281

in  Saloniki.  Der  Angriff  dahin  mußte  jedenfalls  durch  Ausbau  der
rückwärtigen  Derbindungen  vorbereitet  werden.  Auch  konnte  man
mit  ziemlicher  Bestimmtheit  annehmen,  daß  Rußland,  wenn  es  nicht
selbst  angegriffen  wurde,  seinerseits  zum  Angriff  schreiten  und  so  die
Möglichkeit  bieten  würde,  es  zu  schlagen.  Auch  machten  sich  in  Rußland
  schon  die  Dorboten  der  Revolution  bemerkbar,  die  unter  Umständen
  die  ganze  politischee  und  militärische  Lage  ändern  konnte.

Das  ungefähr  waren  die  Erwägungen,  die  man  hätte  anstellen
müssen.  Auf  dem  Westkriegsschauplatze  durfte  keinesfalls  die  Entscheidung
  gesucht  werden,  denn  es  konnte  mit  Sicherheit  vorausgesehen
  werden,  daß  sie  ungünstig  ausfallen  würde.  Auch  war  es

.  *

—.  —.  —  —

.!  .  —  -  "

1.  "F6  00  rie  7  -  «:-..ä
«  ,  E—  —
1  —  ———.  «  ——-—·-I

  —  S—
Jr-  ½24

D  —
o--  s—xtx  —

——  ZE22—.

Karte  47.  Die  Derteilung  der  Gruppen  an  der  italienischen  Front.

durchaus  verfehlt,  die  Kriegsunternehmungen  Deutschlands  und
Esterreichs  gesondert,  als  etwas  voneinander  ganz  Unabhängiges
zu  betrachken:  etwa  den  Krieg  in  Jtalien  als  eine  Angelegenheit,  die
besonders  Esterreich  anginge.  Das  Ergebnis  mußte  jedenfalls  die
Gesamtheit  treffen.

Dennoch  geschah  das  Unglaubliche:  Deutschland  lehnte  den  Antrag
  Esterreichs,  zunächst  Jtalien  niederzuwerfen,  glatt  ab  und  entschied
  sich  dafür,  die  Entscheidung  in  Frankreich  zu  suchen;
Esterreich  aber  gab  seine  Absichten  gegen  Ztalien  nicht  auf  und  beharrte
  dabei,  sie  auch  ohne  Deutschland  durchzuführen.  Ja  noch
mehr:  Wo  die  größte  Einigkeit  eine  Lebensfrage  war,  suchten  die
beiderseitigen  Heeresleitungen  ihre  Unternehmungen  voreinander  zu
verheimlichen!  Es  war  ein  frivoles  Spiel,  das  sie  —  selbstredend