258

die  Wiedereroberung  der  verlorenen  Stellungen.  In  den  Argonnen
ward  es  stiller.  Sarrail  aber  wurde  in  dem  Kommando  der  3.  Armee
durch  den  General  Humbert  ersetzt,  da  er  sich  seiner  Aufgabe  nicht
gewachsen  gezeigt  hatte.

C.  Die  Schlacht  bei  Loos  und  Souchez  und  die  HBerbstschlacht
  in  der  Champagne.

Während  aller  dieser  Kämpfe,  denen  immerhin  nur  eine  örtliche
Bedeutung  zukam,  waren  die  Dorbereitungen  für  den  entscheidenden
Angriff  in  Frankreich  ohne  Unterbrechung  nebenber  gegangen  und
hatten  ihren  Schatten  vorausgeworfen.  Joffre  glaubte  mit  ihnen
bestimmt  die  Kriegsentscheidung  herbeiführen  zu  können,  um  so
mehr,  als  auch  die  Engländer  ihre  Armee  wesentlich  verstärkt  hatten
und  ihm  bilfreiche  Hand  bieten  konnten.  Sie  waren  längst  zu  der
Überzeugung  gekommen,  daß  ihre  Armee,  wie  sie  in  den  Friedensverhältnissen
  vorgesehen  war,  viel  zu  schwackh  sei  für  die  Erfordernisse
  dieses  Krieges,  und  hatten  daher  nicht  nur  aus  den  Kolonien
Truppen  herangezogen,  sondern  waren  auch  darangegangen,  selbst
ihre  Freiwilligenarmee  so  viel  als  irgend  möglich  zu  vergrößern.
Mit  der  Organisation  der  so  entstehenden  Truppen  war,  wie  wir
wissen,  Lord  Kitchener  betraut  worden,  und  sie  wurden  daber  als
„Kitchener-Divisionen“  bezeichnet.  Von  ihnen  kam  im  Sommer  1015
ein  beträchtlicher  Teil  nach  Frankreich.  Ceider  habe  ich  nicht  feststellen
  können,  wie  viele  von  diesen  Truppen  zur  Seit  der  Berbstschlachten
  —  also  Ende  September  —  schon  auf  dem  Festlande  angekommen
  waren,  aber  Anfang  Februar  1916  war  die  englische
Armee  37  englische  Infanterie=  und  3  Kavalleriedivisionen  sowie
3  kanadische  Infanterie=  und  eine  desgleichen  Kavalleriedivision,  zusammen
  etwa  900000  Mann  stark.  Ein  großer  Teil  davon  ist
gewiß  schon  im  Herbst  1015  zur  Stelle  gewesen;  auch  die  indischen
Divisionen  scheinen  in  der  genannten  Sahl  mit  einbegriffen  zu  sein
und  waren  jedenfalls  anwesend.  Dementsprechend  dehnten  sich  die
Engländer  seit  Mitte  August  nach  Süden  aus  und  ersetzten  die
Franzosen  an  den  in  Frage  kommenden  Fronten.  Don  Cuinchy  bis
Cens  übernahmen  die  Engländer  die  Stellung.  Auch  südlich  von
Arras  traten  vielfach  Engländer  an  die  Stelle  der  Franzosen  und
ermöglichten  es  so  dem  General  Joffre,  eine  große  Menge  Dinisionen
  aus  der  Front  zu  ziehen  und  für  den  geplanten  Durchbruch
bereitzustellen.  Die  Engländer  ihrerseits  verdichteten  ihre  Linien,
indem  sie  entweder  die  neu  eintreffenden  Divisionen  in  die  Front
schoben  oder  hinter  ihr  zum  Angriff  bereitstellten.  Auch  die  Artillerie
  wurde  in  unauffälliger  Weise  vermehrt  und  schoß  sich  allmählich
  ein.  Auf  diese  Weise  wurden  eine  große  Menge  Truppen
an  den  entscheidenden  Stellen  versammelt,  wenn  sie  sich  auch  im
einzelnen  nach  den  vorhandenen  deutschen  Quellen  nicht  nachweisen
lassen.  Für  die  Franzosen  gilt  das  gleiche.