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Flandernkämpfe  geleistet  haben,  überschreitet  eigentlich  das  Maß
menschlicher  Kräfte  und  bleibt  ihr  Ruhm  für  alle  Seiten.  In  wassergefüllten
  Geschoßtrichtern  lagen  die  Leute  einzeln  im  verschlammten
Gelände  und  mußten  sich  im  Kampfe  Mann  gegen  Mann  des  weit
überlegenen  Gegners  erwehren,  während  sie  nur  spärlich  verpflegt
werden  konnten.  Für  unsere  Feinde  aber  wird  es  eine  ewige  Schmach
darstellen,  daß  sie  der  wenigen  von  allen  Seiten  umstellten  und  ausgehungerten
  Gegner  nicht  Rerr  werden  konnten,  trotzdem  sie  die
ganze  Welt  hinter  sich  Ratten  und  von  Amerika  auf  das  ausgiebigste
mit  Munition  unterstützt  wurden.  Der  22.  Oktober  war  ein  neuer
Großkampftag,  derselbe  Tag,  an  dem  die  Franzosen  die  Laffauxecke
angriffen  und  nahmen.  Die  Engländer  griffen  das  Höhengelände
von  Becelaere,  Moorslede,  östlich  Haschendaele,  westlich  Westroosebeke
  sowie  den  Südrand  des  HBouthulster  Waldes  an  und  brachten
die  Deutschen  überall  in  kritische  Lagen.  Dennoch  gelang  es  ihnen
in  dieser  Richtung  nur  einen  Geländestreifen  zu  nehmen,  der  bei  einer
Breite  von  ungefähr  1200  m  etwa  300  m  tief  war,  und  auch  hiervon
wurden  ihnen  Teile  durch  deutsche  Gegenstöße  am  25.  und  24.  Oktober
  wieder  entrissen.

Die  zunehmende  Derschlammung  des  Geländes  machte  den
Kampf  fast  unmöglich.  Dennoch  setzten  die  Engländer  ihre  ganze
nationale  Sähigkeit  daran,  das  Beftig  umstürmte  Gelände,  das  ihnen
den  Weg  zu  den  deutschen  U-Boot-Stützpunkten  öffnen  sollte,  doch
noch  zu  erobern.  Den  26.  und  30.  Oktober,  sowie  den  6.  und  10.  November
  griffen  sie  immer  von  neuem  an  und  stellten  die  Widerstandskraft
  der  Deutschen  auf  die  härtesten  Droben.  Immer  aber  endeten
die  Angriffe  damit,  daß  die  Engländer  zwar  einen  geringen  Geländestreifen
  nahmen,  die  anfänglich  eroberten  Stellungen  aber  unter  der
Wirkung  des  deutschen  Gegenstoßes  und  des  deutschen  Tiefenfeuers
wieder  aufgeben  mußten.  Dabei  stand  fast  binter  jeder  deutschen
Division  eine  zweite  in  Reserve,  und  oft  war  auch  noch  eine  dritte
Cinie  vorhanden.  So  gelang  es  den  Deutschen  allmählich,  die  Angriffslust
  der  Engländer  zu  bändigen.  Der  Gewinn  der  letzten
Kampftage  beschränkte  sich  auf  die  Wegnahme  von  Haschendaele  und
der  Südspitze  des  Houthulster  Waldes  durch  die  Engländer,  im
gLanzen  aber  hatten  sie  in  mehr  wie  dreimonatlichen  Kämpfen  auf
20  km  Frontbreite  nur  ein  Gelände  von  7—8  km  Ciefe  erstreiten
können  und  hatten  für  diesen  Gewinn  ungeheure  Menschenopfer  gebracht,
  die  durch  ihn  nicht  aufgewogen  wurden.  Die  Böhe  der  Derluste
  kennen  wir  zwar  nicht,  doch  wissen  wir,  daß  93  englische  Divisionen,
  also  fast  die  ganze  englische  Armee,  in  Flandern  gefochten
und  geblutet  haben.  Die  Deutschen  aber  standen  trotz  aller  Verluste
siegreich  auf  dem  verteidigten  Boden.  Die  Engländer  hatten  ihren
Sweck  nicht  erreicht  und  ließen  nach  dem  10.  November  ihre  ergebnislosen
  Angriffe  einschlafen,  weil  sie  einsahen,  daß  solchen
Trupxpen  wie  den  deutschen  gegenüber  doch  nichts  zu  erreichen  sei.