32

—  —

die  den  Eingang  zur  Taggabucht  sperrten  und  von  den  Russen  vor
sorglicherweise  angelegt  worden  waren,  wurden,  wie  geplant,  rasch
niedergekämpft,  und  schon  um  10  Uhr  vormittags  des  12.  Oktober
war  die  Ausschiffung  in  vollem  Gange.  Es  wurden  nun  noch  die
Batterien  auf  der  südlichen  Halbinsel  Sworbe  und  bei  Kap  Coffei
auf  Dags  rasch  niedergekämpft,  der  Eingang  in  den  Rigaischen  Meerbusen
  wurde  trotz  der  Minenfelder  erzwungen,  und  während  die
Flotte  von  Süden  her  in  den  Moonsund  vordrang,  gingen  Torpedoboote
  von  Norden  her  gegen  Moon  vor,  da  das  Kassar  Wiek  für
große  Schiffe  nicht  passierbar  war.  Ein  russisches  Geschwader,  das
im  WMoonsund  gelegen  hatte,  wurde  unter  Dernichtung  des  Cinienschiffes
  „Slava“  nach  Norden  zurückgeworfen.  Gegen  den  —
kreuzer  „Bogatvr“  und  einen  Transportdampfer  wurden  Torpedotreffer
  erzielt,  der  Serstörer  „Grom“  wurde  genommen,  ein  KRanonenboot
  vernichtet.  Die  Deutschen  verloren  ein  Torpedoboot  durch
einen  Minentreffer.  Mehrere  Boote  erlitten  auch  sonst  RKavarien
infolge  der  schlechten  VDermessung  der  russischen  Gewässer  und  der
russischen  Minen,  von  denen  „Bapvern“  und  der  „Große  Kurfürst“
getroffen  wurden,  ohne  daß  sie  aus  der  Flotte  ausscheiden  mußten.
Im  ganzen  aber  gelang  die  Operation  vollkommen.  Die  Inseln
wurden  rasch  umstellt,  so  daß  nur  eine  geringe  Sahl  von  Truppen
über  Moon  entrinnen  konnte.  Am  15.  Oktober,  an  welchem  Tage  die
russische  Zesatzung  bei  Grissar  die  Waffen  streckte,  war  chsel  in
deutschem  Besitz:  am  18.  wurde  die  Insel  Moon  kampflos  besetzt;
am  20.  auch  Dagö  genommen,  wohin  ein  Landungskorps  von  3700
Mann,  500  Pferden  und  einer  Batterie  geschickt  worden  war.  Es
wurden  im  ganzen  20000  Gefangene  gemacht,  drei  Marineflugplätze
  genommen  und  über  100  Geschütze  erbeutet.  Das  Susammenarbeiten
  der  Armee  und  der  Flotte  hatte  glänzende  Ergebnisse  gehabt;
es  hatte  sich  aber  auch  gezeigt,  daß  die  russische  Armee  zu  einem
ernsten  Widerstande  nicht  mehr  befähigt  war.

Der  Feldzug  gegen  Jtalien.

Der  rasche  und  mühelose  Sieg  auf  den  Zaltischen  Inseln  ist  auf
die  Russen  zweifellos  nicht  ohne  Einfluß  geblieben.  Ihre  Armee  löste
sich  unter  dem  Einfluß  der  Revolution  und  der  wiederholten  Niederlagen
  immer  weiter  auf.  Dennoch  scheuten  die  Deutschen  immer
noch  vor  dem  Entschluß  zurück,  dem  Feinde  wenigstens  an  der  Küste
entlang  in  das  grenzenlose  Rußland  zu  folgen.  Auch  mußten  sie
sich  zunächst  gegen  Jtalien  wenden,  um  Ssterreich  zu  stützen,  das
andernfalls  mit  völligem  Susammenbruch  und  mit  dem  dadurch  bedingten
  Austritt  aus  dem  Bündnisse  drohte.  Dagegen  mußte  nun  ein
Angriff  auf  die  Moldau  und  die  dortige  wieder  erstarkte  rumänische
Armee  schweren  HBerzens  aufgegeben  werden.  Ludendorff  hatte  ihn
gexlant,  um  im  Osten  völlig  reinen  Tisch  zu  machen,  bevor  man