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zustellen  und  kampffähig  zu  machen.  Italien  war  für  lange  Zeit
aus  der  Reihe  der  gefährlichen  Gegner  ausgeschieden;  es  hielt  sich
nur  noch  mit  starker  Hilfe  seiner  Derbündeten.  Mit  dem  Fortschreiten
des  U-Boot-Krieges  mußte  sich  die  Lage  der  Entente  verschlechtern.
Vor  allem  aber:  Rußland  war  zusammengebrochen  und  aus  der
Reihe  der  Kämpfenden  ausgeschieden.  Auch  Rumänien  war  niedergeworfen
  und  zum  Frieden  gezwungen.  Die  gewaltigen  Truppenmassen,
  die  man  gegen  diese  Gegner  nötig  gehabt  hatte,  konnten
jetzt  frei  gemacht  und  im  Westen  verwendet  werden.  Es  unterliegt
nach  den  Depeschen,  die  General  Pershing  nach  Washington  sandte,
und  durch  die  er  die  rasche  Hilfe  Amerikas  erbat,  keinem  Sweifel,
daß  nur  die  Truppen,  die  Amerika  sandte,  es  den  Verbündeten  ermöglichten,
  den  Krieg  überhaupt  noch  fortzuführen,  daß  sie  aber
ohne  sie  schmählich  unterlegen  wären.  Durch  diese  Derhältnisse  war
dem  deutschen  Reiche  eine  Frist  gesichert,  innerhalb  deren  es  mit
großer  Machtentfaltung  in  Frankreich  auftreten  und  den  Sieg  erringen
  konnte.  Aber  wohlverstanden  nur  eine  Frist,  die  ziemlich  enge
begrenzt  war.  Der  Kampf  mußte  beendet,  der  Endsieg  erfochten
werden,  bevor  die  Truppen  der  Dereinigten  Staaten  in  Massen  nach
Europa  kommen  konnten,  bevor  die  Derbündeten  versagten,  die
Türkei  vollends  zusammenbrach,  die  Stimmung  in  Deutschland  noch
weiter  sank,  als  es  bereits  der  Fall  war,  und  das  Werk  der  staatsfeindlichen
  Elemente  in  Armee  und  Marine  soweit  Fuß  gefaßt  hatte,
daß  es  unmöglich  gewesen  wäre,  es  einzudämmen.

Manches  war  bereits  geschehen,  was  in  einer  Geit,  in  der  alle
Kräfte  des  Staates  zur  Tiederwerfung  des  Feindes  hätten  angespannt
sein  müssen,  verderblich  wirken  konnte.  Am  7.  April  1917  wurde  die
Aufhebung  des  Dreiklassenwahlrechts  in  Hreußen  versprochen;  am
10.  April  wurde  der  letzte  Rest  des  Jesuitengesetzes  aufgehoben.  Am
II.  Juli  wurde  das  Dersprechen  der  Wahlrechtsänderung  dahin  erweitert,
  das  auch  in  Hreußen  das  gleiche  Wahlrecht  eingeführt
werden  und  schon  bei  den  nächsten  Wahlen  maßgebend  sein  sollte.
Im  Oktober  meuterten  zahlreiche  Matrosen  und  fanden  im  Reichstag
tatkräftige  Unterstützung.  Die  weitgehendsten  Dersprechungen  der
Krone  hatten  keinerlei  Erfolg,  keinerlei  Einfluß  auf  die  Stimmungen
der  Masse.  Sie  sah  nur  die  Schwäche  der  Regierung.  Auch  in  der
Armee  machten  sich  bedenkliche  Anzeichen  bemerkbar.

Schon  hatte  in  der  Schlacht  von  Cambrai  eine  sonst  für  gut
geltende  Division  den  Erfolg  dadurch  beeinträchtigt,  daß  sie  ein  erobertes
  feindliches  Derpflegungsmagazin  geplündert  hatte,  statt  zu
fechten.  Es  war  ein  bedenkliches  Anzeichen  schwindender  Disziplin
und  kriegerischen  Sinnes.

Es  war  demnach  militärisch  von  höchster  Wichtigkeit,  daß  der
Angriff  im  Westen  bald  einsetzte  und  entscheidende  Erfolge  erzielte,
  wenn  Deutschland  überhaupt  noch  siegreich  aus  dem  großen
Kampfe  hervorgehen  sollte.  Der  Frieden  mit  Rußland  und  Ru-