25
—  —  —  —  —  —

Joffres  Hlan  ging  dieses  Mal  dahin,  die  deutsche  Mitte  zu  umfassen.
  Er  wollte  einerseits  in  der  Champagne  zwischen  Auberive
und  Ville  sur  Tourbe  durchbrechen,  andererseits  zwischen  Arras  und
Ca  ZBassé,  während  auch  nördlich  letzteren  Ortes  die  Briten  einen
Nebenangriff  führen  sollten.  Auf  diese  Weise  hoffte  er  das  deutsche
Zentrum  zu  umfassen  und  zum  Rückzug  zu  zwingen,  indem  er  es
auf  seine  Verbindungslinien  zurückwarf  und  diese  zum  Teil  wegnahm.
  Der  hauptsächlichste  Druck  war  dabei  von  Süden  aus  gedacht.
  Rier  brauchte  Joffre  nicht  mit  den  als  Soldaten  immerhin
minderwertigen  Engländern  zu  rechnen;  hier  konnte  er  ganz  nach
eigenem  Ermessen  handeln,  und  hier  war  auch  die  strategisch  wichtigste
  Stelle.  «

Joffre  machte  daher  eine  ganze  Armee  frei,  die  lediglich  für  den
Angriff  verwendet  werden  sollte.  Für  die  Angriffsoperationen  sind
bestimmt:  „355  Divisionen  unter  General  de  Castelnau  in  der  Champagne;
  18  Divisionen  unter  General  Foch  im  Artois;  13  englische
Divisionen  an  Foch  nördlich  anschließend;  15  Kavalleriedivisionen,
darunter  5  englische.  Außerdem  stehen  zum  Eingreifen  bereit:  12  Infanteriedivisionen
  und  die  belgische  Armee.  Drei  Diertel  der  französischen
  Streitkräfte  nehmen  an  der  Schlacht  teil.  Sie  werden  unterstützt
  durch  2000  schwere  und  3000  Feldgeschütze,  deren  Munitionsausrüstung
  bei  weitem  die  zu  Beginn  des  Krieges  verfügbare  übersteigt.“
  So  lautete  der  Tagesbefehl  Joffres,  der  allen  Regimentern
vorgelesen  werden  sollte.  So  wurde  es  auch  ausgeführt.

Joffre  setzte  die  Divisionen  einzeln,  aber  nur  auf  kurze  Seit,  an
den  Stellen  ein,  an  denen  sie  verwendet  werden  sollten,  damit  sie
sich  orientieren  könnten.  Dabei  sollte  jede  nur  eine  Breite  von
1000  bis  1200  m  einnehmen  und  drei  Regimenter  in  die  Front

ellen.  Die  Gräben  —  sogenannte  Wabengräben  —  wurden  mit
ücksicht  auf  diese  SEntwicklung  ausgebaut.  Auch  gedeckte  Anmarschwege
  wurden  für  die  einzelnen  Regimenter  vorgesehen.  Die  Geschütze
  schossen  sich  auf  alle  möglicherweise  wichtigen  Hunkte  der
deutschen  Stellung  ein.  Fünf  Kavalleriedivisionen  wurden  in  verdeckten
  Unterkünften  aufgestellt,  um  den  mit  Sicherheit  erwarteten
Erfolg  auszunutzen.  Unzählige  Flieger  und  Fesselballone  halfen  beim
Einschießen  und  beim  genauen  Beobachten  der  deutschen  Stellungen
und  Derbindungen.  In  einer  geschlossenen  Masse  sollte  nach  einer
noch  nie  dagewesenen  Artillerievorbereitung  die  ganze  Armee  vorgehen,
  alle  deutschen  Linien,  in  denen  schon  die  Artillerie  alles
Ceben  getötet  haben  mußte,  siegreich  überschreiten  und  bis  ins
freie  Gelände  durchstoßen.  Don  Kopf  bis  zu  Fuß  wurde  die  Armee,
die  diese  Taten  verrichten  sollte,  frisch  bekleidet,  ausgerüstet  und  mit
Stahlhelmen  versehen.  Mit  der  Armee  von  Arras  zugleich  sollte  jene
in  der  Champagne  die  Artillerievorbereitung  beginnen  und  sollte
dort  der  entscheidende  Angriff  erfolgen.  Nichts  glaubte  man  dem