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Die  Kämpfe  in  Asien,  der  Seekrieg  und  die  Kämpfe
in  unseren  Kolonien.

Während  an  den  Dardanellen  um  die  freie  Durchfahrt  ins
Schwarze  Meer,  den  Besitz  Konstantinopels  und  damit  zugleich
um  die  Derbindungen  der  türkischen  Armeen  in  Asien  gerungen
wurde,  die  alle  von  der  Hauptstadt  abhängig  waren,  ging  der
Kampf  in  Asien  selbst  unentwegt  weiter.  In  Kankasien  war  ohne
Entscheidung  gefochten  worden.  In  Hersien  hatten  die  Türken
versucht,  die  russischen  Zesatzungen  aus  dem  Bergland  am  Urmiasee
  zu  vertreiben,  und  hatten  Teile  von  Aserbeidschan  besetzt.  Ungünstig
  für  die  Türkei  hatten  sich  die  Derhältnisse  am  Suezkanal
gestaltet.  Swar  waren  El  Arisch  am  Mittelländischen,  und  Akaba
am  Roten  Meer  von  ihnen  besetzt  worden,  weiter  aber  hatten  sie
angesichts  der  großen  zu  überwindenden  Schwierigkeiten  nicht  vorzudringen
  vermocht;  gegen  den  Suezkanal  hatten  nur  kleinere  Unternehmungen
  stattgefunden,  die  unmöglich  zu  einem  irgend  ins  Gewicht
fallenden  Ergebnis  führen  konnten,  wie  es  denn  überhaupt  eine
arge  Uberschätzung  der  türkischen  Kampfkraft  war,  wenn  man
glaubte  —  wie  das  anfangs  wohl  der  Fall  war  —,  daß  die  Türken
irgend  etwas  gegen  Agppten  ausrichten  könnten.  In  Arabien  endlich
  war  ein  selbständiges  Königreich  durch  englisches  Geld  entstanden,
  als  dessen  Herrscher  der  Beduinenhäuptling  Russein  eingesetzt
  worden  war,  und  ein  durch  England  angeregter  Aufstand
der  Araber  bedrohte  die  heiligen  Stätten  Mekka  und  Medina.  Stwa
zwei  türkische  Divisionen  waren  im  Hedschas  von  der  Heimat  abgeschnitten
  worden.  Die  Ausrufung  des  heiligen  Krieges,  die  im
November  1914  erfolgte  und  alle  Mohammedaner  um  die  Fahne
des  Kalifen  scharen  sollte,  hatte  sich  als  ergebnislos  erwiesen.  Der
Islam  hatte  seine  werbende  Kraft  verloren.  Dennoch  wehrten
sich  die  Cürken  in  heldenhafter  Weise.  Fast  das  ganze  Jahr  1915
hielten  sie  die  Kriegslage  auf  dem  armenisch-kaukasisch-persischen
Kriegstheater  in  der  Schwebe,  und  erst  im  Herbst,  als  Großfürst
Nikolai  Nikolajewitsch  den  Oberbefehl  über  die  Russen  übernommen
und  bedeutende  Derstärkungen  aus  Sibirien,  dem  Kaukasus  und
Turkestan  #erangezogen  hatte,  mußten  sie  Kaukasien  und  Aserbeidschan
  räumen.  Den  Angriff  auf  den  Suezkanal  gaben  sie  überhaupt
  ganz  auf,  und  auf  der  Balbinsel  Sinai  und  in  Arabien  fanden
nur  Kleinkämpfe  statt;  im  Movember  l0l5  landete  ein  russisches  etwa
50000  Mann  starkes  Heer  unter  Baratow  bei  Rescht  am  Kaspischen
Meer  und  marschierte  auf  Tekeran,  wie  es  scheint,  um  Nordpersien
in  Besitz  zu  nehmen.  Gleichzeitig  gingen  die  Türken  über  den
Sagrospaß  in  die  Cinie  Sultanabad—Bamadan—Sinna  vor.  Der
Bauptkriegsschauplatz  aber  lag  in  Mesopotamien.

Die  Türken  versammelten  bei  Bagdad  unter  Goltz-Hascha  ein