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richt  von  der  Niederlage  der  englischen  Tigris-Armee  bei  Ktesiphon,
unweit  Bagdad,  erbielt.

General  WMunro,  der  Jan  Zamilton  mittlerweile  ersetzt  hatte,
räumte  daher  in  der  Nacht  vom  10.  zum  20.  Dezember  1015  die
Suplabai,  und  in  den  Vächten  vom  8.  zum  9.  und  vom  9.  zum
10.  Januar  1916  die  übrigen  besetzten  Stellen  der  Halbinsel
Gallipoli,  nachdem  er  vorher  HPferde  und  Maultiere  hatte  töten
lassen  und  vom  6.  Januar  an  seinen  Abzug  durch  eine  heftige  Kanonade
  der  Flotte  gedeckt  hatte.  Auch  die  Munitionsstapel  an  Land
wurden  zum  Teil  in  die  Luft  gesprengt.  Den  Türken  blieb  dennoch
  eine  reiche  Beute  an  Cebensmitteln  und  Kriegsgerät.  Es
war  die  höchste  Seit  gewesen,  daß  die  Räumung  stattfand,  denn
die  bei  der  türkischen  Armee  neu  angekommenen  schweren  Geschütze
  mit  der  nötigen  Munition  räumten  gewaltig  in  den  englischen
Reihen  auf.  Der  Erfolg  des  Balkanfeldzuges  machte  sich  geltend.

Aber  auch  die  Derluste  der  Türken,  die  im  ganzen  von  etwa
500  Deutschen  —  Offiziere,  Unteroffiziere  und  Mannschaften  —
unterstützt  worden  sind,  waren  sehr  bedeutend.  Don  ihnen  haben
„im  Böchstpunkte  der  Kämpfe  22  Divisionen  auf  Haupt-  und  Tebenfronten
  und  als  Reserven  unter  dem  Befehl  der  5.  Armee  gestanden“,
  die  mit  der  Derteidigung  der  Dardanellen  betraut  und
vom  Marschall  Liman  von  Sanders  kommandiert  war.  Sie  verloren
  im  ganzen  66  000  Tote  und  152  000  Derwundete,  von  denen
nur  44000  wieder  zum  Dienst  zurückgekehrt  sind.  Die  Engländer
aber,  die  zweifellos  sehr  viel  mehr  verloren  haben,  verstanden
es,  ihrem  Abzug  von  den  Dardanellen  insofern  den  Charakter  einer
moralischen  und  sachlichen  Tiederlage  bis  zu  einem  gewissen  Grade
zu  nehmen,  als  sie  den  Grient  keineswegs  preisgaben,  sondern  von
neuem  den  Dersuch  machten,  vom  östlichen  Mittelmeer  aus  entscheidend
  in  die  Ereignisse  einzugreifen.  Sie  gingen  nicht  einfach
von  den  Dardanellen  etwa  nach  Agppten  zurück,  sondern  besetzten
mit  ihrer  freiwerdenden  Armee  Saloniki,  das  sie  zu  einem  großen
Waffenplatz  ausbauten.  Es  war  anfänglich  nur  besetzt  worden,
um  von  hier  aus  Serbien  unterstützen  zu  können:  jetzt  wurde  es
ein  zweiter  Stützpunkt  der  Entente  im  Grient,  von  dem  aus  man
von  neuem  die  Derbindung  zwischen  Esterreich  und  Konstantinopel
bedrohen  konnte.  Die  ungeheure  Ubermacht,  über  die  die  Ententestaaten
  verfügten,  ermöglichte  ihnen  eine  solche  ZKandlungsweise,
die  unter  gewöhnlichen  Umständen  als  exzentrische  Operation  hätte
betrachtet  werden  müssen.  Um  so  mehr  war  es  ein  gewichtiger
Fehler  der  Mittelstaaten,  daß  sie  die  Armee  in  Saloniki  nicht  angriffsweise
  bekämpften  und  ins  Meer  warfen,  als  es  noch  Zeit  war,  was
sie  bei  der  Derletzung  der  griechischen  Meutralität  durch  die  Entente
sehr  wohl  hätten  tun  können,  sondern  von  der  griechischen  Grenze
aus  ruhig  zusahen,  bis  die  Derhältnisse  und  die  Stärke  der  Armee
ihr  ein  entscheidendes  Eingreifen  ermöglichten.