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Auch  die  Hresse  arbeitete  an  der  Zersetzung  der  öffentlichen
Meinung,  und  es  gelang  der  Obersten  Heeresleitung  trotz  aller  Bemũhungen
  nicht,  sie  einheitlich  dem  Vaterlande  dienstbar  zu  machen.
Der  Reichskanzler  lehnte,  wahrscheinlich  in  Rücksicht  auf  die  Cinksparteien,
  die  Forderung  ab,  eine  Stelle  für  ihre  einheitliche  Führung
zu  schaffen.  Auch  fehlte  das  Derständnis  für  ihre  Bedeutung,  und  so
arbeitete  sie  nach  wie  vor  im  zersetzenden  Einfluß  der  Harteien  und
verbreitete  im  Dolk  unklare  Ideen  über  die  Segnungen  eines  Derständigungsfriedens
  und  einer  dem  Namen  nach  freisinnigeren  Derfassung.
  Sie  gab  dem  Auslande  ein  zutreffendes  Bild  von  der
inneren  Zerfahrenheit  und  der  politischen  Unreife  des  deutschen
Dolkes.  Auch  die  Sensur  vermochte  diese  Sustände  nicht  zu  ändern;
die  Regierung  aber  sah  in  haltloser  Schwäche  zu  und  wagte  es  nicht,
energisch  einzuschreiten.  So  wurde  das  Gift  der  falschen  und  unklaren
Meinungen  im  Interesse  der  vaterlandslosen  Harteien  immer  weiter
verbreitet.  Es  war  eine  wahre  Sispphusarbeit,  die  die  Gberste
Beeresleitung  politisch  zu  leisten  hatte.  Sie  sah  das  Rotwendige  ein,
stieß  aber  überall  nur  auf  Schwäche,  Tatenlosigkeit  und  unendlichen
Formelkram,  der  in  Seiten,  in  denen  es  um  das  Dasein  und  die  Ehre
des  deutschen  Dolkes  ging,  unendlich  ernst  genommen  wurde,  um
jede  Tat  zu  vermeiden.  Die  Sozialdemokratie  arbeitete  ganz  offen
an  dem  TNiedergange  Deutschlands.  Schon  im  Jahre  1015  bekannte
der  sozialdemokratische  Landtagsabgeordnete  Ströbel,  daß  ein  voller
Sieg  des  Reiches  den  sozialdemokratischen  Interessen  nicht  entsprechen
  würde.  Wenn  man  dazu  die  ungeheure  Tätigkeit  der  feindlichen
  Dropaganda  nimmt,  die  mit  allen  Mitteln  arbeitete  und  in
Deutschland,  das  einer  nachhaltigen  Begeisterung  unfähig  zu  sein
scheint,  den  Boden  wohlvorbereitet  fand,  dann  versteht  man,  daß
Kindenburg  in  seinen  vaterländischen  Zestrebungen  immer  wieder
scheiterte  und  nur  in  der  Armee  Wertvolles  und  Bleibendes  erreichte.
Swar  war  diese  durch  die  vielen  Verluste  ihrer  Besten  tief  erschüttert,
aber  noch  war  der  Geist  des  Heeres  gut,  wenn  es  auch  aus  der
Heimat  keinen  Suwachs  an  moralischer  Kraft  erhielt.  Es  gelang
denn  auch  im  Laufe  des  Winters,  ihm  die  taktische  Kraft  der  vergangenen
  Seit  wenigstens  zum  Teil  wiederzugeben  und  Außerordentliches
  auf  diesem  Gebiete  zu  leisten.

Sunächst  wurden  15  Divisionen,  allerdings  auf  Kosten  der  Bataillonsstärken,
  neugebildet.  Es  wurden  ferner  zahlreiche  TMeuformationen
  an  Feld-  und  schwerer  Artillerie  aufgestellt;  eine  eigene
Heeresfeldartillerie  wurde  geschaffen,  die  an  den  verschiedenen.
Kampffronten  eingesetzt  werden  konnte.  Die  TLuftstreitkräfte  und  besonders
  die  Fliegerwaffe  wurden  sehr  erheblich  ausgebaut;  Oberst
Thomsen  machte  sich  besonders  darum  verdient.  Die  Fliegerabwehr
wurde  verbessert.  Aus  einem  großen  Teile  der  Kavallerie  wurden
Kavallerieschützenregimenter  in  Bataillonsstärke  gebildet.  Kolonnen
und  Trains  wurden  bodenständig  gemacht,  weil  ihr  häufiger  Trans-