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port  auf  der  Eisenbahn  zuviel  Kräfte  in  Anspruch  nahm.  Der
Stellungsbau  wurde  in  jeder  Weise  gefördert  und  dem  taktischen  Verhalten
  der  Infanterie  angepaßt.  Dieses  wurde  allmählich  vollständig
  geändert,  und  es  ist  nicht  zu  leugnen,  daß  dazu  ein  großes  Dertrauen
  in  die  selbständige  Tüchtigkeit  dieser  Waffe  erforderlich  war,
das  übrigens  gerechtfertigt  worden  ist.

Während  bisher  die  Infanterie  in  starren  Linien  an  ihre
Stellung  gebunden  war  und  dementsprechend  die  vordersten  Gräben
stark  besetzt  wurden,  wurde  nunmehr  eine  bewegliche  Derteidigung
eingeführt.  Die  vordersten  Linien  wurden  nur  schwach  besetzt  und
durften  im  Motfall  aufgegeben  werden.  Dann  aber  war  die  Stellung
im  Gegenstoß  wiederzunehmen.  So  wurde  auch  die  Derteidigung
immer  mehr  auf  die  Offensive  eingestellt,  die  für  die  deutsche  Armee
charakteristisch  war,  und  die  Sahl  derer  wurde  herabgemindert,  die
in  der  vordersten  Linie  gefangen  werden  konnten.  Auch  die  Schießkunst
  wurde  verbessert;  überall  wurden  Kurse  für  Offiziere  aller
Grade  und  Unteroffiziere  zur  Derbesserung  der  Ausbildung  eingeführt.
  Auch  Minenwerferformationen,  Hionier=  und  Nachrichtentruppen
  erhielten  besondere  Schul-  und  Ubungsplätze.  Die  Ausbildung
  der  Armee  für  die  Abwehr  war  demnach  eine  ungeheuer
umfangreiche  Arbeit.  Sugleich  aber  galt  es,  die  Kräfte  nach  Möglichkeit
  zu  verstärken.  Daß  die  Heimat  in  diesem  Sinne  ausgebeutet
wurde,  versteht  sich  von  selbst.  Sbenso  nahe  aber  lag  der  Gedanke,
Dolen  zur  Gewinnung  von  Truppen  auszunutzen.

Bier  hatten  sowohl  der  deutsche  Reichskanzler  als  auch  der  Leiter
der  österreichischen  Holitik  den  Gedanken  gefaßt,  ein  selbständiges
Königreich  Holen  zu  schaffen.  Der  Gedanke  war  so  unglücklich  wie
nur  irgend  möglich,  denn  ganz  abgesehen  davon,  daß  dadurch  jeder
Sonderfriede  mit  Rußland  unmöglich  wurde,  war  auch  vorauszusehen,
  daß  ein  solcher  Staat  niemals  für  die  Mittelmächte  Hartei
ergreifen,  sondern  stets  seine  eigenen  verräterischen  Wege  gehen
würde.  Die  politische  Leitung  war  aber  unbegreiflicherweise  auf
diesen  Gedanken  fest  eingeschworen.  Die  Oberste  Beeresleitung  mußte
daher  versuchen,  wenigstens  für  die  Armee  aus  dieser  politischen  Ungeheuerlichkeit
  Nutzen  zu  ziehen,  um  so  mehr,  da  der  GeneralgLouverneur
  von  Zeseler  vier  bis  fünf  Divisionen  und  später  noch
mehr  in  Aussicht  stellte  So  wurde  denn  am  5.  Movember  lol6  das
Königreich  Holen  proklamiert  und  jeder  Sonderfrieden  mit  Kußland
dadurch  in  Frage  gestellt.  Sehr  bald  stellte  sich  dann  auch  heraus,
daß  eine  polnische  Armee,  die  eine  Erweiterung  der  schon  bestehenden
  Polenlegion  sein  sollte,  unmöglich  war.  Man  mußte  auf  sie
trotz  der  Ansicht  des  Generalgouverneurs  verzichten.  Auch  dieser
kam  von  seinem  Gedanken  sehr  bald  zurück  und  mußte  seinen  allerdings
  unbegreiflichen  Irrtum  bekennen.  Wenn  es  mithin  nicht  gelang,
  polnische  Truppen  zur  Derstärkung  der  Armee  aufzustellen,  so
konnten  doch  andererseits  Ersparnisse  an  TCruppen  gemacht  werden,