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die  gefährliche  Nebenbuhlerschaft  mit  Frankreich  auf  dem  europäischen
  Festlande  endgültig  aus  der  Welt  zu  schaffen,  andererseits
um  Englands  Alleinherrschaft  im  Welthandel  zu  begründen  und
Rußland  den  Weg  nach  Konstantinopel  zu  öffnen.  Mit  letzterem
freilich  Rätte  man  —  wie  es  scheint  —  zu  einem  Sonderfrieden  gelangen
  können.  Ein  solcher  ist  damals,  soviel  sich  übersehen  läßt,
durch  Herrn  Scheidemann  verhindert  worden,  der  im  Frühjahr
101%  zu  Verhandlungen  nach  Stockholm  geschickt  wurde.  So  mußten
denn  auch  ferner  die  Waffen  entscheiden.

Auf  diesem  Gebiete  aber  feklte  so  gut  wie  alles.  Der  Krieg
war  bisher  geführt  worden,  ohne  daß  das  deutsche  Dolk,  und  leider
auch  seine  Staatsmänner,  sich  ein  Bild  von  seiner  Tragweite  gemacht
hätten.  Außergewöhnliche  Maßregeln  waren  daher  nirgends  ergriffen
  worden.  Hindenburg  und  sein  Ratgeber  bewriffen  jedoch  sehr
bald,  daß  die  Nation  als  solche  ihre  ganze  Kraft,  ihr  alles  einsetzen
  mußte,  wenn  sie  den  Krieg  auch  jetzt  noch  gewinnen  wollte.
Die  Antwort,  die  die  Entente  dem  Friedensangebot  hatte  zuteil
werden  lassen,  hatte  es  völlig  klar  gemacht,  daß  die  Lage  Deutschlands
  und  seiner  Derbündeten  vom  Feinde  erkannt  sei,  daß  die
Gegnerstaaten  eine  völlige  Vernichtung  der  Mittelstaaten  als  möglich
  ins  Auge  gefaßt  hatten  und  mit  der  Gewißheit  des  Erfolges  an
diesem  Dernichtungsgedanken  festhielten.  Diesem  ernichtungswillen
galt  es  jetzt  entgegenzutreten,  ein  Erfolg  aber  war  nur  zu  erhoffen,
wenn  alle  Kräfte  des  Dolkes  in  die  Wagschale  geworfen  wurden.
Das  war  es  denn  auch,  was  die  Oberste  Reeresleitung  anstrebte.
Aus  diesem  Gesichtspunkte  heraus  wurde  das  „HBindenburgprogramm“
  aufgestellt;  von  ihm  aus  wurde  der  Zückzug  in  die
Siegfriedstellung  beschlossen;  und  auch  sonst  wurden  rückwärtige
Stellungen  geschaffen;  von  ihm  aus  wurde  auch  der  Gedanke  der
allgemeinen  Dienstpflicht  aller  Staatsbürger  gefaßt  und  der  Versuch
gemacht,  alle  lebendigen  Kräfte  der  Mation  in  den  Dienst  dieses  wahrhaft
  nationalen  Krieges  zu  stellen.

Soweit  es  sich  um  rein  militärische  Dinge  handelte,  drang  der
Feldmarschall  auch  durch.  Die  Erzeugung  von  Waffen,  Hulver  und
Munition  sowie  von  Geschützen  aller  Kaliber,  von  Maschinengewehren,
  Gas=  und  ZRebelgeschossen,  Lastkraftwagen  und  Flugzeugen
wurde  sstematisch  erhöht;  leichte  Maschinengewehre,  von  denen
jede  Kompanie  erst  vier,  dann  sechs  erhalten  sollte,  wurden  eingeführt.
  Im  Kriegsministerium  wurde  als  SZentralbehörde  das
Kriegsamt  eingerichtet,  in  dem  die  Ersatz=  und  Arbeitsfrage,  die
Rokstoffbeschaffung  und  die  Waffen=  und  MWunitionserzeugung  in
besonderen  Abteilungen  bearbeitet  wurden.  So  gelang  es  allmählich,
das  „BHindenburgprogramm“  zu  verwirklichen,  wenn  auch  anfangs,
wie  das  nur  natürlich  ist,  manche  Fehler  gemacht  wurden.  Für  die
Beschaffung  von  Kohle  und  Sisen,  die  die  Grundlage  jeder  Industrie
bilden,  für  die  Beranziehung  des  rumänischen  Gls  für  den  Kraft--