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lebten  die  Kämpfe,  die  während  der  heißen  Sommermonate  mehr
oder  weniger  geruht  hatten,  wieder  auf.  Die  Franzosen  griffen  westlich
  des  Drespa-,  Wlalik=  und  Ochridasees  an,  in  den  Gebieten  der
albanischen  Berge,  des  oberen  Devoli  und  Skumbi,  und  gelangten
bis  zur  Mokra  Hlanina,  konnten  aber  ihre  Absicht,  westlich  um  den
Ochridasee  herum  in  die  Kämpfe  bei  Monastir  einzugreifen  und  die
feindliche  Front  vom  rechten  Flügel  her  aufzurollen,  angesichts  des
gegnerischen  Widerstandes  nicht  durchfülren.  Es  kam  zwar  zu  endlosen
  Gefechten,  diese  aber  schliefen  gegen  Ende  des  Jahres  ein,  ohne
etwas  zu  erreichen,  obgleich  die  Stärke  der  Orient-Armee  durch  Hinzutritt
  der  Griechen  um  schließlich  200000  Mann  erhöht  wurde.
Der  General  Sarrail  war  offenbar  der  Sache  nicht  gewachksen  und
wurde  am  24.  Dezember  1917  durch  den  tatkräftigen  General  Franchet
d'Espérey  ersetzt.  So  wirkte  die  Grient-Armee  wie  eine  fortwährende
Drohung  auf  die  Lage  der  Deutschen,  und  nur  wenige  vollständig
zuverlässige  Truppen,  höhere  Stäbe  und  einzelne  kleinere  Truppenverbände,
  standen  an  Ort  und  Stelle  bereit,  sie  zu  beschwören.

Weniger  günstig  noch  lagen  die  Derhältnisse  zur  See  und  auf
den  außereuropäischen  Kampfplätzen.

Die  Marine  hatte  die  hohe  Versenkungsziffer  des  Monats  Juni
nicht  aufrecht  erhalten  können.  Im  Juli  wurden  811000,  im  August
808  000,  im  September  672000,  im  Oktober  674000,  im  November
607  O00  und  im  Dezember  1014  702000  Tonnen  an  Schiffsraum
versenkt.  An  ein  rasches  Miederwerfen  des  Feindes  durch  das  Mittel
des  U-Boot--Krieges  war  nicht  mehr  zu  denken.  Ja,  durch  ihn
wurden  nicht  einmal  die  Amerikaner  verhindert,  nach  Europa  herüberzukommen.
  Schon  im  Juni  Llolk  traf  die  erste  amerikanische  Division
  —  allerdings  nur  zum  Seichen  kommender  Ereignisse  —  ein,  die
folgenden  derart,  daß  bei  Beginn  der  Operationen  im  März  1018
bereits  fünf  amerikanische  Divisionen  mit  einer  Kopfstärke  von
4000  Mann  ohne  Etappentruppen  in  Frankreich  waren.  Die
Ursachen,  die  die  Marine  zu  ihrer  Voraussage  veranlaßte,  die  allerdings
  für  Ende  1915  gelten  sollte,  sind  noch  nicht  aufgeklärt.  Es.
scheint  jedoch  einerseits  eine  Unterschätzung  der  Welttonnage  und  der
RNeubauten  in  Amerika  und  England  vorzuliegen,  andererseits  hatte
die  Entente  die  Abwehrmittel  sehr  vervollkommnet,  und  England  war
während  der  langen  Jahre  des  deutschen  Sauderns  genügend  mit
Lebensmitteln  und  Rohstoffen  versehen  worden,  um  sich  in  höherem
Grade  wie  früher  von  der  Einfuhr  unabhängig  zu  machen.  Auch
wurde  von  ihm  die  neutrale  Tonnage  in  weit  rücksichtsloserer  Weise
in  Anspruch  genommen,  als  man  vorausgesetzt  hatte.  Sie  wurde  einfach
  mit  Gewalt  beschlagnahmt.  Kurz,  auf  eine  entscheidende  Wirkung
  des  U-Boot-Krieges  war  in  absehbarer  Zeit  jedenfalls  nicht
mehr  zu  rechnen;  sie  würde  wahrscheinlich  schon  viel  früher  eingetreten
  sein,  wenn  man  den  U-Boct-Krieg  früher  begonnen,  früber
alle  Anstrengungen  auf  den  Zau  von  U-Booten  gerichtet  hätte.