Hiden

  Rahmen  von  Erkundungs-,  Beunruhigungs=  und  Abwehrschlachten
  nicht  hinaus.  Der  21.  März  sollte  endlich  die  Entscheidung
bringen.

Früh  um  4  Uhr  begann  an  diesem  Tage  mit  einem  Schlage  auf
einer  Frontbreite  von  etwa  70  km  zwischen  Croisilles  und  La  Fere
die  gewaltigste  Schlacht  des  Jahrhunderts.  Sie  sollte  ganz  andere
Ergebnisse  haben,  als  die  wochenlangen  Durchbruchkhsversuche  der
FKranzosen  und  Engländer.  Während  jene  sich  als  Materialschlachten
darstellten,  die  durch  die  Überlegenheit  materieller  Mittel,  durch
Munition  und  Tanks  den  Gegner  niederzukämpfen  suchten,  waren
es  hier  geistige  und  sittliche  Kräfte,  die  um  die  Siegespalme  rangen:
ein  Kampf  des  Geistes  gegen  die  rohe  Materie.  Die  Erfolge  aber
waren  ganz  anders  geartet,  als  man  erwartet  hatte.

Swei  Stunden  blieb  das  Feuer  der  gesamten  Artillerie  auf  der
feindlichen  Artilleriestellung  liegen;  dann  wandte  sich  eine  Anzahl
Geschütze  gegen  die  feindlichen  Gräben,  die  nun  auch  von  den
Minenwerfern  beschossen  wurden,  und  kurz  vor  0  Uhr  zog  sich  die
hierzu  bestimmte  Artillerie  zur  Keuerwalze  zusammen.  Um  9  Uhr
brach  der  Infanteriesturm  auf  der  ganzen  Cinie  los.  Er  traf  zunächst
auf  dem  rechten  deutschen  Flügel  auf  18  englische  Infanteriedivisionen,
  die  allmählich  um  20  weitere  verstärkt  wurden.  Dazu  kamen
noch  drei  englische  Kavallerie-  und  zwei  portugiesische  Infanteriedivisionen,
  und  nun  zeigte  sich  der  Unterschied  gegen  die  gehegten
Erwartungen.  Die  17.  Armee  nahm  zwar  die  erste  feindliche  Stellung,
  vermochte  aber  nicht  in  die  zweite  einzudringen.  Sie  hatte
allerdings  den  stärksten  Feind  gegen  sich,  aber  auch  die  Feuerwalze
vor  ihr  war  zu  schnell  vorgegangen;  die  Infanterie  vermochte  nicht
ihr  zu  folgen  und  blieb  daher,  weil  sie  ohne  Artillerieunterstützung
fechten  mußte,  im  Angriff  stecken.  Bei  der  2.  Armee  war  das  Susammenwirken
  von  Artillerie  und  Infanterie  besser;  sie  drang  auch
in  die  zweite  feindliche  Stellung  ein.  Dagegen  gelang  es  nicht,
den  Feind  in  dem  gegen  Cambrai  einspringenden  Bogen,  der  absichtlich
  nicht  mit  angegriffen  worden  war,  wie  geplant,  zwischen  der
17.  und  2.  Armee  abzuschnüren.  Auch  konnten  sich  beide  Armeen  nicht
gegenseitig  unterstützen,  da  sie  zu  langsam  vorwärts  gekommen  waren.
Dagegen  schritt  die  18.  Armee  planmäßig  vor.  Bei  ihr  befehligte
Oberst  Bruchmüller,  der,  wie  wir  wissen,  schon  bei  der  Offensive
in  Galizien  sowie  bei  Riga  und  Jakobstadt  den  Artillerieangriff  geleitet
  hatte,  die  gesamte  Artillerie,  riß  alles  mit  sich  fort  und  fesselte
den  Sieg  an  die  deutschen  Fahnen.  Auch  die  folgenden  Tage  änderten
diese  Derhältnisse  nicht  wesentlich.  Am  25.  wurde  Héronne  genommen,
  und  unter  heftigen  Kämpfen  drangen  die  Deutschen  weiter
vor.  Bapaume  und  Combles  wurden  erstürmt.  Am  25.  drangen
die  2.  und  der  linke  Klügel  der  17.  Armee  weit  über  die  Cinie  dieser
Städte  vor.  Dagegen  war  die  Angriffskraft  besonders  des  rechten
Flügels  der  17.  Armee  so  gut  wie  völlig  erschöpft,  da  die  Armee