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Kampf  dort  wie  der  an  der  Somme  ging  unentwegt  weiter  und
fraß  am  deutschen  Mark.  Ssterreich  war  auf  die  Derteidigung
zurückgeworfen,  und  es  war  sehr  die  Frage,  ob  es  nach  dem  Derlust
von  Görz  noch  weiterbin  sich  erfolgreich  an  der  Südwestgrenze  und
überhaupt  werde  verteidigen  können.  Die  rechte  Flanke  der  Ostfront
  stand  jetzt,  nachdem  Rumänien  den  Krieg  erklärt  hatte,  von
der  Walachei  und  Moldau  aus  dem  Angriff  des  Feindes  offen,  Esterreich-Ungarn
  hatte  weder  vor  noch  im  Kriege  etwas  zum  Schutz  der
rumänischen  Grenze  getan.  Truppen  zur  Derteidigung  Siebenbürgens
  waren  nicht  vorhanden,  als  Rumänien  unmittelbar  nach
der  Kriegserklärung  den  Feldzug  begann.  Nur  vier  schwache  Divisionen
  konnten  zunächst  an  die  Grenze  geschickt  werden.  Bei  Turn-Severin
  stand  ein  Seitendetachement  von  einigen  Bataillonen.  Außerdem
  wurden,  wie  es  scheint,  in  aller  Eile  Arbeiterbataillone  und
dergleichen  zum  Schutz  des  Landes  gebildet.  Diese  wenigen  Truppen
konnten  keine  wirkliche  Derteidigung  durchführen.  Arz  von  Straußenburg
  führte  den  Befehl  über  sie,  die  zunächst  als  I.  Armee  bezeichnet
wurden.  Der  Schwerpunkt  lag  auf  dem  rechten  Flügel.

Kronstadt  und  Hetrosenv  wurden  schon  am  29.  August  vom
Feinde  besetzt,  in  Hermannstadt,  das  die  Esterreicher  lange  behaupteten,
  erschienen  rumänische  Hatrouillen,  Orsowa  wurde  vom  Gegner
besetzt.  Wenn  die  Rumänen  einfach  im  Vormarsch  blieben,  waren
die  Mittelmächte  zweifellos  besiegt.  Die  Deutschen,  die  früher
meistens  in  stürmender  Offensive  gefochten  hatten,  waren  auf  allen
Fronten  auf  die  Verteidigung  zurückgeworfen.  Dabei  lag  der  beste
Teil  der  deutschen  Armee  unter  dem  grünen  Rasen.  Sie  focht  mit
6  Millionen  Mann  gegen  mindestens  10  Millionen  und  war  durch  die
allem  Dölkerrecht  hohnsprechende  Gewalttätigkeit  ihrer  Feinde  von
allem  Verkehr  mit  der  Außenwelt  abgeschnitten,  deren  gesamte  Industrie
  gegen  sie  tätig  war.  Bulgarien,  Dänemark  und  Holland
waren  unsichere  Größen  in  unserer  Rechnung.

Auf  die  Bulgaren  insbesondere  war  wenig  Derlaß.  Sie  verstanden
  nicht,  daß  die  Entscheidung  woanders  fallen  könnte,  als  an
der  von  ihnen  beanspruchten  bulgarischen  Grenze.  Sie  traten  mit
immer  neuen  Forderungen  an  Deutschland  heran  und  bedurften
dauernder  Unterstützung  und  Beaufsichtigung  durch  deutsche  Trüppen.
Sbenso  mußte  mit  Griechenland  gerechnet  werden.  Niemand  konnte
wissen,  wann  General  Sarrail  von  Saloniki  aus  die  Offensive  ergreifen
  würde.  Er  drückte  aber  fortwährend  auf  die  deutschen
Entschließungen.

Auch  in  Asien  war  die  Lage  einigermaßen  kritisch.  Im  Frühjahr
  1016  waren  die  Russen  mit  mehreren  Kolonnen  in  Armenien
vorgedrungen  und  hatten  am  16.  Februar  Erzerum,  Anfang  März
Musch  und  Bitlis,  am  17.  April  Trapezunt,  am  30.  Ersingjan  erreicht;
  weiter  zwar  hatten  sie  dem  entschlossenen  Widerstand  der
Türken  gegenüber  nicht  vorzudringen  vermocht,  doch  war  ander-