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wie  Hindenburg  und  Cudendorff  es  wollten.  Der  leidenschaftliche
Wille  der  ganzen  Nation  mußte  auf  diesen  einen  Punkt  gerichtet  sein;
mit  eiserner  Strenge  mußten  alle  feindlichen  Mächte  niedergehalten
werden,  die  den  einen  großen  Zweck  beeinträchtigen  konnten;  aber
nichts  dergleichen  geschah.  Der  Ernst  der  inneren  Cage  wurde  völlig
verkannt.  Alle  die  finsteren  Mächte,  die  in  Armee  und  Marine  die
Kriegsfähigkeit  zu  untergraben  suchten,  ließ  man  ruhig  gewähren;
der  feindlichen  Propaganda  trat  man  nirgends  kräftig  entgegen,  ja
man  unterstützte  sie  indirekt,  indem  man  —  offenbar  bloß  um  dem
Reichstage  oder  vielmehr  den  Cinksparteien  des  Reichstags  zu
schmeicheln  —  alle  gutgesinnten  Zeitungen  von  der  Front  fernhielt
und  allen  anderen  das  Feld  freigab;  man  tat  andererseits  nichts
Dositives,  um  den  Geist  zu  haben.  Dem  Kieichskanzler  fehlte  bei
seinem  Alter  die  Energie,  gegen  die  Machenschaften  der  Umstürzler
einzuschreiten;  er  tat  auch  gar  nichts,  um  das  Volk  aufzuklären  und
ihm  die  Lage  begreiflich  zu  machen,  die  er  wahrscheinlich  selbst  nicht
übersah.  Auch  seine  Diplomaten  verfuhren  in  ähnlicher  Weise;  auch
sie  konnten  oder  wollten  nicht  begreifen,  daß  die  Beeresleitung  berechtigt
  war,  gewisse  Anforderungen  zu  stellen,  die  erfüllt  werden
mußten.  In  unverantwortlicher  Weise  zogen  sie  die  Derhandlungen
  im  Csten  in  die  Länge-Schon

  am  7.  Dezember  war  an  der  ganzen  Ostgrenze  Waffenruke
eingetreten;  am  15.  war  in  Brest-Litowmsk  ein  Waffenstillstand  für
die  russische  und  die  rumänische  Front  geschlossen  worden.  Erst  am
22.  Dezember  fingen  dann  endlich  in  Brest-Litowst  die  Friedensverhandlungen
  an,  in  denen  Deutschland  durch  den  Staatssekretär
von  Kühlmann,  Esterreich-Ungarn  durch  den  Minister  Grafen  Czernin
  vertreten  waren,  und  an  denen  auch  die  übrigen  Derbündeten
Deutschlands  teilnahmen.  Die  Mittelmächte  aber  waren  fortwährend
von  der  Besorgnis  bekerrscht,  daß  ein  zu  energisches  Auftreten  die
Friedensstimmung  Rußlands  stören  könnte;  auch  fürchteten  sie  wohl
das  Ubergewicht  der  Beeresleitung  und  kamen  darüber  zu  keinem
energischen  Kandeln.  Sie  stellten  keinerlei  bestimmte  Forderungen,
sondern  begnügten  sich  mit  allgemeinen  Gesichtspunkten,  über  die
hin  und  her  verhandelt  wurde.  Die  russischen  Delegierten  aber  benutzten
  die  Bierdurch  gewonnene  Seit,  um  Hropaganda  für  ihre  Umsturzideen
  zu  machen,  wofür  sie  leider  in  Deutschland  und  Esterreich-Ungarn
  das  Feld  wohl  vorbereitet  vorfanden.  Auch  der  deutsche
Kaiser,  der  zwischen  Hindenburg  und  dem  Grafen  Hertling  stand
und  sich  von  beiden  beeinflussen  ließ,  änderte  wiederholt  seine  Ansicht,
  immer  in  der  Zoffnung,  den  Reichstag  gutzustimmen  und  mit
Rußland  auf  die  eine  oder  die  andere  Weise  zu  einem  Abschluß  zu
gelangen.  Daß  dieser  Staat  nur  der  Gewalt  weichen  und  die  Gelegenheit
  zur  Hropaganda  reichlich  ausnützen  werde,  wie  es  Bindenburg
  annahm,  wollte  leider  niemand  einsehen.

Mittlerweile  waren  auch  Abgeordnete  der  Ukraine  in  Brest  er-