352

ostsiebenbürgischen  Grenze  trotz  aller  Massenstürme  der  Russen  zu
Ende  ging,  fand  auch  die  Brussilow-Offensive  ihren  Abschluß,  weil
auch  die  Angriffskräfte  des  gewaltigen  Slawenreichs  erschöpft  waren.
Ebenso  bedurfte  aber  auch  das  deutsche  Heer  dringend  der  Ruhe  und
neuer  Erstarkung  für  den  gewaltigen  Kampf,  der  noch  bevorstand.

VDorbereitung  zum  weiteren  ktriege  im
Winter  1016/Tr.

Aus  gewaltiger  Krisis  Katte  Kindenburg  den  Staat  gerettet.  Den
Angriff  auf  Verdun  hatte  man  allerdings  aufgeben  müssen,  aber
Rumänien  hatte  man  niedergeworfen  und  die  reichen  Rilfsquellen
dieses  Landes  sich  dienstbar  gemacht;  an  der  Somme  hatte  man  den
übermächtigen  Feind  zum  Stehen  gebracht,  und  ebenso  war  an  der
Ostfront  der  Feldzug  zum  Dorteil  der  Mittelmächte  beendet  worden.
Aördlich  der  Hripjetsümpfe  waren  alle  Angriffe  des  Feindes  abgewiesen
  worden,  und  im  Süden  hatten  zwar  die  Ssterreicher  viele
Gefangene  und  Uberläufer  sowie  wertvolles  Gelände  verloren,  dentschen
  Rilfstruppen  aber  war  es  gelungen,  den  Feind  zum  Stehen
zu  bringen,  bevor  er  in  Galizien  ausschlaggebende  Dorteile  erzielen
oder  über  die  Karpathen  in  Ungarn  einbrechen  konnte.  In  allen
diesen  Kämpfen  aber  hatte  sich  die  Widerstandskraft  Deutschlands
doch  verringert.  Bedeutende  erluste  waren  eingetreten,  die  gar
nicht  oder  nicht  vollwertig  ersetzt  werden  konnten,  und  in  Rumänien
mußten  auch  Truppen  belassen  werden,  wenn  man  das  Land  —  was
notwendig  war  —  überhkaupt  behalten  wollte.  Der  Ausgang  des
Krieges  war  bei  dieser  Lage  durchaus  ungewiß,  um  so  mehr,  als
die  Kriegserklärung  der  ereinigten  Staaten  zu  erwarten  war.  So
bestand  jetzt  die  doppelte  Pflicht:  einmal  den  Dersuch  zu  machen,  zu
einem  annebmbaren  Frieden  zu  gelangen,  dann  aber  auch  den
weiteren  Krieg  um  Sein  oder  Michtsein  Deutschlands  vorzubereiten,
wenn  dieser  Dersuch,  wie  vorauszuseben  war,  scheitern  sollte.

Am  12.  Dezember  1016  wurde  daher,  als  Rumänien  niedergeworfen
war  und  Deutschland  sich  in  scheinbar  glänzender  militärischer  Lage
befand,  der  Hräsident  der  Dereinigten  Staaten  Wilson  um  die  Dermittelung
  eines  gerechten  Friedens  gebeten.  Er  war  auf  Grund
seiner  offen  zur  Schau  getragenen  Friedensliebe  am  7.  Rovember  1016
auf  vier  weitere  Jahre  zum  Hräsidenten  gewählt  worden.  Ein  ähnlicher
  Schritt  geschah  auf  Anregung  Esterreichs.  Mit  Bohn  wies  die
Entente  jede  solche  Friedensidee  zurück.  Wer  die  Beweggründe  zu
würdigen  wußte,  die  den  Weltkrieg  bedingten,  hätte  dieses  Ergebnis
voraussehen  können.  Besonders  England,  wo  am  9.  Dezember  1016
Cloyd  George  Minister  geworden,  und  mit  ihm  die  entschlossenste
Richtung  ans  Ruder  gekommen  war,  wies  jeden  Friedensgedanken
weit  von  sich.  Deutschland  sollte  vernichtet  werden,  um  einerseits