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das  Unternehmen  aufzugeben.  Im  Gegenteil.  Je  unglücklicher  die
Russen  in  Europa  fochten,  desto  mehr  kam  es  darauf  an,  sie  von
Süden  her  zu  unterstützen.  Auch  war  es  von  äußerster  Wichtigkeit,
den  feindlichen  Kämpfern  in  Asien  die  Verbindung  mit  Konstantinopel
  abzuschneiden  und  sie  damit  ihrer  rückwärtigen  Derbindungen
zu  berauben.

Die  Engländer  bereiteten  daher  neue  Unternehmungen  vor
und  gaben  damit  den  Türken  die  Möglichkeit,  unter  deutscher  Anweisung
  sich  weiter  auf  die  Verteidigung  einzurichten.  Auch  hatten
die  Deutschen  Unterseeboote  ins  Mittelländische  Meer  geschickt,  um
die  Tätigkeit  der  feindlichen  Klotte  nach  Möglichkeit  zu  erschweren.
Als  erstes  erreichte  „U  51“  die  Dardanellen  am  25.  Mai  und  versenkte
  gleich  am  Tage  seiner  Ankunft  das  englische  Cinienschiff
„Triumpkh“,  dem  am  27.  Mai  das  15000-Tonnen-Schiff  „Majestic“,
das  die  Flagge  des  Admirals  Nicholson  trug,  auf  den  Grund  des
Meeres  folgte.  Andere  deutsche  D-Zoote  vernichteten  englische
Transport=  und  Nachschubdampfer  im  ganzen  Mittelländischen  Meer,
während  es  den  Türken  selbst  an  Munition  gebrach,  um  einen
9größeren  Angriff  zu  unternehmen.  Um  so  leichter  war  ein  solcher
für  die  Engländer,  die  über  eine  ungeheure  Menge  Kriegsmaterial
verfügten.  Sie  suchten  denn  auch  am  4.  und  24.  Juni  durch  gewaltige
  frontale  Dorstöße  gegen  die  türkische  Zentralstellung  bei
Krithia  durchzudringen,  wurden  aber  beide  Male  trotz  ihrer  überwältigenden
  artilleristischen  Überlegenheit  geschlagen.  Sie  faßten
nunmehr  den  Entschluß,  die  türkische  Stellung  auf  deren  rechtem
Flügel  zu  umfassen  und  so  zu  Fall  zu  bringen.

In  der  Suplabucht  wollten  sie  landen  und  über  Anaforta  gegen
die  türkische  Zauptstellung  und  deren  Derbindungen  vorbrechen.
Der  Plan  konnte,  wenn  überraschend  und  gut  ausgeführt,  zu  außerordentlichen
  Ergebnissen  führen,  doch  bedurfte  der  englische  Feldherr
  für  ihn  nicht  unbeträchtlicher  Unterstützungen.  England  stellte
sie  ihm  in  ausgiebigster  Weise  zur  Derfügung,  so  daß  er  zuletzt
über  zehn  englische,  zwei  australische,  eine  neuseeländische  und  eine
indische  Division  verfügte,  außerdem  aber  über  etwa  zwölf  Kavalleriebrigaden
  zu  Kuß  und  drei  Marinebrigaden.  Am  6.  August
waren  alle  Dorbereitungen  getroffen,  und  in  der  Nacht  zum  v.  August
begann  die  Umgehung,  während  zur  Täuschung  des  Feindes  zugleich
  in  der  Kront  energisch  angegriffen  wurde  1).  Mit  sechs  Divisionen
  wurde  der  umfassende  Angriff  zunächst  geführt;  auf  dem
Entscheidungsflügel  befehligte  General  Stopford,  der  hier,  wo  alles
auf  Schnelligkeit  und  Tatkraft  ankam,  nur  zögernd  und  methodisch
vorging.  Dadurch  gewann  der  deutsche  General  Liman  von  Sanders,
der  auf  türkischer  Seite  kommandierte,  Zeit,  Derstärkungen  heranzuführen.
  Entschlossen  schwächte  er  sich  auf  den  weniger  wichtigen

1)  Siehe  Karte  29.