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Grund  dafür  zu  suchen,  daß  Deutschland  schon  am  3.  März  trotz  der
ängstlichen  Gegenwirkungen  des  Auswärtigen  Amts  eine  Marinestation
  auf  den  Aalandsinseln  errichtete,  um  von  hier  aus  nötigenfalls
  die  Bolschewisten  zu  bekämpfen  und  Finnland  unterstützen  zu
können.

Auch  mit  diesem  jetzt  selbständigen  Staat  wurde  am  7.  März
Srieden  geschlossen.  Gleichzeitig  mit  dem  Vormarsch  auf  Petersburg,
der  nur  durch  den  schleunigen  Friedensschluß  verhindert  wurde,
drangen,  wie  gesagt,  die  verbündeten  Deutschen  und  Osterreicher,
die  etwas  später  eingriffen,  auch  in  der  Ukraine  vor,  um  hier
—  wie  es  von  der  dortigen  Regierung  erbeten  worden  war  —  Ordnung
  zu  schaffen  und  für  die  Erfüllung  der  Friedensbedingungen  zu
orgen.  Auch  hier  ging  der  VDormarsch,  der  im  wesentlichen  an  den
Bahnen  entlang  führte,  rasch  vor  sich.  Die  Deutschen  richteten  ihren
Marsch  mit  dem  Schwerpunkt  auf  Kiew,  das  bereits  am  1.  März
erreicht,  die  Gsterreicher  auf  Odessa,  das  am  15.  März  besetzt  wurde.
Es  wurden  von  den  Deutschen  bis  zum  1.  März  2620  Kanonen,
5900  Maschinengewehre,  8000  Eisenbahnwagen,  800  Lokomotiven
erbeutet  und  über  64000  Gefangene  gemacht.  AUberall  wurde  das
Land  von  der  „Roten  Garde“  —  so  hießen  die  bolschewistischen
Truppen  —  und  anderen  Berumziehenden  Räuberbanden  gesäubert.
Die  Kämpfe  dort  dauerten  übrigens  noch  längere  Seit  an,  und  es
war  gewiß  traurig,  aber  unvermeidlich,  daß  verhältnismäßig  starke
deutsche  Truppen  dort  verwendet  werden  mußten.

Sbensowenig  erfreulich  waren  die  Friedensverhandlungen  mit
Rumänien.  Hier  war  die  von  englischen  und  französischen  Offizieren
allmählich  wiederhergestellte  rumänische  Armee  mit  den  revolutionären
  und  plündernden  russischen  Soldaten  in  Streit  geraten,  mit
denen  sie  eigentlich  verbündet  war.  Sie  lieferte  diesen  und  den  das
Cand  brandschatzend  durchziehenden  Banden  roter  Garde  förmliche
Schlachten,  ja  es  kam  vor,  daß  die  siegreichen  Rumänen  mit  ihren
russischen  Gefangenen  zu  den  Deutschen  übergingen.  Um  so  nötigen
war  ein  rascher  Frieden,  wie  ihn  die  Deutschen  für  ihre  Kriegführung
  im  Westen  brauchten.  Ceider  hatten  sie  es  nicht  nur  mit
dem  Feinde  zu  tun,  sondern  vor  allem  auch  mit  den  Esterreichern,  die
jetzt  —  nachdem  sie  bei  der  Niederwerfung  des  Candes  nur  eine
Rebenrolle  gespielt  hatten,  eine  eigene  Holitik  trieben,  ihren  besonderen
  Dorteil  rücksichtslos  verfolgten,  und  die  deutschen  Unterhändler
vollständig  in  den  Hintergrund  drängten.  Sie  traten  sogar  mit  dem
König  von  Rumänien,  den  Deutschland  nicht  mehr  anerkennen
konnte,  in  direkte  Derhandlungen  und  brachten  die  Deutschen  in
eine  höchst  peinliche  Lage,  da  diese  sich  naturgemäß  der  Hartei  genähert
  hatten,  die  im  Gegensatz  zum  König  stand,  und  seinerzeit  den
Anschluß  an  die  Entente  gemißbilligt  hatte.  Es  gelang  demnach  auch
hier  nicht,  rasch  zum  Frieden  zu  kommen,  wie  es  die  militärische
Lage  forderte,  für  die  niemand  Derständnis  zeigte;  ebensowenig

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