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die  Mittelmächte  beim  Beginne  des  Jahres  191l6  in  die  Wege  leiten
würden.  Dabei  war  es  natürlich  unerläßlich,  daß  die  Kriegshandlungen
  zusammenklangen,  daß  sie  von  einem  einheitlichen  Gesichtspunkt
  aus  geleitet,  daß  ein  einheitlicher  Sweck  verfolgt  würde.  Die
Entente  mußte  niedergeworfen  werden:  daraus  ergab  sich  dann  von
selbst,  daß  die  Einzelstaaten  der  Mittelmächte  auch  ihre  besonderen
Dorteile  erlangen  konnten.  Auf  den  Sieg  kam  es  an,  denn  er  regelte
alles  andere.  Ihm  musßten  alle  besonderen  Zücksichten  untergeordnet
werden.  Auch  mußte  er  gegen  England  und  Frankreich  erfockten
werden,  denn  mit  der  Miederlage  dieser  beiden  Staaten  fiel  das
Bündnis  gegen  die  Wittelmächte  auseinander.  Beide  konnten  an  und
für  sich  zu  Lande  und  zur  See  gefaßt  werden.  Zu  Lande  war  aber
der  Angriff  zur  Seit  unmöglich.  Solange  man  in  Rußland  und  Jtalien,
  in  Saloniki  und  Rumänien  gebunden  war,  konnte  man  unmöglich
  die  Truppenmassen  zusammenbringen,  die  nötig  waren,  um  die
englisch-französische  Heeresmacht  im  Westen  endgültig  niederzukämpfen.
  Es  war  das  um  so  mehr  unmöglich,  als  England  im  Begriff
  war,  die  allgemeine  Wehrpflicht  einzuführen  und  mit  ihr  sein
Beer  wesentlich  zu  verstärken.  Auch  war  Frankreich  noch  entfernt
nicht  so  blutleer,  daß  es  den  Kampf,  in  dem  es  sich  um  sein  Dasein
handelte,  mit  Hilfe  Englands  nicht  noch  lange  hätte  fortsetzen  können,
wenn  es  mit  allzu  schwachen  Kräften  angegriffen  wurde.  Man  mußte
also  auch  jetzt  noch  im  Westen  so  lange  defensiv  bleiben,  bis  man  die
Feinde  im  Osten  und  Süden  völlig  niedergeworfen  und  die  dort  gebundenen
  Truppen  freigemackt  hatte,  was  nicht  der  Fall  war.

Auch  Esterreich  hatte  das  gleiche  Interesse.  Es  konnte  sein  staatliches
  Dasein  nur  retten,  wenn  Frankreich  und  England  niedergeworfen
  wurden.  Seine  besonderen  Interessen  wurden  dann  von  selbst
erledigt.  Alle  Erwägungen,  die  zu  einem  anderen  Ergebnis  führen,
müssen  als  irrtümlich  bezeichnet  werden.  Gewiß  lief  man  damit  die
große  Gefahr,  daß  die  Truppen,  die  dauernd  im  Westen  gegen  eine
gewaltige  Übermacht  in  der  Derteidigung  zu  kämpfen  hatten,  mit  der
Seit  versagen  würden;  focht  man  doch  dort  schon  im  Frühjahr  1016
mit  2550  000  Mann  gegen  34%  000  Mann,  also  gegen  eine  Uberlegenheit
  von  1120  000  Mann.  Doch  diese  Gefahr  mußte  man  eben
auf  sich  nehmen  unter  Berücksichtigung  des  Umstandes,  daß  jeder
andere  Weg  ziemlich  sicher  ins  Derderben  führte.

Anders  lagen  die  Dinge  zur  See.  «

Hier  kam  Osterreich  weniger  in  Betracht,  da  es  keine  Schiffe  in
der  Nordsee  und  im  Atlantischen  Ozean  hatte  und  daher  keinerlei
Gefahr  lief,  mit  Amerika  zusammenzustoßen.  Immerhin  waren  seine
Interessen  die  gleichen  wie  die  Deutschlands.  Die  Entente  mußte
niedergeworfen  und  Englands  Seeherrschaft  gebrochen  werden,  wenn
Osterreich  so  gut  wie  Deutschland  weiterbestehen  sollte.  So  mußte
sich  die  Doppelmonarchie  mit  ganzer  Kraft  gegen  England  wenden
und  dessen  Seeherrschaft  niederkämpfen  helfen,  wozu  man  in  der

v.  Bernhardi,  Deutschlands  Heldenkampf.  19