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was  deshalb  möglich  wurde,  weil  die  Russen  ebenfalls  im  Interesse
des  Brussilow-Angriffs  ihre  Tordfront  stark  entblößten.

Von  Mitte  August  an  waren  die  Russen  allem  Anschein  nach  erschöpft,
  und  die  neue  Ostfront  fing  an,  mehr  und  mehr  zu  erstarren.
Man  konnte  nunmehr  darangeben,  sie  auszubauen,  das  Eisenbahnund
  Straßennetz  zu  erweitern  und  leistungsfähiger  zu  machen  und  vor
allem  die  österreichischen  Ersatzmannschaften  kriegsmäßig  auszubilden,
was  angesichts  ihrer  bisherigen  mangelhaften  militärischen  Erziebung
  dringend  notwendig  war.  Auch  wurde  die  österreichische
Front  dadurch  widerstandsfähiger  gemacht,  daß  sie  überall  mit
deutschen  Truppen  durchsetzt  wurde.

So  nahm  die  Brussilow-Offensive  allmählich  zwar  den  Charakter
  des  Stellungskrieges,  aber  doch  den  eines  ausgesprochenen
Sieges  der  Russen  an,  wenn  auch  gewiß  nicht  über  die  deutschen
Truppen,  so  doch  über  die  österreichische  Armee,  die  Gefangene  und
wichtigstes  Gelände  verloren  hatte,  Ungarn  bedroht  sah  und  nur  dank
der  deutschen  Unterstützung  zum  Stehen  gekommen  war.  Rumänien
aber  wurde  immer  mehr  —  je  weiter  die  Osterreicher  zurückweichen
mußten,  zuletzt  bis  hinter  die  Bistritz  und  die  Karpathen  —  auf  die
Seite  der  Entente  gedrängt,  wohin  seine  Sympathien  sowie  die
Hoffnung  auf  leichten  Gewinn  sowieso  neigten.

Der  Sommesturm  bis  zum  1.  September  1006.

Die  Zussen  einerseits,  die  Engländer  und  Franzosen  andererseits
  hatten,  wie  wir  wissen,  vereinbart,  am  1.  Juli  gemeinsam  anzugreifen,
  und  nur  infolge  des  unerwarteten  Erfolges  einer  allerdings
  groß  angelegten  Erkundung  waren  die  russischen  Angriffe  bereits
  Anfang  Juni  erfolgt,  und  zwar  mit  dem  Erfolge,  daß  an  der
Westfront  verfügbare  deutsche  Reserven  an  die  Ostfront  geworfen
werden  mußten.  Die  Franzosen  aber  waren  damals  offenbar  noch
nicht  bereit  und  griffen  der  ursprünglichen  Dereinbarung  gemäß  erst
zu  der  verabredeten  Seit  an.  Dieser  Angriff  richtete  sich,  wie
deutscherseits  längst  vorausgesehen  worden  war,  gegen  die  Cinie
Gommecourt—hilly  und  zeigte  eine  vielfache  Gliederung.

Die  Franzosen  griffen  auf  beiden  Seiten  der  Somme  an.  Südlich
des  Flusses  füllten  sie  den  ganzen  Angriffsraum,  nördlich  war  ihnen
der  Abschnitt  bis  zur  Linie  Carnop—Combles  zugewiesen.  Vördlich
dieser  Linie  fochten  die  Engländer.  Sie  sollen  etwa  650  000  Mann
stark  gewesen  sein  und  wurden  vom  General  Haig  kommandiert,  der
am  16.  Dezember  1015  der  Nachfolger  des  Generals  French  geworden
war,  während  die  Franzosen  zunächst  150  000  Mann  ins  Feld  geführt
  haben  sollen.  Der  Abschnitt  der  Engländer  wurde  von  der
Ancre  in  zwei  Teile  geteilt.

Deutscherseits  standen  unter  dem  Kommando  des  Generals  Fritz
von  Below  närdlich  der  Somme  fünf,  südlich  drei  Divisionen,  da-