335

—  —  —

deutsche  Divisionen  neben  starker  Kavallerie  im  Anrollen  1).  Hiervon
wurden  die  Il.  baverischee  Division  sowie  die  6.  und  7.  Kavalleriedivision
  zu  je  drei  Brigaden,  endlich  die  Radfahrbataillone  4  und  5
für  den  Durchbruch  bestimmt  und  wurden  dementsprechend  bereitgestellt.
  Generalleutnant  von  Kneußl,  Kommandeur  der  Il.  baverischen
  Division,  sollte  die  Durchbruchgruppe  befehligen.  «

Inzwischen  aber  gingen  die  Kämpfe  auf  der  ganzen  übrigen
Cinie  weiter.  Schon  vom  30.  September  an  hatte  sich  das  Alpenkorps
  gegen  ergebnislose  feindliche  Angriffe  von  Süden  her  zu
wehren.  Die  Westgruppe  der  I.  rumänischen  Armee  war  vor  der
durch  die  2.  österreichische  Gebirgsbrigade  verstärkten  Gruppe  Hatßeg
  bis  auf  die  Grenzstellungen  zurückgewichen.  Am  15.  und  14.  Oktober
  griff  der  Feind  mit  starken  Kräften  westlich  des  Dulkanpasses
  an,  wurde  aber  blutig  bis  an  die  Grenze  wieder  zurückgeworfen.
  Drei  rumänische  Diovisionen  scheinen  an  dem  Kampfe  beteiligt
  gewesen  zu  sein.  Auch  die  Gruppe  Krafft  von  Delmensingen
—  das  Alpenkorps  —,  die  mittlerweile  durch  die  2.  und  die  neu
bei  Kermannstadt  angekommene  10.  österreichische  Gebirgsbrigade
verstärkt  worden  war,  hatte  schwere  Kämpfe  zu  bestehen  und  näherte
sich  im  mühevollen  Ringen  der  rumänischen  Sbene.  Sbenso  waren
der  Gruppe  Morgen,  die  mit  der  76.  Reservedivision  und  der
8.  österreichischen  Gebirgsbrigade  auf  Campulung  vorzugehen  hatte,
bedeutende  Erfolge  zugefallen.  Sie  war  so  weit  vorgedrungen,  daß
man  glauben  konnte,  sie  werde  den  Ausgang  aus  dem  Gebirge  erstreiten,
  und  es  war  ihr  daher  die  12.  baverische  Division  zur  Derfügung
  gestellt  worden.  Die  übrigen  Truppen  der  9.  Armee  kämpften
  ohne  Entscheidung  an  den  verschiedenen  Hässen.  Die  71.  Infanterietruppendivision
  mußte  sogar  nach  siegreichem  Gefecht  vor
russischen  Derstärkungen  auf  die  Grenzhöhen  zurückgenommen  werden,
  und  die  5.  Kavalleriedivision  ging  als  Reserve  nach  Kronstadt.
Die  10.  und  die  Masse  der  8.  baperischen  Reservedivision  Ratten  zur
L.  österreichischen  Armee  abgedreht  werden  müssen,  die  angesichts
erbeblicher  russischer  Verstärkungen  wieder  der  Unterstützung  bedurfte.
  Nur  Teile  der  8.  baverischen  Reservedivision  konnten  dem
Alpenkorps  zur  Derfügung  gestellt  werden.  Im  übrigen  hielt  General
von  Falkenhayn  an  der  Absicht  fest,  am  Szurdukpaß  durchzubrechen,
und  diese  Auffassung  wurde  auch  von  dem  Heeresgruppenkommando
geteilt,  das  mittlerweile  eingerichtet  worden  war  und  am  15.  Oktober
  den  Zefekl  übernahm.

Die  ganze  Ostfront  bis  an  die  Karpathen  wurde  demnach  vom
Drinzen  Leopold  von  Bapern  befehligt.  Don  da  an  südlich  standen
die  7.  und  l.  österreichische  Armee  sowie  die  9.  deutsche  unter  dem
österreichischen  Thronfolger.  Dafür,  daß  dieser  nichts  verderben

1)  Es  waren  dies  die  10.,  11.  und  12.  baberische  Infanterie=  und  die
s.  baverische  Reservedivision,  sowie  die  6.  und  7.  Navalleriedivifon.