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entscheidenden  Augenblick  seine  Gegner  vor  etwas  Neues  gestellt,
das  wohl  außerhalb  ihrer  Erwägungen  und  Mutmaßungen  gelegen
hatte,  entwand  ihnen  die  Initiative,  setzte  seinen  Willen  durch,  die
Flotte  kampfbereit  für  den  nächsten  Tag  an  ihren  Dersammlungspunkt
  zu  bringen,  und  konnte  dann  die  Fortsetzung  des  Kampfes
unter  taktisch  günstigeren  Bedingungen  beginnen.

Die  leichten  Streitkräfte  waren  unterdessen  auf  beiden  Seiten
bemühtl,  am  Feinde  zu  bleiben.  Den  deutschen  leichten  Streitkräften
gelang  das  nicht,  obgleich  sie  die  See  nach  allen  Richtungen  hin
durchstreiften.  Die  englische  FKlotte  muß  also  schon  sehr  frühzeitig
den  Rückmarsch  angetreten  und  sich  dadurch  geschlagen  gegeben
haben;  die  englischen  leichten  Streitkräfte  aber  vermochten  die  Füh#-lung
  am  deutschen  Gros  zu  erhalten  und  haben  den  feindlichen
Admiral  zweifellos  über  dessen  Derbleib  unterrichtet.  Trotzdem
hat  er  es  nicht  versucht,  die  Schlacht  zu  erneuern.  Tur  einmal  noch
kamen  stärkere  englische  Schiffe,  deren  Sugehörigkeit  ich  nicht  habe
feststellen  können,  mit  den  Deutschen  in  Berührung  und  wurden
von  dem  ll.  deutschen  Geschwader  älterer  Cinienschiffe  zurückgeworfen:
  sonst  aber  verloren  die  Deutschen  auf  dem  KNachtmarsch,
dank  der  geschickten  Führung  der  einzelnen  Schiffe  im  Verbande
nur  das  ältere  Cinienschiff  „Oommern“  durch  Torpedoschuß  und
mehrere  Kleine  Kreuzer,  während  die  Engländer  durch  rechtzeitig
einsetzendes  gutgezieltes  Artilleriefeuer  große  Verluste  an  Schiffen
und  Fahrzeugen  erlitten.  Die  Schlacht  am  Worgen  des  l.  Juni
wieder  aufzunehmen  und  die  deutsche  Flotte  zu  vernichten,  wie  es
ihr  Dlan  gewesen  zu  sein  scheint,  daran  dachten  die  Engländer.
offenbar  nicht,  obgleich  sie  eine  mehr  wie  doppelte  zahlenmäßige
Überlegenheit  zur  Stelle  hatten.  Den  Grund  dafür  gibt  Admiral
Zellicoe  selber  an.  Er  schreibt  in  seinem  Buch:  „The  grand  fleet
101d—IOIG“:  Die  PSkagerrakschlacht  überzeugte  uns,  daß  unser
Danzergeschoß  trotz  größerer  Tragweite  in  bezug  auf  Durchschlagskraft
  dem  von  den  Deutschen  verwendeten  nachstand  .  Schließlich
  wußte  ich,  wie  erfolgreich  die  Artillerie=  und  Torpedoausbildung
der  deutschen  Rochseeflotte  war  und  welche  Fortschritte  sie  in  den
ein  oder  zwei  Jahren  vor  dem  Kriege  gemacht  hatte.“  Diese
Worte  lassen  erkennen,  daß  es  sehr  wesentlich  die  Besorgnis  vor
unserer  Artillerie  und  unseren  Torpedos  gewesen  ist,  die  den  englischen
  Admiral  veranlaßt  hat,  eine  weitere  Schlacht  mit  der  deutschen
  Flotte  zu  vermeiden.  Im  übrigen  scheint  er  auch  die  taktische
Führung  seiner  Flotte  verloren  zu  haben,  denn  durch  TLuftschiffe
wurden  am  Worgen  des  I.  Juni  drei  verschiedene  Gruppen  der
englischen  Flotte  wahrgenommen,  die  scheinbar  keinerlei  Susammen-Rang
  miteinander  hatten.  Die  eine  befand  sich  bezeichnenderweise
in  der  Jammerbucht.

Auch  die  erluste,  die  die  Engländer  erlitten,  waren  mindestens
doppelt  so  schwer  als  die  der  Deutschen.  Sie  verloren  nach-