armee  aber,  die  sehr  bald  auf  drei  Divisionen  angewachsen  war,
während  eine  weitere  selbständige  Division  zwischen  Struma  und
Mesta  Sofia  deckte,  besetzte  schon  am  23.  Gktober  Usküb,  Kumanovo,
Dranje,  Deles  und  Istip.  Die  Franzosen  dagegen,  die  gleich  nach
ihrem  SEintreffen  nach  Norden  aufbrachen,  nahmen  am  gleichen
Tage  die  Wardarengen  bei  Demir-Kapu  in  Besitz.

Unbekümmert  um  diese  Derhältnisse  drangen  unterdes  Mackensens
  Armeen  nach  Süden  vor.  Sie  ließen  sich  weder  durch  die
4.  Isonzoschlacht,  in  der  die  Italiener  gerade  in  diesen  Cagen  Görz  und
Doberdo  bedrängten,  noch  durch  die  Kämpfe  in  Wolhvynien  und  in
der  Thampagne,  die  gerade  damals  tobten,  irgend  beeinflussen.  Dem
Feldmarschall  kam  es  nur  darauf  an,  den  Feind  zu  schlagen,  den  er
vor  der  Front  hatte,  wie  verzweifelt  sich  dieser  auch  an  das  äußerst
Hünstige  Gelände  klammern  mochte.  In  der  gleichen  Weise  aber
gingen  die  Zulgaren  vor.  Ihre  I.  Armee  —  die,  wie  sich  die  ver-Bältnisse
  gestaltet  hatten,  zu  weit  nördlich  aufmarschiert  war  und