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wohin  die  ganze  Abteilung  zurückging.  Daressalam  mußte  am  5.  September
  verlassen  werden.

Währenddem  war  auch  im  Westen  der  Kolonie  heftig  gekämpft
worden.

Die  Westtruppen  befehligte  seit  Januar  1015  Generalmajor  z.  D.
Wahle,  der  sich  bei  Ausbruch  des  Krieges  auf  Urlaub  in  Cstafrika
befunden  und  zur  Derfügung  gestellt  hatte.  Doch  handelten  die
KAührer  auf  den  einzelnen  Kriegsschauplätzen  zunächst  vielfach  selbständig,
  da  die  Entfernungen  zu  groß  waren,  um  es  dem  Führer  des
Ganzen  zu  ermöglichen,  direkt  einzugreifen.  Besonders  gilt  das  für
den  Südwestbezirk,  der  nicht  einmal  telegraphische  Derbindung  besaß.

Während  der  Jahre  lolck  und  1915  war  es  trotzdem  gelungen,
das  Schutzgebiet  im  allgemeinen  vom  Feinde  frei  zu  halten  und  sogar
eine  Seitlang  die  Berrschaft  auf  dem  Kiwu-  und  Tanganjikasee  zu
behaupten,  während  die  Engländer  von  Hause  aus  den  Oiktoriasee
mit  ihrer  starken  Kreuzerflotte  beherrschten.  Gefechte  waren  zwar
vielfach  vorgekommen,  immer  aber  hatten  die  Deutschen  gesiegt,  und
erst  zu  Beginn  des  Jahres  lolb  fing  die  Lage  an  kritisch  zu  werden.
Muansa  wurde  am  lä.  Juni,  Bukoba  am  18.  Juni  geräumt.  Die
Mannschaft  des  dortigen  Zezirks  wurde  nach  heftigem  Gefecht  völlig
zersprengt.  Nur  elf  Europäer,  101  Gewehre  und  2  Maschinengewehre
vermochten  den  Anschluß  an  das  Kommando  der  Westtruppen  wieder
  zu  erreichen.  Auch  der  Mordwestbezirk  und  Ruanda  mußten  verlassen
  werden;  am  10.  Mai  wurde  Kissenji  geräumt.  Auch  die  See-Bherrschaft
  auf  dem  Tanganjikasee  ging  verloren.  Die  Schiffe,  die
sie  dort  aufrecht  erhalten  hatten,  mußten  versenkt  werden.  Die  Übermacht
  der  Belgier  wurde  allzu  bedeutend,  nachdem  sie  die  Eisenbahn
nach  Albertville  am  Cukuya  bis  an  den  See  vorgetrieben  hatten.  Bald
mußte  auch  der  See  selbst  aufgegeben  werden,  und  die  schwachen  Abteilungen,
  die  an  seinen  Ufern  standen,  wichen  zurück.  Alle  drei  Abteilungen
  —  vom  Diktoria-,  Kiwu=  und  Vanganjikasee  —  gingen
langsam  und  konzentrisch  auf  Tabora  zurück.  Nur  die  Truppen,  die
die  Landschaften  am  Kiassasee  innehatten,  gingen  südlich  der  Mittellandbahn,
  nachdem  sie  leider  zu  spät  durch  die  Besatzung  des  Kreuzers
  „Königsberg“  verstärkt  worden  waren,  auf  den  Ulangafluß
zurück.

So  war  auch  hier  alles  im  Rückzug  begriffen,  als  Hindenburg
das  Kommando  übernahm.  Tabora  wurde  zwar  noch  gehalten,  aber
schon  war  ersichtlich,  daß  es  gegen  die  erdrückende  feindliche  Übermacht
  nicht  mehr  lange  werde  behauptet  werden  können.  Die  Wittellandbahn
  war  verloren,  und  wenn  auch  GOberst  von  Lettow  sich  der  vom
Feinde  geplanten  Umklammerung  siegreich  entzogen  und  unendlichen
Ruhm  erworben  hatte,  so  war  er  doch  nach  dem  Süden  der  Kolonie
zurückgeworfen  und  die  Derbindung  mit  der  Westtruppe  zeitweise
unterbrochen.  Das  übte  allerdings  keinen  Einfluß  auf  den  europäi-