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Wäãäbhrend  auf  diese  Weise  im  Osten  gekämpft  wurde,  und  der
völlige  Zusammenbruch  Rußlands  jedermann  klar  wurde,  hatte  man
in  Deutschlands  maßgebenden  Kreisen  hauptsächliches  Interesse  für
die  inneren  Kragen.  Daß  das  Heer  der  moralischen  und  sachlichen
Unterstützung  des  ganzen  Dolkes  bedürfe,  um  siegen  zu  können,
daran  dachte  niemand.  Alle  maßgebenden  Leute  erstrebten  vielmehr
einen  Derständigungsfrieden,  ohne  zu  bedenken,  daß  ein  solcher  überhaupt
  nicht  zu  erreichen  sei.  Mit  ihm  glaubten  sie  die  Erweiterung
der  eigenen  Macht  zu  erlangen.  Der  Brief  Hindenburgs  an  den
Kaiser  vom  27.  Juni  1917  blieb  ergebnislos.  Die  Lage  verschärfte  sich
sogar,  als  der  Kanzler,  obgleich  er  den  Dernichtungswillen  des
Feindes  damals  endlich  richtig  beurteilte,  dennoch  der  beabsichtigten
Kriedensresolution  des  Zeichstages  beistimmte  und  das  allgemeine
Wahlrecht  für  das  preußische  Abgeordnetenhaus  in  sichere  Aussicht
stellte.  Am  10.  Juli  reichte  er  dann  aus  unbekannten  Gründen,  wohl
weil  er  sich  der  Lage  nicht  gewachsen  fühlte,  sein  Abschiedsgesuch
ein.  Es  wurde  vom  Kaiser  abgelehnt.  Das  veranlaßte  dann  Hindenburg
  und  Ludendorff,  auch  ihrerseits  um  den  Abschied  zu  bitten,  und
nunmehr  nahm  der  Kaiser  auf  den  Vortrag  des  Kronprinzen  hin
ein  erneutes  Abschiedsgesuch  des  Kanzlers  an  und  ernanmte  den
ganz  unbekannten  Dr.  Michaelis  zu  seinem  Nachfolger.  Der  Reichstag
  aber  beschloß  am  10.  Juli  eine  Friedensresolution,  die  einen
Derständigungsfrieden  für  ein  erstrebenswertes  Ziel  erklärte,  und  gab
daher  aller  Welt  kund,  daß  auf  eine  einheitliche  Kraftäußerung  der
Tation  nicht  mehr  zu  rechnen  sei.  Die  Resolution  wurde  am  10.  Juli
gefaßt,  am  Tage,  als  der  siegreiche  und  ruhmvolle  Angriff  des
Drinzen  Leopold  bei  Sborow  seinen  Anfang  nahm  und  gleich  zu
Beginn  die  entscheidensten  Vorteile  erstritt.  Im  deutschen  Reichstage
  aber  wurde  dieser  Sieg  der  deutschen  Waffen,  der  das  ganze
Beer  begeisterte,  als  —  Stimmungsmache  bezeichnet.  Wahrlich,
dieser  Reichstag  hat  sich  mit  dieser  Lußerung  selbst  das  Urteil
gesprochen.

Die  Lage  um  die  Mitte  1917.

Die  Ereignisse  in  der  ersten  Zälfte  des  Jahres  1917  hatten  die
Gesamtlage  vollständig  geändert.  Der  Ansturm  der  Franzosen  und
Engländer  war  vollkommen  gescheitert,  und  wenn  ein  neuer  bevorstand,
  so  verfolgte  er  doch  zunächst  nur  örtliche  Jwecke.  Amerika  war
anscheinend  erst  in  Jahresfrist  in  der  Lage,  Truppen  in  genügender
Sabl  und  Güte  auf  den  Kriegsschauplatz  zu  senden,  wenn  es  ihm
überhaupt  gelang,  sie  über  den  Ozean  zu  bringen.  Rußland  war
völlig  zusammengebrochen,  wie  der  gänzliche  Mißerfolg  der  zweiten
Brussilow-Offensive  zur  Genüge  bewiesen  hatte.  Auch  Rumänien
war  ohne  den  russischen  Rückhalt  zur  Machtlosigkeit  verdammt,  und
die  Saloniki-Armee  blieb  um  so  mehr  gefesselt,  als  für  eine  Offensive