285

einem  gewissen  Grade  erreicht  worden  zu  sein.  So  wurde  der  Hartmannsweiler
  Kopf,  der  von  den  Franzosen  schon  am  21.  Dezember
1915  genommen  worden  war,  am  25.  von  einer  Landwehrbrigade  zurückerobert,
  und  am  8.  Januar  1916  auch  der  Hirzstein  wieder  in
deutsche  Gewalt  gebracht,  der  mittlerweile  vom  Feinde  erstritten
worden  war.  Die  3.  Armee  focht  vom  9.  bis  12.  Januar  1016  glücklich
  bei  der  Maison  de  TChampagne,  während  die  2.  Armee  am  28.
und  20.  Jannuar  bei  Frise  südlich  der  Somme  einen  schönen  Erfolg
errang,  und  zu  gleicher  Seit  die  6.  bei  Teuville  St.  Daast  dem  Feinde
beiderseits  der  Straße  von  Vimy  über  2000  m  Gräben  abnahm.
Auch  die  Bäusergruppe  von  St.  Laurent  fiel  in  deutsche  Hand  und
wurde  am  30.  und  31.  Januar  1016  gegen  starke  Gegenangriffe  erfolgreich
  verteidigt.  Am  8.  Februar  wurde  auch  westlich  von  Dim'
erfolgreich  gefochten,  und  vom  9.  bis  22.  Februar  wurde  dem  Feinde
bei  Souchez  ein  Stück  Gelände  in  einer  Breite  von  1600  m  bei  2  km
Tiefe  abgerungen,  was  die  eigene  Stellung  wesentlich  verbesserte.
Vom  12.  bis  14.  Februar  nahm  die  5.  Armee  ihrerseits  verschiedene
Gräben  und  Geländestücke  bei  St.  Marie  à  Py  und  Tahure,  während
gleichzeitig  die  Armeeabteilung  Gaede  am  äußersten  Südflügel  des
Heeres  zwischen  Altkirch  und  der  Schweizer  Grenze  im  Tale  der  Larg
in  die  französischen  Stellungen  einbrach  und  sich  der  Orte  Cargitzen,
Ober=  und  Niedersept  bemächtigte.  Auch  an  der  englischen  Front
wurde  gefochten.  Hier  nahmen  die  Deutschen  südlich  Upern  am
15.  Februar  1016  ein  800  m  breites  Grabenstück  und  fügten  dem
nördlich  Upern  am  20.  Februar  noch  einen  Gewinn  von  350  m
hinzu,  während  in  der  Nacht  vom  24.  auf  den  25.  Februar  ein  Angriff
  des  Feindes  bei  Armentieres  zurückgewiesen  wurde.  Am  28.  Febrnar
  wurde  von  der  3.  Armee  die  Ferme  kravarin,  die  verloren
worden  war,  zurückerobert  und  am  10.  März  endlich  —  wie  schon
jetzt  vorgreifend  bemerkt  sei  —  bei  Vermelles  ein  Stück  Gelände  zurückerobert,
  das  am  2.  März  im  Minenkampf  an  die  Engländer
verlorengegangen  war.  —

Für  den  Angriff  auf  Verdun  selbst  war  zunächst  der  12.  Februar
1016  festgesetzt.  Man  wollte  offenbar  so  frühzeitig  wie  möglich  mit
dem  entscheidenden  Angriff  beginnen,  um  den  Rüstungen  der  Feinde
zuvorzukommen.  Diese  wurden  mit  aller  Macht  betrieben.  Die  Engländer
  waren  im  Begriff,  zur  allgemeinen  Wehrpflicht  überzugehen,
weil  das  Freiwilligenspstem  nicht  die  nötigen  Mannschaften  lieferte,
und  führten  sie  auch  wirklich  durch  das  Dotum  der  beiden  Häuser  vom
5.  und  23.  Mai  1016  ein.  Sie  mußten  in  absehbarer  Zeit  mit  bedeutenden
  Kräften  auf  dem  Kriegsschauplatz  erscheinen.  Auch  die  Franzosen
  rüsteten  mit  Macht  nach  allen  Richtungen.  Bevor  sie  fertig
sein  konnten,  wollte  man  mit  dem  Angriff  anfangen.  Doch  verhinderte
  das  Wetter  den  rechtzeitigen  Beginn,  und  erst  am  21.  Februar
konnte  die  Schlacht  mit  einem  24  stündigen  Trommelfeuer  eräöffnet
werden.