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starkes  Heer,  das  dicht  südlich  der  Stadt  bei  Ktesiphon  eine  befestigte
Stellung  bezog.  Die  anatolische  und  die  Bagdadbahn  standen  ihnen
hier  bis  Ras  el  Ain  zur  Verfügung.  Sie  waren  allerdings  in  erheblicher
  Ausdehnung  bei  Adana  unterbrochen  und  durch  Kraftwagenverkehr,
  später  durch  eine  Kleinbahn,  ersetzt,  da  die  Tunnels
durch  den  Taurus  noch  nicht  fertig  waren.  Don  Ras  el  Ain  bis
Samarra  war  man  auf  Candtransport  angewiesen.  Das  Schlußstück
Samarra—SBagdad  war  jedoch  als  Kleinbahn  im  BZetrieb.  Auch
konnte  man  den  Wasserweg  auf  dem  Euphrat  benutzen.  So  war
allerdings  die  rückwärtige  Derbindung,  wenn  auch  unsicher,  so  doch
einigermaßen  hergestellt,  und  überall  waren  Deutsche  bemüht,  den
Derkehr,  dem  Kohlen  und  Holz  mangelten,  zu  regeln  und  den  Bahnbau
  zu  fördern.

Gegen  diese  Aufstellung  rückten  die  Engländer  unter  General
Townshand  an.  Sie  waren  im  Januar  1015  im  WMündungsgebiet
des  Schatt-el-Arab,  aus  Indien  kommend,  gelandet,  langsam  unter
vielen  Schwierigkeiten  vorgerückt,  um  auf  Bagdad  und  Mosul  vorzustoßen,
  und  griffen  nun  am  25.  Movember  die  Stellung  von
Ktesiphon  an.  Rierbei  erlitten  sie  eine  schwere  Niederlage  und
mußten  sich,  da  sie  auch  im  Rücken  durch  arabische  und  kurdische
Streifscharen  bedroht  waren,  in  Kut  el  Amara  einschließen.  So
endete  auch  hier  das  Jahr  1015  mit  einem  entschiedenen  Siege  der
Mittelmächte.  Aber  eine  Entscheidung  wurde  auch  auf  diesem
Kriegsschauplatz  nicht  erfochten,  obgleich  der  deutsche  Feldmarschall
von  der  Goltz  Hascha  den  Befehl  über  die  Türken  übernommen
hatte  und  diese  also  auch  auf  diesem  Kriegsschauplatz  von  Deutschen
  geführt  wurden.

Sbensowenig  brachte  diesen  letzteren  der  Krieg  zur  See  durchschlagende
  Erfolge,  und  doch  war  er  von  entscheidender  Zedeutung.
Rier  machte  sich  wieder  der  unheilvolle  Einfluß  unserer  politischen
Ceitung  geltend.  Sie  konnte  sich  zu  einem  ganzen  Entschlusse  nicht
aufraffen,  sondern  war  auch  jetzt  wieder  bemüht,  durch  fortwährendes
  Nachgeben  Amerika  vom  Kriege  abzuhalten,  was,  wie  man
schon  damals  hätte  übersehen  können,  ihr  auf  die  Dauer  doch  nicht
gelingen  konnte.  jzedenfalls  war  die  Theorie,  Amerika  durch
eigenes  Entgegenkommen  nachgiebig  zu  stimmen,  durchaus  verfehlt.
Man  gab  damit  nur  die  eigene  Schwäche  bekannt  und  reizte  Amerika
zu  immer  größerer  Selbstsucht.  Wieder  beging  man  den  grundlegenden
  Fehler,  die  eigenen  Wünsche  zur  Richtschnur  der  Oolitik  zu
machen,  anstatt  die  in  Frage  kommenden  Staaten  rein  sachlich  zu  beurteilen
  und  danach  das  eigene  Derhalten  zu  bestimmen.  Man
wünschte  Amerika  vom  Kriege  fernzuhalten  und  hielt  es  daher  auch
für  möglich.  Man  hätte  sich  einfach  die  Frage  vorlegen  sollen,  ob
der  Krieg  überhaupt  zu  gewinnen  sei,  wenn  England  nicht  wirtschaftlich
  niedergekämpft  werde,  und  zweitens,  ob  der  U-Boot-Krieg
hierfür  das  geeignete  Mittel  sei.  Die  erste  Krage  mußte  zweifellos