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sicht  des  allgemeinen  Angriffs  doch  noch  zur  Ausführung  kam,  stieß
der  Angreifer  auf  der  ganzen  Cinie  von  Neuville  bis  Vermelles  auf
entschlossenen  Widerstand  und  konnte  nur  geringe  Vorteile  erringen.
So  blieb  es  auch  die  folgenden  Tage.  Carency  ging  allerdings  verloren.
  Die  Besatzung  des  Ortes  mußte  kapitulieren,  als  sie  völlig
umschlossen  und  keine  Hilfe  mehr  zu  erwarten  war.  Die  Corettokapelle
  scheint  mehrfach  den  Besitzer  gewechselt  zu  haben,  blieb
aber  schließlich  in  der  Gewalt  der  Franzosen,  die  sie  am  II.  Mai
endgültig  erstürmten.  Im  übrigen  mußten  sie  sich  mit  der  Sroberung
von  Ca  Targette  und  des  Barrikadenweges,  der  erst  am  21.  Mai
genommen  wurde,  begnügen,  obgleich  sie  ihre  Angriffe  noch  einige
Seit  fortsetzten.

Auch  Feldmarschall  Baig  griff  am  15.  Mai  auf  ausdrücklichen
Wunsch  des  französischen  Feldherrn  noch  einmal  an  und  vereinigte
dieses  Mal  seine  gesamte  Macht  gegen  den  rechten  Flügel  des  Feindes.
Acht  Divisionen  drängte  er  in  einem  Streifen  zusammen,  der  etwa
eine  Meile  breit  war.  Aber  auch  in  dieser  Form  erstritten  die  Engländer
  keine  Erfolge.  Am  le.  Mai  gingen  die  Deutschen  zwar  etwa
500  m  zurück  und  überließen  den  Angreifern  eine  Strecke  von  etwa
3  km  Breite:  damit  aber  mußten  sich  die  Engländer  begnügen.  Swar
griff  Haig  am  18.  Mai  unter  dem  Schutz  einer  neuen  Artillerieschlacht
noch  einmal  an  und  erneuerte  diesen  Angriff  am  20.;  zwar  setzte  er
am  24.  noch  einmal  eine  frische  Division  ein  —  die  47.  —:  aber  es
blieb  alles  umsonst.  Wie  Foch  mußte  er  sich  geschlagen  geben;  die
französisch-englische  Entlastungs=  und  Durchbruchsoffensive  war  endgültig
  gescheitert,  ohne  daß  auch  nur  ein  Mann  deutscherseits  vom
Osten  hätte  herangezogen  werden  müssen.

B.  Sommerkämpfe  1915.

Die  große  Schlacht  im  Norden  war  geschlagen.  Engländer  und
Franzosen  hatten  nur  ein  äußerst  geringfügiges  Ergebnis  erzielt,
das  strategisch  überhaupt  nicht  ins  Gewicht  fiel.  Ein  neuer  großer
Schlag  wurde  vorbereitet,  der  alle  bisherigen  Erfahrungen  ausnutzen
und  das  siegreiche  Ende  des  Krieges  herbeiführen  sollte.  Während
aber  hierzu  alle  Vorbereitungen  getroffen  wurden,  dauerte  der
Kleinkrieg  überall  fort,  und  die  Derbündeten  suchten,  wo  es  nur
immer  ging,  örtliche  Vorteile  zu  erringen  und  den  Umstand  auszunutzen,
  daß  die  Hauptkräfte  der  Deutschen  im  Osten  gebunden
waren.  Dor  allem  war  General  Foch  in  dieser  Richtung  tätig.

Schon  am  20.  Mai  nahmen  die  Franzosen  das  ganz  umzingelte
Ablain  St.  Nazaire,  den  1.  Juni  die  am  Westausgang  von  Souchez
gelegenen  Trümmer  einer  Suckerfabrik.  Am  6.  Juni  griffen  sie  die
Stellung  Aix-Moulette—Souchez—östlich  Carency  an  und  am  Tage
darauf  die  Trümmerstätten  von  Teuville  und  Thelus.  Auch  Teuville
St.  Daast  ging  verloren.  Da  die  Franzosen  aber  sonst  nur  verschwindende
  Dorteile  erzielen  konnten,  griff  Foch  noch  einmal  mit  gewaltiger