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zu  machen,  noch  sah  sie  die  Notwendigkeit  dazu  ein.  „In  der  Lage,
die  der  Generalfeldmarschall  und  ich  vorfanden,“  schreibt  General
Cudendorff,  „hielten  wir  es  nach  unseren  ganzen  Auffassungen  über
das  Wesen  des  Krieges  und  den  Vernichtungswillen  des  Feindes  für
geboten,  die  physischen,  wirtschaftlichen  und  sittlichen  Kräfte  des
Daterlandes  zu  höchster  Entfaltung  zu  bringen.  Die  GOberste  Beeresleitung
  stellte  ihre  KForderungen  an  die  Reichsregierung  nach  Menschen,
  Kriegsmaterial  und  sittlicher  Kraft.“  Leider  war  sie  dabei  an
die  Sivilbehörden  und  das  Dolk  selbst  gebunden,  und  diese  brachten  in
arger  Derblendung  ihre  eifrigsten  Zemühungen  zum  Scheitern.  Doch
das  sollte  sich  erst  im  Verlaufe  der  Dinge  zeigen.  orerst  handelte
es  sich  darum,  die  militärische  Krisis  des  Augenblicks  zu  beschwören.
Das  allein  forderte  eine  ganze  Manneskraft.  Es  war  die  mühevolle
Aufgabe  der  Obersten  Heeresleitung,  die  „Fronten  im  Westen  und
Osten  gegen  alle  feindlichen  Angriffe  zu  halten,  dabei  die  Beeresgruppe
  Erzherzog  Karl  zu  festigen  und  gegen  Rumänien  zu  einem
Aufmarsch  zu  gelangen,  der  die  Derteidigung  gewährleistete  und  den
Übergang  zum  Angriff  gestattete“.  So  Ludendorff.  Alles  andere  trat
zunächst  hinter  dieser  Aufgabe  zurück.  Der  Angriff  auf  Derdun
mußte  daber  sofort  aufgegeben  werden,  wie  das  der  Kronprinz  schon.
lange  befürwortet  hatte,  um  die  Fronten  im  Westen  halten  zu  können,
dann  aber  wandte  sich  die  Tätigkeit  der  neuen  Obersten  Heeresleitung
vor  allem  den  Derhältnissen  im  Osten  zu,  die  für  den  Augenblick  die
drängendsten  waren.

Der  Feldzug  gegen  Rumänien.

Swischen  der  deutschen  und  der  bulgarischen  Beeresleitung.
waren  schon  im  Juli  1016  gewisse  Dereinbarungen  für  den  Fall  getroffen
  worden,  daß  Rumänien  den  Mittelmächten  den  Krieg  erklären
sollte.  Dem  Wesen  nach  war  vereinbart  worden,  daß  sofort  nach
der  Kriegserklärung  Feldmarschall  WMackensen,  der  den  Gberbefehl
führen  sollte,  mit  den  Hauptkräften  die  Donau  bei  Neikopoli  überschreiten
  sollte,  um  auf  Bukarest  vorzugehen,  bulgarische  Kräfte  aber
zugleich  zum  Schutz  der  rechten  Flanke  Tutrakan  und  Silistria  bestürmen
  und  deutsch-österreichische  TCruppen  zur  Fesselung  feindlicher
Streitkräfte  von  Morden  her  demonstrativ  vorgehen  sollten.  Don
der  Durchführung  dieser  Absichten  konnte  unter  den  obwaltenden
Umständen  natürlich  nicht  die  Rede  sein.  Die  über  die  Donau  gegangenen
  Truppen  wären  —  um  nur  das  eine  zu  erwähnen  —  von
den  weit  überlegenen  Rumänen  sofort  geschlagen  worden,  davon
ganz  zu  schweigen,  daß  es  der  deutschen  Beeresleitung  natürlich  darauf
  ankommen  mußte,  den  Feind  völlig  zu  vernichten,  um  wenigstens.
auf  einer  Seite  die  Hände  völlig  frei  zu  bekommen.  Das  war  auf
diesem  Wege  keinesfalls  zu  erreichen.  Dahingegen  war  es  durchaus
sachgemäß,  von  Süden  her  in  der  Dobrudscha  sofort  anzugreifen  und.