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Nevala  nahe  an  der  Südgrenze  der  deutschen  Kolonie  beseht.  Es
zwang  dadurch  den  Gouverneur  dazu,  Truppen  auch  an  diese  bisher
neutrale  Grenze  zu  entsenden.  Ihnen  gelang  es,  obgleich  sie  nur
halb  so  stark  und  der  Feind  in  modernster  Weise  verschanzt  war,
ihn  bis  zum  29.  November  19l6  vollständig  zu  schlagen  und  eine  ungeheuro
  Beute  zu  machen.  Erst  das  Meer  setzte  dem  Ausreißen  ein
Ziel;  die  Deutschen  hatten  aber  fortan  Ruhe  vor  diesem  Feinde.

Wenig  günstig  gestaltete  sich  zu  gleicher  Zeit  die  Lage  im  Südwesten
  der  Kolonie.  Da  die  dort  stationierten  Truppen  von  Mahenge
  aus  nicht  mehr  verpflegt  werden  konnten  und  alle  Dersuche,
verpflegungsreiche  Gegenden  zu  erobern,  scheiterten,  wandten  sich
starke  Abteilungen  unter  dem  Major  Kraut  und  dem  Hauptmann
Wintgens  nach  dem  Westen  und  Süden,  auf  die  Gefahr  hin,  den  Zusammenhang
  mit  der  Zauptabteilung  zu  verlieren.  Major  Kraut  gelang
  es  Mitte  März  1917  südlich  Songea  die  VDerbindung  mit  Gberst
von  Cettow  wieder  zu  gewinnen,  nachdem  schon  vorher  Major  von
Gravert,  bei  Likuju  eingeschlossen,  am  24.  Januar  lole  die  Waffen
rget  hatte.  Der  Hauptmann  Wintgens  aber  ergab  sich  persön-"
  den  Engländern,  weil  ein  schwerer  Typhusanfall  ihn  am  Fortkommen
  hinderte;  seine  Abteilung  aber  wurde  vom  Leutnant  Raumann
  in  kühnem  Suge  durch  die  ganze  Kolonie  geführt  und  mußte
sich  erst  —  wie  hier  vorgreifend  bemerkt  sei  —  im  Oktober  1917
120  km  südwestlich  Kondoa-Jrangi  dem  Gegner  ergeben,  nachdem
er  ihm  binter  der  Front  unendlichen  Schaden  zugefügt  hatte.  Immerhin
  wurden  die  Engländer  durch  die  Unternehmungen  des  Majors
Kraut  und  des  Hauptmanns  Wintgens  so  in  Anspruch  genommen,
daß  sie  es  versäumten,  den  gegen  Gravert  errungenen  Erfolg
auszunutzen,  und  es  dadurch  den  Deutschen  ermöglichten,  durch
eine  Abteilung  von  vier  Kompanien  und  einer  ZBatterie  Cikuju  bis
Mitte  Februar  1917  wieder  zu  besetzen  und  dadurch  den  Rücken  der
Truppe  zu  decken.

während  sich  im  Südwesten  diese  Ereignisse  abspielten,  hatten
die  Engländer  ihre  Reorganisation  vollendet.  Sie  bildeten  jetzt  ein
Dölkerkartenbild  von  ganz  Afrika  und  Indien.  Ceute  aus  allen
Dölkerschaften  der  deutschen  Kolonie,  ein  Goldküstenregiment,  eine
Nigeriabrigade,  Jamaikaneger,  halbblütige  Kapboys,  Beludschen
und  Afridis,  Sikhs  und  Gurkhas  bildeten  ihre  Truppen.  Auch  in
Kilwa  und  Lindi  versammelten  sie  starke  Massen,  um  der  wenigen
deutschen  Kompanien  mit  vereinzelten  Geschützen  Herr  zu  werden,
die  das  Land  noch  hielten.  Es  ist  eine  unendliche  Schmach  für  die
zu  Unrecht  so  stolzen  Engländer,  daß  sie  sich  von  diesen  wenigen,
zum  größten  Teil  schwarzen  Mannschaften,  die  am  bittersten  Munitionsmangel
  litten  und  lediglich  auf  die  vom  Feinde  eroberten  Datronen
  angewiesen  waren,  immer  wieder  schlagen  ließen.  Sie  verfügten
  über  eine  zehn=  bis  zwanzigfache  Übermacht,  über  Tausende
von  Kraftwagen,  über  Kleinbahnen  und  alle  nur  möglichen  Lebens-