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würde  und  600  000  Tonmen  jeden  Monat  versenkt  würden,  England
binnen  sechs  Monaten  zum  Frieden  zwingen  werde,  wohlgemerkt  aber
nur  dann,  wenn  er  sofort  begönne.  Die  Denkschrift  beruhte  nämlich
auf  Berechnungen,  die  für  den  Dezember  1915  gültig  waren.  Seitdem
  war  nun  aber  über  ein  Jahr  verstrichen,  und  die  Derkältnisse
hatten  sich  vollständig  geändert.  England  hatte  alle  Seit  gehabt,  sich
auf  den  U-Zoot-Krieg  vorzubereiten.  Es  hatte  soeben  aus  Amerika
550  U-Zoots-Serstörer  bezogen.  Es  hatte  alle  Handelsschiffe  bewaffnet,
  seine  Derpflegungsreserve  im  Inlande  wesentlich  erhöht,
und  das  Fahren  der  Schiffe  in  Geleitzügen  angeordnet.  Der  Neubau
von  Schiffen  in  Amerika  und  England  war  mit  aller  Kraft  gefördert
worden,  und  auch  sonst  waren  alle  nur  denkbaren  Maßregeln  zur
Abwehr  von  U-Zooten  getroffen.  Es  war  selbstverständlich,  daß
man  im  Frübjahr  10tk  nicht  mehr  mit  den  gleichen  Ergebnissen  rechnen
  konnte  wie  im  Winter  1015  auf  1016,  trotzdem  die  Sahl  der  vorhandenen
  U-ZBoote  wesentlich  erhöht  worden  war.  In  sechs  Monaten
konnte  England  jetzt  nicht  mehr  niedergeworfen  werden.  Immerbhin
war  ein  Niederkämpfen  dieses  Staates  in  absehbarer  Frist  wahrscheinlich,
  und  auch  nur  mit  diesem  Faktor  rechnete  der  Generalstab.
Es  gab  aber,  soweit  Menschen  urteilen  konnten,  kein  anderes  Mittel
mehr,  den  Krieg  trotz  der  gewaltigen  Übermacht  der  Feinde  siegreich
zu  beenden.  Daß  Amerika  daraufbin  den  Krieg  erklären  würde,  war
freilich  sicher.  Man  hoffte  jedoch,  mit  dem  Feinde  in  Europa  durch
den  U-Boot-Krieg  frükher  fertig  zu  werden,  als  Amerika  in  der  Lage
wäre,  die  Feindseligkeiten  zu  eröffnen;  war  doch  dieser  Staat  weder
zu  Lande  noch  zur  See  auf  einen  Krieg  vorbereitet.  Es  mußte
längere  Seit  dauern,  eine  kriegsbrauchbare  Armee  zu  schaffen  und
nach  Europa  hinüberzubringen.  Man  konnte  hoffen,  durch  den
U-Boot-Krieg  so  viel  Schiffsraum  zu  vernichten,  daß  ein  solcher
Transport  unmöglich  werden  würde.  So  hieß  denn  die  Harole  für
den  Zachsten  Feldzug:  Defensive  auf  beiden  Landfronten,  Offensive
zur  See.

Demgegenüber  glaubte  die  Entente  ihres  Sieges  im  Jahre  1017
sicher  zu  sein.  Sie  verließ  sich  ganz  auf  ihre  überwältigende  überlegenheit
  an  Menschen  und  Material.  Sie  glaubte  auch  der  moralischen
  Überlegenheit  ihrer  Truppen  über  das  deutsche  Heer  auf
Grund  der  Erfahrungen  bei  Verdun  und  an  der  Somme  sicher  zu
sein.  Die  Führung  und  die  Werte,  die  diese  zu  schaffen  vermochte,  zog
sie  wenig  in  Betracht.  Es  lag  darin  eine  gewaltige  Überschätzung
der  Maschine  gegenüber  den  geistigen  und  seelischen  Kräften,  die
eine  Truppe  unüberwindlich  machen  können.  Zur  See  aber  war  sie
an  die  schwächliche  Haltung  der  deutschen  Regierung  gewöhnt,  und
Aaubte  an  keinerlei  Energie.  Im  übrigen  hatte  sie  alles  irgend
mögliche  getan,  um  die  Wirkung  der  U-Boote  zu  paralpsieren.