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nicht  für  angezeigt,  zurückzutreten,  wie  es  in  einem  ähnlichen  Falle
der  Admiral  Bachmann  getan  hatte,  sondern  blieb  unverständlicherweise
  in  seiner  Stellung.  Die  einzige  richtige  Antwort  auf  Amerikas
Begehren  wäre  die  sofortige  Eröffnung  des  unbeschränkten  U-Zoot-Krieges
  gewesen,  zu  dem  Deutschland  in  vollem  Maße  berechtigt  war.

Es  geschah  also  gerade  das  Gegenteil  von  dem,  was  nach  vorurteilsloser
  Beurteilung  der  Lage  hätte  geschehen  sollen:  der.  un-ä
beschränkte  Handelskrieg  gegen  England,  der  nach  sachverständigem
Urteil  allein  geeignet  war,  diesen  Staat  zum  Frieden  zu  zwingen,
wurde  eingestellt,  die  Entscheidung  des  Krieges  aber  wurde  in  Frankreich
  gesucht,  wo  sie  keinesfalls  zu  erreichen  war.  Der  Angriff  auf
Saloniki  wurde  nicht  vorbereitet,  und  gegen  Rumänien  wurde  auch
diplomatisch  nichts  unternommen,  um  gegen  diesen  Staat  eine  gewisse
  Sicherung  zu  gewinnen.

In  Frankreich  wurde  Derdun  zum  Angriffspunkt  gewählt,  nachdem
  ein  vorgeschlagener  Durchbruchk  durch  die  feindliche  Front  in
der  Theorie  zwar  angenommen,  praktisch  aber  verworfen  worden
war.  Es  waren  viele  Gesichtspunkte,  die  zu  der  getroffenen  Wahl
des  Angriffspunktes  führten.  Es  unterliegt  keinem  Sweifel,  daß  eine
Eroberung  dieser  Stadt  einen  gewaltigen  moralischen  Eindruck  in
Frankreich  gemacht  und  die  rückwärtigen  Derbindungen  der  deutschen
Armee  in  zuverlässiger  Weise  gesichert  hätte.  Schon  ein  Blick  auf  die
Karte  genügt,  um  zu  erkennen,  wie  die  Festung  Derdun  den  Angelpunkt
  der  ganzen  französischen  Front  bildete,  und  wie  es  —  wenn
dieses  Bollwerk  einmal  gefallen  war  —  verhältnismäßig  leicht  sein
mußte,  in  das  Herz  Frankreichs  einzudringen.  Andererseits  war  zu
berücksichtigen,  daß  Derdun  als  Festung  besonders  stark,  daß  es  aber
außerdem  durch  das  umgebende  Gelände  besonders  geschützt  war
und  seiner  Bedeutung  wegen  durch  die  besten  Truppen  Frankreichs
verteidigt  werden  würde.  Die  Cötes  Corraines  und  die  es  auch  im
Norden  umgebenden  Höhen  deckten  es  im  Derein  mit  den  Befestigungswerken,
  und  es  mußte  von  durchschlagendem  moralischen  Erfolge
sein,  wenn  es  dem  Feinde  gelang,  diesen  Hlatz  trotz  aller  Anstrengungen
  des  Angreifers  zu  behaupten.  Ob  endlich  die  Eroberung  Derduns
  genügen  würde,  um  das  Ende  des  Krieges  Berbeizuführen,
war  mehr  als  fraglich.  England  durch  diesen  Angriff  indirekt  zu
treffen,  war  jedenfalls  eine  verfehlte  Hoffnung.  Man  konnte  wohl
Krankreich  zu  Fall  bringen,  wenn  man  in  England  den  Willen  zum
Widerstande  brach,  niemals  aber  konnte  man  auf  das  Umgekehrte
rechnen.  Wenn  man  England  auf  dem  Festlande  nicht  niederwerfen
konnte,  so  mußte  um  so  mehr  der  unbeschränkte  U-Boot-Krieg  einsetzen:
  und  gerade  dieser  war  verhindert  worden.  So  müssen  dem
rückwärts  Schauenden  der  ZReichskanzler  v.  Bethmann  Hollweg,  der
den  U-Boot-Krieg  verhinderte,  und  der  General  von  Falkenhayn,
der  den  Angriff  im  Westen  beschloß  und  ihn  auf  Verdun  lenkte,  nachdem
  er  schon  im  Jahre  1015  die  mögliche  Sertrümmerung  der  russi-