265

Swischen  dem  XII.  und  dem  VIII.  Reservekorps  wurde  das  aus  dem
Osten  erst  nach  Belgien  und  von  dort  in  die  Thampagne  herangezogene
  X.  Generalkommando  eingeschoben.  Das  Regiment  77  wurde
dem  IXII.  Reservekorps,  Regiment  92  der  Division  Ciebert,  Regiment
  70  der  56.  Division  auf  Kraftwagen  zugeschoben.  Der  20.
folgte  die  10.  Division.  Auch  die  57.  Reserve-Infanteriebrigade  kam
aus  Cothringen  heran,  aus  Flandern  eine  Infanteriebrigade  und
die  Artillerie  der  53.  Division,  und  endlich  wurde  die  U58.  Division
zunächst  als  Reserve  bereitgestellt  und  dann  regimenterweise  verwendet.


Da  auch  die  Artillerie,  wie  schon  gesagt,  sehr  wesentlich  verstärkt
wurde,  und  auch  die  Wucht  der  Angriffe,  die  am  27.  und  28.  erfolgten,
  sich  mit  der  der  ersten  Kämpfe  nicht  vergleichen  ließ,  verloren
  die  Deutschen  an  diesen  Tagen  nur  wenig  Gelände,  und  nur
an  wenigen  Hunkten  vermochten  die  Franzosen  in  die  neuen  deutschen
Stellungen  einzubrechen.  Dielfach  gelang  es  auch  den  Deutschen,  bereits
  verlorene  Geschütze  in  die  Stellung  zurückzubringen  oder  dem
Feinde  wieder  abzunehmen.  Nur  auf  dem  SEhrenberge  näördlich
Massiges  —  Kuppe  101  —,  an  dem  Kanonenberge  —  Kuppe  100  —
und  dem  zwischenliegenden  Sattel  machten  die  Feinde  dauernde
Fortschritte:  in  der  Mitte  dieser  Stellung,  an  dem  sogenannten  Zothewäldchen,
  scheiterten  alle  Angriffe.  So  zog  sich  der  Kampf  unentschieden
  mehrere  Tage  hin.  Endlich  aber  rafften  sich  die  Franzosen
  zu  einem  neuen  allgemeinen  Angriff  auf.  Sie  setzten  Divisionen,
  die  weniger  gelitten  hatten,  an  den  HKauptbrennpunkten  des
Kampfes  ein  und  zogen  neue  Divisionen  anderer  Kampfabschnitte
heran.  Auch  die  Artillerie  vollzog  in  diesen  Tagen  ihren  Stellungswechsel
  nach  vorwärts,  und  am  4.  Oktober  endlich  begann  von  neuem
das  Dernichtungsfeuer.

Den  6.  Oktober,  nach  48  stündigem  Trommelfeuer,  setzte  der  neu
Infanterieangriff  ein.  Er  hatte  längst  nicht  die  Wucht  des  ersten.  Im
allgemeinen  gelang  es  schon  der  deutschen  Artillerie,  ihn  abzuschlagen;
dennoch  drangen  die  Feinde  bei  der  20.  und  der  5.  Division  ein
—  Einbrüche,  die  teilweise  erst  am  8.  Oktober  wieder  ausgeglichen
werden  konnten  —,  und  bei  der  50.  Division  ging  die  Butte  de  Tahure
verloren,  die  die  Gegend  weithin  beherrschte.  Dagegen  blieben  am
linken  deutschen  Flügel  —  am  Kanonenberg  und  im  Aisnetal  —  alle
Angriffe  vergeblich.  Auf  deutscher  Seite  trafen  auch  jetzt  noch  Derstärkungen
  ein.  Die  5.  baverische  Division  von  der  Armeeabteilung
Strantz  löste  die  16.  Reservedivision  ab,  es  folgte  der  Rest  der
185.  Infanteriebrigade;  die  4.  Infanteriedivision  kam  aus  dem  Osten
als  Beeresreserve;  ihr  folgte  ebenfalls  aus  dem  Gsten  die  50.  Reservedivision,
  und  es  verstärkten  ferner  die  vordere  Cinie  die  7.  und
Teile  der  22.  Reservedivision.  Das  erschöpfte  X.  Korps  wurde  durch
das  IX.  abgelöst.

Unerhäört  schwierig  wurde  aber  zugleich  der  Machschub  an  Lebens-