griffen  wurden,  und  man  nicht  an  die  Gefahr  hatte  glauben
wollen.  Auch  jetzt  scheint  General  von  Falkenhayn  die  Gefahr  nicht
für  unmittelbar  bevorstehend  gehalten  oder  die  Augen  dagegen
verschlossen  zu  haben;  denn  für  die  Abwehr  des  rumänischen  Angriffs
  auf  Ungarn  war  gar  nichts  geschehen.  Die  Pereinbarungen
mit  Bulgarien  waren  durchaus  unzureichend.  Es  kam  darauf  an,
die  nötigen  Truppen  wirklich  bereitzustellen,  und  dafür  war  in
keiner  Weise  gesorgt  worden,  als  der  Krieg  ausbrach.  Auch  im
Westen  stand  alles  auf  des  Messers  Schneide.  Auch  die  zahlreichen
Reuformationen,  die  die  Lage  nötig  machte,  die  hauptsächlich  durch
den  Sommesturm  und  die  Brussilow-Offensive  bedingt  waren,  sind
nicht  aus  der  Initiative  des  Armeeoberkommandos  hervorgegangen,
sondern  wurden  auf  Anregungen  aus  der  4.  Armee  angeordnet.
Sie  waren  angesichts  der  feindlichen  Übermacht  durchaus  erforderlich,
  und  es  wurde  daher  auch  die  Bildung  neuer  Dioisionen  befohlen,
  deren  Sahl  bis  Ende  Oktober  1016,  als  Bindenburg  das
Kommando  übernommen  hatte,  auf  37  anwuchs!#).

Die  Franzosen  hatten  zwar  ihre  Divisionen  zu  drei  Regimentern
und  ihre  Bataillone  zu  drei  Kompagnien  formieren  müssen,  weil  es
ihnen  an  Ersatz  fehlte;  dafür  aber  waren  bereits  1400000  Engländer
  2)  in  Frankreich,  und  die  Kriegsindustrie  der  ganzen  Welt  war
gegen  uns  aufgeboten.  Amerika  lieferte  ungezählte  Munition  und
Waffen.  Schon  im  März  war  Hortugal  mit  dem  Deutschen  Reiche
in  den  Kriegszustand  getreten  und  hatte  60  O00  Mann  nach  Frankreich
  geschickt,  wo  sie  in  die  englische  Kront  eingeschoben  wurden.
In  Griechenland  hatte  der  deutschfreundliche  König  Konstantin  am
12.  Juni  1016  abgedankt.  Am  29.  war  sein  Sohn,  König  Alexander,
gezwungen  worden,  zur  Entente  überzutreten.  Er  machte  das  griechische
  Heer  allmählich  mobil,  um  damit  die  GOrient-Armee  in
Saloniki  zu  verstärken.  Auch  Rußland,  das  wir  leider  nur  zurückgedrängt
  hatten,  hatte  seine  Armee  einigermaßen  wiederhergestellt
und  war  von  neuem  zur  Offensive  übergegangen.  Swar  war  es  am
Narotschsee  wie  überall  im  Norden  blüutig  zurückgewiesen  worden,
dafür  aber  war  es  südlich  der  Dripjetsümpfe  siegreich  vorgedrungen
und  hatte  die  Esterreicher  unter  schweren  Verlusten  zurückgeworfen.
Ein  großer  Teil  Galiziens  war  wieder  in  russischer  Band.  Der

)  An  Divisionen  wurden  in  der  Zeit  vom  1.  Juni  bis  S1.  Oktober  i9i6  nen
aufgestellt:  die  l.,  9.,  95.,  IsS.,  185.,  182.,  192.,  195.,  197.,  197.,  200.,  201.  bis
2244  die  14.  baperische  und  die  9.  baperische  Reservedivision;  ferner:  die  5.  Ersatzdivision,
  die  19.,  20.  und  23.  Kandwehrdivision,  endlich  die  47.  .

9  Im  September  1916  standen  in  Frankreich  47  englische,  drei  kanadische,
vier  anstralische,  eine  neuseeländische  und  eine  Drittel  südafrikanische  Infanteriedivision,
  drei  englische  Kavalleriedivisionen  und  eine  kanadische  Kavalleriebrigade.
Sie  wurden  im  Frühjahr  1912  noch  verstärkt  durch  sechs  englische,  eine  anstralische
Infanteriedivision  und  zwei  englische  Kavalleriedivisionen  auf  1  600  Ooo  Mann.
Auf  dieser  Höbe  hat  sich  allem  Anschein  nach  die  englische  Streitmacht  in  Frankreich
bis  zum  Schluß  des  UKrieges  gehalten.  -