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Unterseebootwaffe  ein  scheinbar  untrũgliches  Mittel  besaß.  Freilich
lief  man  dann  die  Gefahr,  Amerika  dennoch  in  die  Schranken  zu
fordern.  Diese  Gefahr  aber  mußte  hingenommen  werden,  wie  ich
schon  an  anderer  Stelle  dargelegt  habe;  denn  man  konnte  bestimmt
hoffen,  England  niedergekämpft  zu  haben,  bevor  Amerika  waffenstark
  auf  dem  Schauplatz  erscheinen  konnte.  Auch  hierin  konnte  man
sich  natürlich  irren.  Im  Kriege  aber  ist  kein  Erfolg  sicher,  und  nur
der  gewinnt,  der  zu  wagen  versteht.

So  steht  denn  zweifellos  fest,  daß  man  gegen  die  Armeen  im
Westen  zunächst  noch  auf  der  Derteidigung  bleiben,  dafür  aber  gegen
die  Handelsflotten  Englands  mit  allen  Mitteln  des  U--Boot-Krieges
vereint  vorgehen  und  offensiv  siegen  mußte.  Im  Csten  und  Süden
war  ebenso  fraglos  der  Angriff  noch  immer  geboten,  und  es  fragte
sich  nur,  gegen  welchen  der  Feinde  man  sich  zuerst  wenden  solle.

Rußland  stand  außer  Frage.  Es  bot  nirgends  die  Möglichkeit,
es  in  einer  begrenzten  Operation  niederwerfen  zu  können.  Rumänien
war  noch  immer  schwankend;  es  lieferte  gerade  jetzt  LCebensmittel,
deren  man  nicht  entraten  konnte;  gegen  Saloniki  hätten  erst  Bahnen
und  Straßen  gebaut  und  fahrbar  gemacht  werden  müssen,  bevor  man
dort,  nachdem  man  die  Derstärkung  der  dortigen  Armee  ruhig  mit
angeseken  hatte,  mit  stärkeren  Kräften  Rätte  vorgeben  können.  Es
blieb  also  nur  Jtalien  übrig.  Bier  aber  lag  die  Entscheidung  auf  der
Hand.  33  Divisionen  mit  457  Bataillonen  und  450  Batterien  und
außerdem  zahlreiche  schwere  Geschütze  hatte  Jtalien  zwischen  den
Alpen  und  dem  Adriatischen  Meer  vom  unteren  Hiave,  etwa  von
Feltre  aus  in  nordwestlicher  Richtung  bis  an  die  Alpen,  aufgestellt.
Nur  5  Divisionen  mit  53  Bataillonen  und  etwa  100  Batterien  sollten
als  I.  Armee  auf  einer  180  km  langen  Front  zwischen  den  Ostarmeen
  und  dem  Stilfser  Joch  den  Rücken  dieser  Angriffsarmeen
nach  Torden  gegen  Tirol  decken.  Dabei  war  Derona  von  Görz  etwa
200  km  entfernt,  Rofreit,  der  südlichste  Hunkt  der  österreichischen  Aufstellung
  aber  nur  50  km.  Ein  energischer  Doppelangriff  am  Isonzo
und  aus  Tirol  konnte  daher  in  kürzester  Zeit  Derona  erreichen.  Während
  ein  Angriff  am  Jsonzo  die  italienischen  Rauptkräfte  fesselte,
konnte  man  von  Cirol  ans  auf  kürzestem  Wege  in  ihren  Rücken
stoßen  und  so  die  ganze  italienische  Hauptarmee  abschneiden
und  vernichten.  Dezember,  Januar  und  Februar  bis  etwa  MWitte
Wärz  ist  zudem  in  Tirol  jede  Operation  möglich,  da  dann  der  gefrorene
  Schnee  trägt  und  den  Angriff  überall  gestattet.  Mit  genügenden
Kräften  unternommen  und  energisch  durchgeführt,  mußte  ein  solcher
doppelseitiger  Angriff  gelingen  und  die  italienische  Armee  zur  Strecke
bringen.  Dann  aber  konnte  man,  Jtalien  mit  schwachen  Kräften  beschäftigend,
  Krankreich  an  seiner  Alpengrenze  bedrohen  und  zur
Schwächung  seiner  Kront  gegen  Deutschland  zwingen.  Man  konnte
erhebliche  österreichische  Kräfte  frei  machen  und  sie  nach  Umständen
verwenden:  entweder  gegen  Rumänien  oder  zum  Angriff  der  Armee