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Im  Vorden  auf  dem  armenischen  Kriegsschauplatz  traten  besondere
  Ereignisse  nicht  ein.  Die  Russen  bauten  ihre  rückwärtigen
Derbindungen  aus,  und  die  Türken,  deren  2.  und  3.  Armee  in  der
Heeresgruppe  Jzzet  Hascha  zusammengefaßt  wurden,  waren  viel  zu
schwach,  um  etwas  Ernstliches  zu  unternehmen.  Runger  und  Flecktrphus
  räumten  furchtbar  unter  den  Truppen  auf;  es  kam  nur  zu
kleineren  belanglosen  Gefechten,  bis  schließlich  die  russische  Revo
lution  allen  größeren  Unternehmungen  ein  Ende  machte,  wenn  auch
der  Kriegszustand  zunächst  noch  fortdauerte.

Während  demnach  in  Asien  die  Dinge  weniger  günstig  standen
als  man  gehofft  hatte,  brachte  der  Seekrieg  zwar  unerwartete  Erfolge,
  aber  doch,  nicht;  wie  der  Admiralstab  sich  versprochen  hatte,
die  Entscheidung  des  Krieges,  ja  es  war  vorauszusehen,  daß  eine
solche  in  der  ausgesprochenen  Weise,  wie  sie  gedacht  war,  überhaupt
nicht  eintreten  werde,  denn  Amerika  hätte  sich  sicherlich  nicht  zum
Krieg  entschlossen,  wenn  es  nicht  mindestens  gehofft  hätte,  ihn  trotz
des  U-Boot-Krieges  mit  Erfolg  führen  zu  können.  Immerhin  waren
die  Dersenkungsziffern  bedeutend,  und  im  Juni  wurde  sogar  ein
Ergebnis  erzielt,  das  zu  den  besten  Hoffnungen  berechtigte.  Es  waren
im  Februar  644000,  im  April  822000,  im  Mai  860  000  und  im
Juni  sogar  1016  000  Tonnen  versenkt  worden.  Doch  hatten  auch
die  Abwehrmittel  der  Feinde  bedeutend  zugenommen.  Sie  fuhren
in  stark  gesicherten  Geleitzügen,  sie  bewaffneten  alle  Zandelsschiffe,
stellten  Unterseebootfallen  auf,  verseuchten  ganze  Meeresteile  mit
Minen,  suchten  die  Schiffahrtsstraßen  durch  Flieger  ab,  die  die  Unterseeboote
  von  oben  her  wahrnehmen  konnten,  und  bekämpften  sie
aus  Luftfahrzeugen.  Trotzdem  war  bisher  die  Dersenkungsziffer
dauernd  gestiegen,  während  bis  Ende  Juni  nur  22  Boote  verlorengingen
  und  am  I.  August  die  Gesamtzahl  der  Boote,  einschließlich
der  25  Schulboote,  164  betrug.  Ein  ausgesprochener  Erfolg  war,
wie  gesagt,  nicht  erzielt  worden,  und  die  Stimmung  im  Lande  ging
immer  mehr  hBerunter.  Der  Glaube  an  den  Endsieg  war  vielen
Deutschen  verlorengegangen,  und  die  russische  Revolution  wirkte  aufregend
  auf  viele  Gemüter.

Die  Sozialdemokraten  und  die  Unabhängigen  gewannen  neuen
Mut.  Ihr  Sinn  war  lediglich  darauf  gerichtet,  selbst  zur  Macht  zu
gelangen.  Sahlreiche  Streiks  ließen  die  erschreckliche  Gleichgültigkeit
der  Arbeiter  gegen  das  Schicksal  der  Armee  erkennen.  Zu  der  Zeit,
in  der  die  Mot  am  größten  war,  in  der  das  Heer  am  härtesten  zu
ringen  hatte,  fielen  sie  ihm  durch  Arbeitseinstellung  in  den  wichtigsten
Betrieben  in  den  Rücken,  und  verübten,  wenn  auch  nicht  der  Form,
so  doch  der  Sache  nach,  Landesverrat.  Die  Regierung  aber  tat  nichts,
aber  auch  rein  gar  nichts,  um  Stimmung  und  Siegeswillen  zu  heben.
Im  Gegenteil!  Sie  schwankte  selbst  haltlos  hin  und  her,  sah  das
Unglück  kommen  und  tat  nichts,  um  es  zu  beschwören.  Der  Kaiser
hatte,  wohl  auf  den  Rat  Bethmann  Hollwegs,  schon  am  *.  April  einen