306

—.

brach  überall  blutig  zusammen,  ja  die  Verluste  waren  so  ungeheure,
daß  in  der  französischen  Armee  sich  Meutereien  geltend  machten,  die
allerdings  mit  großer  SEnergie  unterdrückt  wurden,  die  aber  doch  zu
der  Auffassung  führten,  der  auch  der  Kriegsminister  Ausdruck  verlieh,
  daß  solche  Verluste  nicht  mehr  vorkommen  dürften.  Nivelle,  der
überall  in  dicken  Massen  angegriffen  hatte,  mußte  den  Hlatz  räumen
und  wurde  durch  den  General  Pétain  ersetzt,  der  sich  durch  die  erfolgreiche
  Derteidigung  von  Derdun  einen  Namen  gemacht  hatte.
Die  Deutschen  aber  hatten  einen  Abwehrsieg  erfochten,  der  auch
durch  den  geringen  Geländeverlust,  den  sie  dabei  erlitten  hatten,
nicht  beeinträchtigt  werden  konnte.  Die  Franzosen  andererseits  hatten
ihre  Angriffskraft  vorerst  eingebüßt;  denn  wenn  es  in  der  angegriffenen
  Kront  in  den  kommenden  Wonaten  auch  noch  vielfach  zu
örtlichen  Kämpfen  kam,  und  auch  vor  Derdun  gefochten  wurde,  so
konnte  doch  in  der  nächsten  Seit  wenigstens  nichts  Entscheidendes  von
ihnen  unternommen  werden.

Der  Derlust  des  Wptschaetebogens  und  andere
örtliche  Kämpfe.

Durch  die  gewaltigen  Schlachten  bei  Arras,  an  der  Aisne  und  in
der  Champagne  war  es  den  Westmächten  nicht  gelungen,  die  Deutschen
  niederzuringen  und  aus  Frankreich  zu  vertreiben.  Eine  Aussicht,
  dieses  Ziel  jetzt  noch  zu  erreichen,  war  nicht  vorhanden,  dagegen
  errang  der  U-Boot-Krieg  Erfolge,  auf  die  man  nicht  gefaßt
gewesen  war.  Es  kam  daher  für  die  Entente  vor  allem  darauf  an,
die  Basis  zu  zerstören,  von  der  die  U-Boote  ausgingen,  um  wenigstens
  das  Herüberkommen  der  Amerikaner  sicherzustellen,  auf  die  man
seit  dem  Susammenbruch  Rußlands  die  meisten  Hoffnungen  setzte.
Die  Franzosen  und  Engländer  hielten  es  daher  für  nötig,  den  Schwerpunkt
  ihrer  Angriffe  fortan  nach  Klandern  und  an  die  Meeresküste
zu  verlegen.  Ein  solcher  Angriff  aber  war  nur  möglich,  wenn  es
gelang,  den  sogenannten  Wytschaetebogen,  d.  h.  das  südlich  Upern
vorspringende  Geländestück,  das  von  den  Deutschen  in  heißen  Kämpfen
  erobert  worden  war,  vorher  wegzunehmen,  weil  von  ihm  aus
jeder  weiter  nördlich  unternommene  Angriff  flankiert  werden  konnte.
Abgesehen  aber  davon  kam  es  darauf  an,  die  Aufmerksamkeit  der
Deutschen  von  Flandern  abzulenken  und  an  den  verschiedensten
Stellen  anzugreifen,  ohne  eine  Entscheidung  ins  Auge  zu  fassen.
Dementsprechend  sollte  gehandelt  werden.

Den  ersten  Sweck  glaubte  man  jedoch  durch  reine  Waffengewalt
nicht  erreichen  zu  können  und  nahm  daher  zu  ausgedehnten  Minenwirkungen
  seine  Suflucht,  die  in  dieser  Gegend  schon  mehrfach  angewendet
  worden  waren.  Deutscherseits  merkte  man  aus  bisher  noch
unaufgeklärten  Gründen  nichts  von  der  unterirdischen  Arbeit  der