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allerdings  vor.  Schon  in  gewöhnlichen  Zeiten  standen  9  preußische
Bataillone  32  bis  48  feindlichen  gegenüber,  und  außerdem  glaubte
man,  daß  sich  die  Deutschen  noch  weiter  als  geschehen  geschwächt
hätten,  um  vor  Derdun  stark  genug  zu  sein.  Auch  gaben  die  Kräfte,
die  man  zum  Angriff  versammelte,  zu  den  kühnsten  Erwartungen
Deranlassung.  Am  Karotschsee  allein  wurden  370  Bataillone  bereitgestellt;
  dort  und  in  der  Linie  Widsy  —Postawy  wurden  außerdem
etwa  1000  Geschütze  von  zum  Teil  schwerstem  Kaliber  versammelt;
ungeheure  Mengen  Munition  standen  zur  Derfügung.  Die  Divisionen
  wurden  außerdem  nicht  gleichmäßig  auf  der  ganzen  angegriffenen
  Cinie  verteilt,  sondern  es  wurden  zwei  Hauptstoßgruppen
südlich  des  Tarotschsees  und  bei  Hostaw'  gebildet,  die  gegen  die
beiden  Flügel  des  XXI.  Korps  gerichtet  waren,  das  hier  fast  allein
die  Verteidigung  führte.  Es  verfügte  über  6⅛  Diovisionen  mit
66  Zataillonen,  die  zunächst  allein  dem  Sturm  der  Russen  standhalten
  mußten,  bis  Derstärkungen  herankamen.  Auf  beiden  Seiten
aber  wurden  diese  Kräfte  nicht  einheitlich,  sondern  allmählich  eingesetzt.
  Dem  Stoß  gegen  den  linken  Flügel  des  XXlI.  Korps,  der  von
7  Infanterie=  und  2  Kavalleriedivisionen  im  Hostawvabschnitt  ausgeführt
  wurde,  traten  zunächst  nur  4  deutsche  Bataillone  entgegen;
der  südliche  Stoß,  der  zwischen  Narotschsee  und  dem  Wieszniewsee
erfolgte  und  von  8  Infanteriedivisionen  und  den  Uralkosaken  geführt
  wurde,  traf  auf  die  75.  Reserve=  und  die  verstärkte  9.  Kavalleriedivision.
  Hier  fochten  10  deutsche  Bataillone  gegen  128
feindliche.

Den  16.  März  hatte  das  Trommelfeuer  begonnen  und  steigerte
sich  zu  einer  im  Osten  noch  nicht  dagewesenen  Stärke.  Am
18.  März  begannen  die  Infanteriegefechte.  Das  Wetter  machte  den
Kampf  besonders  schwierig.  Auf  den  aufgeweichten  Wegen  kamen
die  Reserven,  die  in  Eile  herangezogen  wurden,  nur  langsam  vorwärts.
  „Gleich  einer  ununterbrochenen  Sturzflut  stürmen  die  feindlichen
  Massen  auf  unsere  dünn  besetzten  Stellungen.  Doch  vergeblich
  treiben  russische  Batterien  und  Maschinengewehre  die  eigene
Infanterie  gegen  die  deutschen  Linien;  umsonst  mähen  zurückgehaltene
  feindliche  Truppen  die  eigenen  vordersten  LCinien  nieder,  wem
diese  weichen  und  dem  Derderben  durch  unser  Feuer  zu  entgehen
versuchen.  Su  fäörmlichen  Zügeln  häufen  sich  die  russischen  Gefallenen
  vor  unserer  Front.  Die  Anstrengungen  für  den  Derteidiger
sind  freilich  ins  Ungeheure  gesteigert.  Eingebrochenes  Tauwetter
füllt  die  Schützengräben  mit  Schneewasser,  verwandelt  die  bisher
deckenden  Brustwehren  in  zerfließenden  Erdbrei  und  macht  aus  dem
ganzen  Kampffeld  einen  grundlosen  Morast.  Bis  zur  teilweisen
Bewegungsunfähigkeit  schwellen  den  Grabenbesatzungen  die  Gliedmaßen
  in  den  eisigen  Wassern  an.  Allein  es  bleibt  genug  Cebenskraft
  und  Kampfeswille  in  diesen  Körpern,  um  die  feindlichen  Anstürme
  immer  wieder  zu  brechen.  So  bringt  der  Russe  auch  dies-—

