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auf  das  Schicksal  des  ganzen  Landes,  dessen  Leitung  den  Anforderungen
  in  keiner  Weise  gewachsen  war,  die  die  Schicksalsstunde  stellte.

Noch  ungünstiger  war  die  Lage  in  Ostafrika.  Auch  dort  wehrte
sich  eine  verschwindende  Minderheit  mit  dem  höchsten  Beldenmut
und  der  denkbar  größten  Sachkenntnis  gegen  weit  überlegene  Gegner
in  einer  Weise,  die  ein  ewiges  Ruhmesblatt  in  der  deutschen
Geschichte  bilden  wird.

Der  Derlust  Ostafrikas.

Wir  hatten  Ostafrika  verlassen,  als  RKindenburg  die  Leitung  des
Weltkrieges  übernahm,  der  Hauptteil  der  Schutztruppe  auf  Kissaki
zurückgegangen,  Daressalam  geräumt  war  und  um  Tabora)  die
letzten  Kämpfe  geliefert  wurden.

Gegen  diese  Stadt  rückten  die  Feinde  Ende  August  1016  von
allen  Seiten  heran  und  drängten  unsere  schwachen  Truppen  konzentrisch
  zurück.  Eine  starke  belgische  Brigade  rückte  von  Westen
her  längs  der  Eisenbahn  heran,  eine  andere  aus  mehr  nördlicher
Richtung.  Auch  die  englische  Muansabrigade  war  im  Herannahen.
Glücklicherweise  waren  sie  nicht  imstande,  sich  miteinander  ins  Einvernehmen
  zu  setzen,  und  so  fielen  ihre  Angriffe  nicht  zusammen.
Suerst  griff  die  belgische  Westbrigade  an  und  wurde  dicht  vor
Tabora  bis  zum  ll.  September  vollkommen  geschlagen,  so  daß  sie
sich  am  Angriff  der  Nordbrigade,  obgleich  nur  wenige  Kilometer
entfernt,  nicht  mehr  beteiligen  konnte.  Dann  griff  die  Nordbrigade
am  Berge  Jtaga  westlich  der  Stadt  am  15.  und  14.  September  an
und  erfuhr  das  gleiche  Schicksal.  Die  Deutschen  hatten  den  Mut,
vor  der  Westbrigade  nur  einige  Hatrouillen  stehen  zu  lassen  und  alle
übrigen  Truppen  auf  dem  Schlachtfelde  gegen  die  Nordbrigade  zu
vereinigen:  eine  Führertat  ersten  Ranges.  Bei  geringer  eigener  Einbuße
  und  gewaltigen  Derlusten  des  Feindes  wurden  zwei  Geschütze
mit  200  Granaten,  60  Lasten  Munition  mit  vielem  anderen  HBeeresgerät
  erbeutet.  Nichtsdestoweniger  mußte  die  Stadt  vor  der  überzahl
  der  anrückenden  Feinde  geräumt  werden.  Infolgedessen  trafen
die  Engländer  vom  Dictoriasee  erst  ein,  nachdem  die  Deutschen  bereits
  abgezogen  waren.  Der  Kampf  war  in  der  Stadt  selbst  ans
Menschlichkeitsrücksichten  nicht  ausgenommen,  diese  vielmehr  in  der
Nacht  vom  18.  zum  10.  September  geräumt  worden,  nachdem  alles
militärisch  Zrauchbare  vorher  fortgeschafft  oder  verbrannt  worden
war,  um  es  dem  Feinde  nicht  zu  überlassen.

Der  ZRückzug  erfolgte  in  drei  Kolonnen  und  war  äußerst
schwierig;  galt  es  doch  mit  5—6000  Köpfen  440  km  weit  durch
ein  verpflegungsarmes  Gebiet  zu  ziehen,  während  nur  auf  zwei
Fünfteln  dieses  Raumes  für  Magazine  gesorgt  war,  als  Wege  nur
Negerpfade  vorhanden  waren  und  die  Bevölkerung  zum  großen

1)  Siehe  Karte  55.