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schienen.  Sie  hatte  sich  schon  am  10.  August,  mit  Sustimmung  des  damals
  in  Rußland  herrschenden  Kerenski,  für  unabkängig  erklärt,  und
die  übrigen  Randstaaten,  Sibirien,  Turkestan,  Georgien,  der  Kaukasus,
die  Tataren  am  Nordrand  des  Schwarzen  Meeres  sowie  endlich
Finnland  hatten  ein  Gleiches  getan,  oder  stellten  sich  unter  deutschen
Schutz,  wie  Livland  und  Estland.  Jetzt  wurden  auch  mit  den
Ukrainern  Derhandlungen  gepflogen,  und  es  kam  schon  am  20.  Januar
  1018  mit  ihnen  ein  Einvernehmen  zustande,  unter  dem  Gesichtspunkt,
  daß  dieser  Staat  reichlich  Lebensmittel  und  andere
Kriegsstoffe  besonders  an  Esterreich  liefern  sollte.  Daß  eine  solche
Cieferung  nur  unter  militärischem  Druck  erfolgen  würde,  war  von
vornherein  klar  und  wurde  berücksichtigt.  Rußland  gegenüber  aber
war  die  Gefahr,  die  vom  Bolschewismus  ausging,  fortwährend  im
Wachsen.  Die  Ukraine  wurde  von  ihm  bedrängt.  Livland,  Estland
und  FKinnland  wurden  von  ihm  bedroht.  Auch  war  mit  Sicherkeit  anzunehmen,
  daß  mit  der  Seit  England  von  der  Murmanküste  aus
nach  Hetersburg  kommen  und  versuchen  würde,  von  dort  aus  gegen
Deutschland  zu  wirken.  Tun  war  es  allerdings  unerwünscht,  weitere
  Truppen  im  Osten  verwenden  zu  müssen;  die  Gefahr  aber,
daß  der  Krieg  mit  dem  bolschewistischen  Rußland  mit  Englands
Hilfe  aufleben  könnte,  war  groß,  und  das  mußte  unter  allen  Umständen
  vermieden  werden.  Diese  Gesichtspunkte  machten  allmählich
ihr  Schwergewicht  geltend,  und  unter  ihrem  Druck  kam  es  dann  endlich
  auf  wiederholtes  ernstliches  Drängen  Hindenburgs  zum  wirklichen
  HKandeln,  und  nun  zeigte  sich  sehr  bald,  daß  die  Oberste
Beeresleitung  in  vollem  Rechte  gewesen  war,  wenn  sie  nur  von  einer
Wiedereröffnung  der  Feindseligkeiten  Erfolg  erwartet  hatte.  Am
9.  Februar  wurde  mit  der  Ukraine  Frieden  geschlossen,  damit  die
Front,  die  militärisch  besetzt  werden  mußte,  wesentlich  verkürzt,  und
als  Trotzki  dann  seinerseits  erklärte,  daß  er  überhaupt  nicht  Frieden
schließen  wolle,  den  Krieg  aber  für  beendet  ansähe  und  das  russische
Heer,  das  immer  weiter  zerfallen  war,  demobilisiere,  wurde  deutscherseits
  am  12.  Februar  der  Waffenstillstand  gekündigt.  Nach  sieben
Tagen  sollten,  wie  ausgemacht,  die  Feindseligkeiten  wieder  beginnen.

Sugleich  bat  die  Ukraine  Deutschland  um  Hilfe,  da  Trümmer  der
ehemaligen  russischen  Armee  und  Abteilungen  der  „Roten  Garde“,
die  von  Großrußland  Ber  einbrachen,  um  zu  plündern  und  den  Bolschewismus
  zu  verbreiten,  das  Land  durchzögen.  Auch  zeigte  sich  die
Bevölkerung  der  Lebensmittellieferung  durchaus  abgeneigt,  und  doch
war  diese  nötig.  So  wurde  denn  der  Dormarsch  nördlich  der  Hripjetsümpfe
  und  in  der  Ukraine  gleichzeitig  angetreten.

Im  NVorden  standen  die  10.  Armee  um  Wilna,  eine  Armeeabteilung
D  bei  Dünaburg,  und  die  8.  Armee  von  Jakobstadt  über  Riga  bis
auf  die  Zaltischen  Inseln,  zum  VDormarsch  bereit;  im  Süden:  die
Beeresgruppe  Linsingen,  die  den  Abschnitt  Slonim,  die  Armeeabteilung
  Gronau,  den  Abschnitt  Kowel,  und  weiter  südlich  die