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in  drei  Kolonnen  den  Marsch  an  den  Rowuma  an,  den  Grenzfluß
des  portugiesischen  Afrika.

Auch  die  Truppen,  die  bei  Mäihadia  unter  Lettow-Dorbeck  gefochten
  Ratten,  konnten  der  Übermacht  gegenüber  ihren  Sieg  nicht
ausnutzen,  sondern  mußten  sich  nach  Lukuledi  gegen  die  von  Kilwa
heranrückenden  Gegner  wenden.  Auch  diese  wurden  am  21.  Oktober
siegreich  zurückgewiesen;  mit  diesem  Siege  aber  wurde  nur  eine
kurze  Krist  gewonnen.  Swar  wurde  jeder  Fußbreit  deutschen  Bodens
bis  zuletzt  verteidigt,  aber  dennoch  wurde  die  Truppe,  die  etwa  noch
2400  Gewehre  umfassen  mochte,  auf  das  Makondehochland  zurückgedrängt,
  ließ  alle  Kranken  und  Schwachen  in  der  Hand  des  Gegners,
löste  sich  am  25.  NMovember  vom  Feinde  und  überschritt  am  25.  November
  1917  gegenüber  der  Lugendamündung  den  Grenzstrom,  wo
sie  sich  bald  mit  den  Resten  der  von  Mahenge  zurückgegangenen
Truppe  vereinigte.

Die  Engländer  hatten,  um  diese  vom  Hauptmann  Tafel  geführte
  Kolonne  am  Durchbruch  nach  dem  Süden  zu  verhindern,
LCiwale  und  Tunduru  besetzt  und  zwischen  beiden  Grten  ein  befestigtes
  Lager  angelegt.  Diese  Sperre  wurde  in  mehreren  siegreichen
Gefechten  durchbrochen,  und  zu  der  befohlenen  Zeit  stand  die  Truppe
am  befohlenen  Hunkte.  Der  Kommandeur  aber  war  nicht  zugegen;
die  Derbindung  mit  ihm  konnte  nicht  ausgenommen  werden,  Munition
und  Lebensmittel  waren  fast  verbraucht.  Eine  unbewohnte  und  verpflegungslose
  Baumsteppe  lag  vor  der  völlig  erschspften  Truppe.
So  blieb  nichts  anderes  übrig,  als  sich  dem  Feinde  zu  ergeben.  Uur
13  Deutsche  und  9  Askaris  mit  ihren  Trägern  und  Boys,  die  mit
den  letzten  Munitions=  und  Cebensmittelvorräten  ausgerüstet  wurden,
erreichten  trotz  allem  den  zum  General  ernannten  Kommandeur
von  Cettow.

Die  letzte  deutsche  Kolonie  war  verloren.  Ein  Heldenkampf
sondergleichen  war  ausgefochten.  Vorbildlich  war  die  Treue  der
*  Askaris  gewesen.  Sie  tritt  um  so  glänzender  in  die  Ercheinung,

  als  das  deutsche  Volk  selbst  ehrlos  und  treulos  seinen

ntergang  tanzend  und  singend  überlebte,  obgleich  es  nicht  die
Bälfte  von  dem  hat  ertragen  müssen,  was  jene  schwarzen  Soldaten
ruhmreich  bis  zuletzt  ertragen  haben.  Schuld  an  solchem  Susammenbruch
  der  Gesinnung  war  aber  in  erster  Cinie  der  deutsche  Reichstag,
der  sich  in  völliger  Verkennung  der  tatsächlichen  Verhältnisse  mit
-Ränden  und  Füßen  sträubte,  sobald  es  galt,  etwas  für  die  Uolonien
zu  bewilligen;  in  zweiter  Linie  die  Regierung,  die  sich  vor  dem
Reichstag  beugte  und  nichts  durchsetzte,  wo  es  die  Verteidigungsfähigkeit
  der  Kolonien  galt;  schuld  war  vor  allem  das  deutsche  Volk
selbst,  das  zwar  stets  bereit  war,  die  Dorteile  mitzunehmen,  die  die
Kolonialpolitik  einbrachte,  aber  in  kurzsichtiger,  nur  auf  den  augenblicklichen
  Gewinn  bedachter  Energielosigkeit  seine  Pertreter  gewähren
  ließ,  die  jeder  staatsmännischen  Einsicht  bar  waren.