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gegenseitige  Verständnis  der  beiden  Waffen  zu  fördern  und  alle  die
zahlreichen  Aufgaben  der  Artillerie  zu  lösen.  Auch  das  Einschießen,
das  geeignet  war  den  geplanten  Angriff  zu  verraten,  wurde  zuletzt
ganz  aufgegeben,  nachdem  das  Derfahren  des  Hauptmanns  Hulkowski
  es  ermöglicht  hatte,  die  Schießleistung  jedes  einzelnen  Geschützes
  festzustellen,  und  eine  genaue  trigonometrische  Dermessung
die  Lage  der  Batterien  und  der  Siele  einwandfrei  ermittelt  hatte.
Auch  die  Tageseinflüsse  wurden  gebührend  berücksichtigt,  und  so
gelang  es,  Entfernung  und  Seitenrichtung  ohne  Einschießen  zu
errechnen.

Sugleich  mußten  bei  der  Infanterie  Hilfsmittel  vorgesehen
werden  —  Brücken  und  dergleichen  —,  die  das  rasche  Üüberschreiten
von  Trichtern  und  Gräben  möglich  machen  sollten,  und  auch  die
Derteidigung  kam  bei  der  Ausbildung  und  Vorbereitung  zu  ihrem
Recht.  Wenn  auch  auf  den  Angriff  das  Hauptgewicht  gelegt  wurde,
so  mußte  andererseits  doch  damit  gerechnet  werden,  daß  die  Truppen
auf  weiten  Fronten  in  der  Derteidigung  würden  verbleiben  müssen,
und  es  wurde  daher  vor  allem  die  Tankabwehr  —  Abwehrgeschütze,
die  direkt  zu  feuern  hatten,  Tankfallen,  Tankgewehre  und  andere
örtliche  Abwehrmaßnahmen  —  vorgesehen.  Sahlreich  entstanden
Cehrrkurse  für  alle  Dienstgrade.  Wo  Divisionen  noch  längere  Seit  in
Rußland  oder  Rumänien  bleiben  mußten,  wurden  sie  von  Offizieren,
die  aus  dem  Westen  kamen,  besonders  unterrichtet;  kurz,  es  geschal
alles  Menschenmögliche,  um  die  Armee  zweckmäßig  auszubilden  und
ihren  Siegeswillen  zu  stählen.  Für  den  Augenblick  gelang  das  auch.
Die  Aussicht  auf  eine  baldige  Offensive  hob  sichtlich  den  Geist  der
Truppe.  Die  Ersatzlage  aber  blieb  trotz  alledem  eine  ernste  Sorge.
Tausende  von  Deserteuren  und  Drückebergern  trieben  sich  im  Auslande,
  ja  in  Deutschland  selbst  herum,  von  ihren  Mitbürgern  und
den  Behärden  stillschweigend  geduldet,  und  besonders  mit  dem  Ersatz
von  1800  strömte  ein  schlechter  Geist  in  die  Truppe.  Es  war  nicht
zu  verkennen,  daß  die  Wühlarbeit  der  Unabhängigen  unentwegt
und  erfolgreich  weiterging.  Trotz  alledem  war  es  schwer,  den
Glauben  an  das  deutsche  Dolk  zu  verlieren.  Tief  eingewurzelt  war
die  Überzeugung  von  dessen  Opfermut  und  seinem  idealen  vaterländischen
  Sinn;  hatten  doch  selbst  die  Sozialdemokraten  in  Hingabe
  und  Treue  mit  allen  anderen  Harteien  gewetteifert.  Wie  sollte
ein  solches  Dolk  sich  selbst  untreu  werden?  Dieser  Glaube  beherrschte
denn  auch  alle  leitenden  Männer  des  Beeres,  besonders  auch  Bindenburg
  selbst,  und  gab  ihnen  den  Mut  und  die  Suversicht  des  Handelns,
  die  wieder  auf  die  Truppe  zurückwirkten.

Ohne  Rücksicht  auf  die  nur  schleppend  vorangehenden  Friedensverhandlungen
  wurden  mehr  als  40  Divisionen  aus  dem  Gsten  nach
dem  Westen  gefahren;  einige,  besonders  die  in  Rumänien,  Bätten  allerdings
  früher  kommen  sollen.  An  ihrem  verspäteten  Eintreffen  waren
lediglich  die  Diplomaten  schuld.  Aus  Mazedonien  wurden  nur  wenige