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die  Grenzen  Südfrankreichs  nach  völliger  Tiederwerfung  und  Dernichtung
  der  italienischen  Armee  nach  sich  gezogen  haben  würde.
Viele  Einsichtsvolle  halten  einen  Zusammenbruch  Frankreichs  in
diesem  Falle  für  wahrscheinlich.  Zu  so  weitreichenden  und  kühnen
Gedanken  vermochte  sich  jedoch  die  österreichische  Heeresleitung
nicht  aufzuschwingen,  und  das  um  so  weniger,  als  der  ganz
unselbständige  Kaiser  Karl  den  Oberbefehl  über  das  gesamte
Unternehmen  führte.  Ludendorff  glaubte  sich  allerdings  gegen  den
Kaiser  durch  den  deutschen  Oberbefehlshaber  der  14.  Armee,  General
  Otto  von  Below,  und  dadurch,  daß  die  Gruppe  Krauß  diesem
unterstellt  war,  genügend  gesichert,  der  Kaiser  von  Esterreich  aber
wußte  dennoch  seinen  verderblichen  Einfluß  zur  Geltung  zu  bringen,
und  die  österreichische  Oberste  Beeresleitung  steckte  ganz  in  kleinlichen
  Anschauungen  und  dachte  nur  an  eine  örtliche  Besserung  der
Cage.  Sie  wollte  bis  Cividale,  höchstens  an  den  Tagliamento  vorgehen,
  und  traf  keinerlei  Maßregeln  zur  Weiterführung  der  Operation.
  Dementsprechend  war  auch  die  Reserve  von  vier  Divisionen
mehr  nach  dem  linken  Flügel  hin  hinter  der  Mitte  zurückgehalten,
während  sie  selbstredend  auf  den  rechten  gehörte.  An  diesem  Derhalten
  ist  denn  schließlich  auch  der  volle  kriegsentscheidende  Erfolg
gescheitert.  Was  überhaupt  erreicht  wurde  —  und  das  soll  gewiß
  nicht  verkleinert  werden  —,  ist  in  Esterreich  von  den  Unterführern
  geleistet  worden,  die  weiter  dachten,  als  ihre  hohen  Vorgesetzten.


Obgleich  der  Tolmeiner  Kessel  großenteils  vom  Feinde  eingesehen
  war,  gelang  es  denncch,  acht  Divisionen  —  fünf  in  erster,
drei  in  zweiter  Linie  —  und  über  1000  leichte  und  schwere  Geschütze
vom  Feinde  unbemerkt  aufzubauen.  Noch  weitere  drei  Divisionen
konnten  auf  den  zwei  verfügbaren  Straßen  nachgeführt  und  alles
zum  Angriff  vorbereitet  werden.  Dieser  wurde  zwar  den  Italienern
verraten,  die  daraufhin  ihre  vordere  Linie  wesentlich  verstärkten;  den
Erfolg  vermochten  sie  aber  nicht  in  Frage  zu  stellen.  Statt  am  22.,
wie  zuerst  geplant,  fand  der  Angriff  am  24.  Oktober  statt,  weil
die  Esterreicher  ihre  Artillerie  nicht  früher  in  Stellung  hatten;
dann  aber  ging  die  14.  Armee  nach  mehrstündigem  Artillerie-,  Gasund
  Gerstörungsfeuer  in  verschiedenen  Gruppen  vor:  das  Klitscher
Korps  über  Saga,  die  Deutschen  über  Karfreit  und  weiter  südlich,
mit  dem  äußersten  linken  Flügel  über  Bainsizza  in  der  Richtung  auf
Canale.  Sie  hielten  sich  so  weit  als  möglich  an  die  Talstraßen  und
führten  den  Angriff  mit  unaufhaltsamer  Energie  und  Nachhaltigkeit,
trotz  des  beispiellos  schlechten  Wetters.  Die  auf  den  Bergen  fechtenden
  Italiener  wurden  gefangengenommen.  Der  Stolrücken  und
der  Monte  Mataju  wurden  erobert.  Auf  dem  ersteren  ergaben  sich
den  Esterreichern  ein  Brigadekommandeur  und  5000  Mann,  auf
dem  Rombon  3—4000  Mann,  den  Deutschen  etwa  10000  Mann.
Die  Truppen,  die  der  10.  österreichischen  Armee  gegenüberstanden,