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Wegnahme  der  Zaltischen  Inseln.

Während  die  Abwehrkämpfe  im  Westen  fast  die  ganze  Kraft
der  deutschen  Armee  in  Anspruch  nahmen,  khatte  die  Oberste  Heeresleitung
  die  Niederwerfung  Rußlands  doch  niemals  aus  den  Augen
verloren.  Sie  hoffte  auf  das  Susammenbrechen  Rußlands  infolge
der  Revolution  wie  auf  eine  Erlösung  aus  schwerer  Lage  und  tat
alles,  um  dieses  Ereignis  zu  beschleunigen.  So  wurde  auch  die  Unternehmung
  gegen  Esel,  die  hauptsächlich  einen  Druck  auf  Hetersburg
im  Sinne  eines  demnächstigen  Friedens  ausüben  sollte,  mit  aller
Tatkraft  in  die  Wege  geleitet.  Die  42.  Division,  die  zu  diesem  Swecke
vorübergehend  aus  Flandern  entlehnt  wurde,  und  eine  Radfahrerbrigade
  bildeten  die  Truppe,  die  die  Operation  ausführen  sollte,
und  man  versteht,  daß  Rindenburg  gespannt  auf  ihre  rasche  Beendigung
  wartete.  Demzufolge  hatte  auch  die  Flotte,  für  die  es  ein
Glück  war,  einmal  wenigstens  aus  ihrer  erzwungenen  Untätigkeit
herauszukommen,  bedeutende  Kräfte  für  das  Unternehmen  bereitgestellt.
  Swei  Geschwader  zu  je  5  Cinienschiffen  neuesten  2  Modells,
0  Kleine  Kreuzer,  47  Torpedoboote,  6  U-Boote,  die  2.  Minensuchflottille,
  4  Minenräumdivisionen,  eine  Suchhalbflottille  zu  etwa
60  Motorbooten  und  die  72  kleinere  Fahrzeuge  zählende  Klottille  des
Fregattenkapitän  Rosenberg,  unter  Führung  des  auf  dem  Großen
Kreuzer  „Moltke“  eingeschifften  Admirals  EShrhardt  Schmidt  bildeten
die  Streitmacht  zur  See  1).  Dazu  waren  10  Dampfer  beigetrieben,
die  die  Truppen  transportieren  sollten.  Diese  zählten  25000  Mann
und  5000  Pferde  mit  zahlreichem  Gerät.  Da  die  beigetriebenen
Schiffe  die  ganze  Truppenmasse  mit  voller  Bagage  nicht  transportieren
  konnten,  wurde  eine  zweite  Staffel  gebildet,  die  in  A#rensburg
landen  sollte.  Der  Weg  dahin  mußte  vorber  frei  gemacht  werden.
Die  Cinienschiffe  sammelten  sich  in  der  Danziger  Bucht,  die  Kleinen
Kreuzer  und  die  Transportflotte  im  Hafen  von  Libau.  Die  ganze
Unternehmung  rechnete  mit  einer  Überraschung  des  Gegners.  Die
Ausschiffung  sollte  in  der  Taggabucht  erfolgen,  deren  Eingang  durch
schwere  Batterien  gesichert  war;  diese  sollten  von  den  Cinienschiffen
rasch  niedergekämpft  werden.  Dann  kam  es  darauf  an,  die  Insel
rasch  in  Besitz  zu  nehmen,  die  IZnsel  Moon,  die  nur  durch  cinen
langen  Steindamm  mit  Osel  verbunden  war,  schnell  zu  besetzen  und
das  Entweichen  der  Besatzung  über  das  Meer  nach  dem  Festlande  zu

1)  Das  erste  Geschwader  bestand  aus  den  Linienschiffen  „MSnig“,  „ZBavern“
„Großer  Kurfürst“,  „Kronprinz“,  „Markgraf“;  das  wae¼  „Eriedrich  dem  Gr.“
König  Albert“,  „Haiserin“,  „Hrinz  Regent  Knitpold“,  „Naiser“.  An  kleinen
Kreuzern  waren  beteiligt:  „Königsberg",  „Marlsruhe",  „Mürnberg“,  „Frankfurt“,
„Danzig“,  „Neôlberg“,  „Straßburg“,  „Augsburg“  und  „Emden“,  auf  der  der  Führer
der  ans  10  Booten  bestehenden  2.  Corpedobootslotille  eingeschifft  war.  Es  nahmen
kerner  an  der  Unternehmung  teil:  die  6.  Torpedobootssiotille  mit  5  Booten,  die
s  und  9.  Torpedobootsflotille  mit  je  11  Booten,  bie  7z.  und  5.  Torpedobootsstotille
mit  je  8  Booten,  die  U.  Flotille  Kurland  und  die  im  Text  genannten  Minenfahrzenge.