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schen  Krieg  aus,  war  aber  an  und  für  sich,  ebenso  wie  der  Verlust
aller  übrigen  Kolonien,  niederdrückend  genug.

Auch  in  Amerika  wurde  die  Stimmung  mit  der  Seit  immer
deutschfeindlicher.  Die  englische  Lügenpropaganda,  die  mit  allen  nur
erdenklichen  Mitteln  arbeitete,  tat  ihre  Wirkung.  Amerikas  Eintritt
in  den  Krieg  war  schon  damals  mit  einer  gewissen  Sicherheit  vorauszusehen,
  besonders  da  ein  solcher  bedeutende  Geldgewime  für
die  maßgebenden  Kreise  voraussehen  ließ.

Am  schlimmsten  aber  war,  daß  man  sich  auch  jetzt  zur  Ankündigung
  des  unbeschränkten  U-Boot-Krieges  nicht  entschließen  konnte.
Bethmann  Hollweg,  den  Zindenburg  damals  wohl  noch  nicht  in
seiner  ganzen  Entschlußlosigkeit  erkannt  zu  haben  scheint,  machte  jetzt
geltend,  daß  möglicherweise  Kolland  und  Dänemark  den  Krieg  erklären
  würden,  wenn  man  in  rückfichtsloser  Weise  vorginge,  und
dieses  Risiko  wollte  der  Feldmarschall  in  dem  Augenblick  nicht  auf
sich  nehmen,  in  dem  der  Krieg  mit  Rumänien  vor  der  Türe  stand,
und  Deutschland  überkaupt  mit  seinen  Kräften  zu  Snde  zu  sein  schien.
Zedenfalls  war  nichts  an  der  Grenze  beider  Staaten  —  Rollands  und
Dänemarks  —  für  die  Abwehr  eines  etwaigen  Angriffs  geschehen,
und  ein  solcher  war  von  dorther  immerhin  möglich.  Die  Flotte  selbst
war  durch  die  Macht  der  Derhältnisse  zur  Untätigkeit  gezwungen.
Dergebens  hatte  sie  im  August  den  Feind  zu  neuer  Schlacht  Berauszufordern
  gesucht.  Der  Engländer  hütete  sich  wohl,  eine  solche  anzunehmen.
  Sein  Weizen  blühte  ohnedem  mit  der  Hilfe  Amerikas.

So  war  die  Lage  im  Zußeren  durchaus  kritisch,  und  wurde  noch
dadurch  verschlimmert,  daß  die  Stärkung  der  Wehrkraft  in  arger
Weise  vernachlässigt  worden  war.  Weder  für  die  Dermehrung  der
Artillerie  und  der  Munition  war  das  Vöõtige  geschehen,  noch  war  in
taktischer  Zeziehung  den  Derhältnissen  des  modernen  Krieges  Rechnung
  getragen  worden.  Die  Oberste  HBeeresleitung  war  der  eltlage
  offenbar  nicht  gewachsen  gewesen,  und  es  bedurfte  der  ganzen
Tatkraft  eines  Kindenburg  und  Ludendorff,  um  die  Sachlage  wieder
einigermaßen  ins  Geleise  zu  bringen.  Aber  auch  im  Inneren
Deutschlands  war  so  gut  wie  nichts  geschehen,  um  einen  solchen  Krieg
siegreich  zu  beenden  oder  überhaupt  nur  auszuhalten.

Es  ist  klar,  daß  nur  die  äußerste  Kraftanspannung  die  Mittelmächte
  und  vor  allem  Deutschland  in  den  Stand  setzen  konnte,  ihren
vielen  Feinden  erfolgreich  Widerstand  zu  leisten.  Diese  äußerste
Kraftanspannung  des  ganzen  Dolkes  war  aber  bisher  nicht  erfolgt.
Sahlreiche  Arbeitskräfte  lagen  noch  immer  brach,  die  der  Armee
hätten  dienstbar  gemacht  werden  können;  das  deutsche  Dolk  als
Ganzes  sah  die  Gefahr  der  Lage  nicht  ein,  begriff  nicht,  daß  es  sich
um  sein  politisches  Dasein  handelte,  und  dachte  nur  daran,  reichlich
Geld  zu  verdienen  und  die  Not  des  Daterlandes  im  Harteiinteresse
auszubeuten.  Der  Reichstag  unterstützte  dieses  Streben,  und  die
Regierung  hatte  weder  den  Mut,  gegen  gefährliche  Auswüchse  Front