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—  wie  wir  noch  sehen  werden  —  der  Angriff  Brussilows  an  der
polnischen  Front  einsetzte,  mußte  die  Armee  zurückgenommen  und
mußten  Truppen  schleunigst  nach  Galizien  an  den  Isonzo  geschickt
werden.  Viel  Heeresgerät  ging  verloren,  und  am  I.  Juli  beschrieb
die  Front  eine  Cinie,  die  von  der  Sugna  Torta  über  den  Monte—
Pasubio  und  Fort  Interrotto  nach  der  Cima  Dieci  und  Strigno
reichte.  Hier  kam  die  Bewegung  zum  Stillstand.  Während  dieser
Zeit  aber  war  auf  dem  österreichischen  Klügel  der  Ostfront  ein  vollständiger
  Umschwung  eingetreten.

Die  Russen  hatten  die  Absicht,  mit  den  Engländern  und  den
Sranzosen  zusammen  eine  große  Offensive  zu  beginnen,  die  zugleich
als  Entlastung  für  die  bei  Verdun  bedrängten  französischen  Streitkräfte
  wirken  sollte.  Um  die  Einheitlichkeit  des  militärischen  und  wirtschaftlichen
  Vorgehens  zu  gewährleisten,  war  Ende  März  1016  ein
ständiger  Ausschuß  eingerichtet  worden,  der  das  Bierzu  Nötige  veranlassen
  sollte.  Man  glaubte,  daß,  wenn  auf  allen  Fronten  gleichzeitig
  der  Angriff  erfolgte,  Deutschland  mit  seinen  Bundesgenossen
unfehlbar  unterliegen  müsse.  Am  1.  Juli  sollte  die  gemeinschaftliche
  Offensive  beginnen.  Der  geplante  Ansturm  sollte  im  Westen  an
der  Somme,  wo  die  Angriffsabsichten  immer  deutlicher  Bervortraten,
im  Osten  gegen  den  närdlichen  Teil  der  Front  einsetzen.  Hier  blieb
die  Anhäufung  der  Truppen  und  damit  die  Spannung  trotz  der
Niederlage  am  Karotschsee  eine  gewaltige.  Standen  doch  Anfang
Juni  1016  näördlich  des  Hripjet  1050  000  Mann,  während  südlich
der  genannten  Sumpfgegend  nur  650  000  Mann  angenommen  werden
  können.  Nichtsdestoweniger  scheint  der  im  Süden  kommandierende
  General  Brussilow  über  die  Widerstandsfähigkeit  der  österreichischen
  Truppen  gut  unterrichtet  gewesen  zu  sein,  denn  er  ordnete
auf  der  ganzen  Linie  vom  Styr  bis  zur  rumänischen  Grenze  eine  Erkundung
  an,  die  außerordentliche  Erfolge  hatte  und  nur  deshalb  von
sfans  an  nicht  weiter  vordrang,  weil  ihr  die  nötigen  Reserven
ehlten.

Es  ist  schwer,  über  den  Derlauf  dieses  Angriffs  genaue  Angaben
zu  machen,  weil  mir  die  nötigen  Quellen  fehlen.  So  läßt  es  sich  heute
noch  nicht  feststellen,  welche  verschiedenen  deutschen  Kräfte  an  die
einzelnen  Frontteile  geschickt  wurden,  noch  woher  sie  kamen.  Nur
das  eine  steht  fest,  daß  neun  Divisionen  vom  Westen  nach  dem
Osten  befördert  wurden,  daß  der  Angriff  Brussilows  eine  der  schwersten
  Krisen  hervorrief,  die  an  der  Ostfront  überhaupt  vorgekommen
sind,  daß  Reserven  von  allen  Seiten  herangefahren  werden  mußten,
um  die  wankenden  Ssterreicher  zu  stützen,  und  daß  auch  im  Westen
die  Lage  infolge  der  gewaltigen  Truppenentziehung  kritisch  wurde.
Swar  gelang  es,  die  Linie  im  Osten  im  allgemeinen  zu  behaupten,
wenn  sie  auch  an  mehreren  Stellen  zurückgenommen  werden  mußte,
dennoch  zwang  die  Not  der  Seit  zur  Dereinheitlichung  des  GOberbefehls
  von  der  Ostsee  bis  südlich  Brody,  zu  einer  einschneidenden