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der  Grenze.  Diese  wurde  am  9.  Dezember  1915  südlich  Monastir,
am  13.  im  Wardartale  erreicht.

Wieder  hatte  die  Politik  eingegriffen,  die  überhaupt  unsägliches
Unglück  herbeigeführt  hat.

Die  Gründe,  die  für  diesen  Verzicht  der  geschlagenen  Orientarmee
  gegenüber  angeführt  werden,  sind  meines  Erachtens  keineswegs
  stichhaltig.  Mag  der  Feldzug  gegen  Serbien  immerhin  als
eine  Nebenoperation  betrachtet  worden  sein,  die  nicht  bestimmt  war,
einen  Entscheidungskampf  gegen  die  Entente  Berbeizuführen;  mag
man  noch  so  viel  Rücksichten  auf  die  schwierige  Lage  Griechenlands
haben  nehmen  wollen;  mag  man  immerhin  den  Wunsch  gehabt
haben,  die  Bulgaren  dadurch  am  Bündnis  mit  den  Mittelmächten  zu
erhalten  und  Kräfte  der  Entente  zu  binden,  daß  man  den  vereinigten
Franzosen  und  Engländern  gestattete,  sich  in  Saloniki  festzusetzen  und
zu  verschanzen:  niemals  durfte  ein  militärischer  Erfolg  aus  der  Hand
gegeben,  niemals  die  Möglichkeit  preisgegeben  werden,  die  Feinde
ins  Meer  zu  werfen  oder  zu  vernichten.

Es  war  keineswegs  anzunehmen,  daß  die  Griechen  den
Krieg  erklären  würden,  wenn  man  gegen  die  Staaten  vorging,
die  ihre  Meutralität  vergewaltigt  hatten.  Hatten  die  Verbündeten
ohne  Einwilligung  der  Griechen  in  aggressiver  Absicht  Saloniki  besetzt,
  so  war  es  den  Mittelmächten  zweifellos  gestattet,  sie  dort  in
defensiver  Absicht  anzugreifen,  ganz  abgesehen  davon,  daß  sich  ein
Modus  vivendi  mit  Griechenland  unter  allen  Umständen  hätte  finden
lassen.  Don  Saloniki  vertrieben,  hätten  die  Ententemächte  sicherlich
eine  andere  Operation  im  Grient  unternommen,  die  die  Bulgaren
im  Kriegszustande  mit  ihnen  erhalten  und  ihre  Armee  in  Anspruch
genommen  hätte.  Ein  Entscheidungskampf  im  Grient  aber  wäre
keinesfalls  für  die  Mittelmächte  entstanden.  Das  ließen  die  Derhältnisse
  ũüberhaupt  nicht  zu.  Michts  aber  wog  den  orteil  auf,  eine
starke  feindliche  Armee  zu  vernichten,  und  dazu  waren  die  besten  Aussichten
  vorhanden.  Ich  weiß  allerdings  nicht,  ob  die  rückwärtigen
Derbindungen  ein  sofortiges  Vorgehen  auf  Saloniki  mit  starken  Kräften
  gestattet  hätten.  Alles  aber  spricht  dafür,  daß  es  der  Fall  war;
sonst  hätte  man  eben  so  weit  als  möglich  vorgehen  und  vor  dem
entscheidenden  Angriff  die  rückwärtigen  Verbindungen  regeln  müssen,
was  zweifellos  möglich  war.  In  Wirklichkeit  aber  ließ  man  die
Franzosen  und  Engländer,  die  in  der  äußersten  Not  waren,  ruhig
abziehen  und  sich  verschanzen;  man  bereitete  ihr  zukünftiges  Eingreifen
  selbst  künstlich  vor.  Unsere  Holitik  hat  —  Bethmann  Hollweg
sei  dafür  bedankt  —  immer  nur  versucht,  auf  gütlichem  Wege  entstehende
  Konflikte  beizulegen;  sie  hat  nie  begreifen  wollen,  daß  die
Ententestaaten  zum  Außersten  entschlossen  waren,  und  hat  ihnen  daher
  immer  in  die  Hände  gearbeitet.  So  hat  sie  auch  hier  für  einen
scheinbaren  Dorteil  das  große  Endziel  aus  den  Augen  verloren.
Man  kann  nur  schmerzlich  bewegt  eine  solche  Holitik  verfolgen,  die