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wollte,  soweit  das  überhaupt  bei  den  vielfach  für  den  Caien  unverständlichen
  Berichten  möglich  ist.  Die  Hauptsache  ist  jedenfalls,  daß
die  feindliche  große  Flotte  unter  dem  Admiral  Jellicoe  mit  südöstlichem
  bis  südlichem  Kurs  und  vereint  mit  den  Schiffen  der  Elisabethklasse
  bemüht  war,  die  Deutschen  völlig  einzukreisen,  während
diese  mittlerweile  gegen  eine  bedeutende  Übermacht  fochten;  hatten
doch  die  Engländer  32  Großkampflinienschiffe,  0  moderne  Schlachtkreuzer,
  6  ältere  Hanzerkreuzer,  Kleine  Kreuzer  mit  110  000,  Torpedoboote
  mit  120  000  Tonnen  zur  Stelle  und  verfügten  außerdem
über  eine  an  Kaliber  weit  überlegene  Artillerie.  Sie  führten
64  38,1-cm-,  20  35,6-cm-,  152  34,5--cm--  und  144  50,5-cm-Geschütze,
während  die  Deutschen  nur  134  30,5-cm=  und  00  28--m-Geschütze
außer  den  kleineren  Kalibern  besaßen  und  nur  über  Kleine  Kreuzer
mit  zusammen  65  000  und  Torpedoboote  mit  55  000  Tonnen  veren.



Admiral  Scheer  sah  daher  die  Gefahr  des  Eingekreistwerdens
immer  näher  rücken  und  griff  zu  dem  einzigen  Mittel,  sich  dieser  Gefahr
  zu  entziehen,  nämlich:  mit  der  ganzen  Slotte  unter  dem  Schutze
eines  rücksichtslosen  Angriffs  der  Schlachtkreuzer  und  der  Torpedoboote
  kehrtzumachen,  und  sie  so  vom  Feinde  loszulösen.  Die  Torpedoboote
  waren  schon  7  Uhr  40  Minuten  noch  einmal  ins  Gefecht
getreten,  als  feindliche  Kreuzer  und  Torpedoboote  einen  neuen  An—
griff  gegen  die  deutsche  Cinie  ansetzten.  Die  Deutschen  büßten  dabei
den  Kleinen  Kreuzer  „Wiesbaden“,  die  Engländer  die  Kreuzer
„Defense“,  „Warrior“  und  „Blackprince“  ein.  Auch  das  Cinienschiff
„Warspite“  scheint  verlorengegangen  zu  sein.  Ein  Schiff  der  Elisabethklasse
  wurde  in  den  Grund  gebohrt,  und  auch  der  „Marlborough“
  erlitt  so  schweren  Schaden,  daß  er  gezwungen  war,  aus
dem  Kampfe  zu  scheiden.  Der  moderne  Schlachtkreuzer  „Invincible“
wurde  vom  „Derfflinger“  vernichtet.  Die  deutschen  Schlachtkreuzer
hatten  selbst  auch  schwer  gelitten.  Aber  ohne  Besinnen  wendeten  sie
auf  den  Feind  zu,  als  sie  den  Befehl  erhielten:  „Ran  an  den  Feind!“,
und  ebenso  griffen  die  Torpedoboote  rücksichtslos  an.  Der  „Cützow“
hatte  sich  mittlerweile  —  vollständig  wrackgeschossen  —  aus  dem
Kampf  zurückgezogen,  Admiral  Hipper  wurde  zum  Umsteigen  gezwungen
  und  kam  bei  der  rasenden  Fahrt  der  fast  dauernd  im  feindlichen
  Feuer  befindlichen  Schlachtkreuzer  erst  um  II.  Uhr  abends
wieder  auf  „Moltke“  unter;  so  kam  es,  daß  der  Kommandant  des
„Derfflinger“  die  Schlachtkreuzer  und  damit  den  befohlenen  Angriff
  führte:  hinein  in  einen  wahren  Röällenkessel.  Wer  alles  auf
unsere  Schiffe  geschossen  hat,  läßt  sich  gar  nicht  mehr  feststellen;
ein  wahrer  Geschoßhagel  ging  auf  sie  nieder,  Treffer  auf  Trefferschlug
  auf  sie  ein,  besonders  auf  den  vorne  stehenden  „Derfflinger“,
bei  dem  drei  Türme  unbrauchbar  und  ein  Teil  der  Wittelartillerie
vernichtet  wurden;  rund  um  die  großen  Schiffe  tobte  wild  durcheinander
  die  Schlacht  der  Torpedoboote:  aber  der  Sweck  wurde  erv.

  Bernhardil,  Deutschlands  Heldenkampf.  20